Fall könnte vor Gericht landen

Schüler “schwänzt“ Moschee-Besuch - Eltern droht Bußgeld

Rendsburg - Weil Eltern ihren Sohn (13) nicht an einem Schulausflug zu einer Moschee teilnehmen ließen, wurde ein Bußgeld verhängt. Sie legten Einspruch ein. Jetzt könnte der Fall vor Gericht landen.

Der 13-Jährige aus Rendsburg war am 14. Juni 2016 dem Schulausflug seiner Erdkunde-Klasse aus weltanschaulichen Gründen fern geblieben: Die Eltern waren gegen die Exkursion und ließen ihr Kind zu Hause. Die Schulleitung schaltete das Ordnungsamt ein, und dieses verhängte wegen des „Schulschwänzens“ Bußgelder von jeweils 150 Euro. Dagegen legten die Eltern Widerspruch ein und nahmen sich einen Anwalt. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft Itzehoe den Fall. Möglicherweise kommt es zum Prozess.

Die Eltern des Siebtklässlers, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören, würden eine „religiöse Indoktrination“ ihres ebenfalls konfessionslosen Kindes befürchten, berichtet die Schleswig-Holsteiner Landeszeitung. Sie argumentieren, dass niemand gegen seinen freien Willen zum Betreten eines Sakralbaus gezwungen werden könne. Zudem sorgen sie sich laut einer„Verteidigerschrift“, die ihr Anwalt ins Internet stellte, auch um die Sicherheit ihres Kindes.  "Seit Jahren hören wir Berichte über religiös motivierte Gewalt im Zusammenhang mit islamischen Menschen", heißt es in der Schrift.

dpa/hn

Rubriklistenbild: © dpa

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