Schwesig will mit Familiengeld junge Eltern unterstützen

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Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will nach Informationen der "Bild"-Zeitung junge Familien mit dem Familiengeld unterstützen. Sie sollen weniger arbeiten können. Auch getrennt lebende Eltern sollen profitieren. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv

Aktiv in Job und Kindererziehung: Vielen Eltern fehlt die Zeit, um beides gut zusammenzubekommen. Ihnen will Ministerin Schwesig helfen.

Berlin (dpa) - Junge Eltern sollen nach dem Willen von Familienministerin Manuela Schwesig weniger arbeiten und als Ausgleich ein staatliches Familiengeld bekommen.

Wie die SPD-Politikerin der "Bild"-Zeitung sagte, sollen Eltern, die beide ihre Wochenarbeitszeit auf 32 bis 36 Stunden reduzieren, bis zu zwei Jahre lang 300 Euro im Monat erhalten - sofern das Kind jünger als acht Jahre alt ist. Auch allein oder getrennt Erziehende sollen das Familiengeld bekommen.

Die Kosten werden in dem Bericht mit "weniger als eine Milliarde Euro" beziffert. Das Familienministerium nahm auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur keine Stellung. Schwesig sagte der "Bild": "Die klare Mehrheit junger Eltern findet, dass man sich Kinderbetreuung, Haushalt und Berufstätigkeit fifty-fifty teilen sollte. Ich will den vielen jungen Eltern ein Angebot machen, das sie darin unterstützt, sich gemeinsam und gleich intensiv ums Kind zu kümmern und gleich engagiert im Beruf zu sein."

Die Grünen im Bundestag kritisierten die Pläne als Scheinlösung. "Schwesigs Vorschlag ist ein enges Korsett, beide Eltern müssen gleichzeitig zwischen 32 und 36 Stunden arbeiten. Das klappt vielleicht im öffentlichen Dienst, ist ansonsten aber unpraktikabel", sagte die Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der Grünen- Fraktion, Franziska Brantner. Somit würden kaum Eltern erreicht.

"Wir wollen stattdessen mit der KinderZeitPlus Hilfe für alle Eltern leisten‎", so Brantner weiter: "24 Monate lang, jeweils 8 Monate für Vater und Mutter und weitere 8 aufteilbar zwischen den beiden oder 24 Monate komplett für Alleinerziehende, auch über das erste Lebensjahr des Kindes hinaus. Flexibel ohne enges Stundenkorsett."

Laut einer vom Familienministerium in Auftrag gegebenen, im Vorjahr veröffentlichten Studie des Statistischen Bundesamtes haben jeder dritte Vater und 19 Prozent der Mütter nach eigener Einschätzung zu wenig Zeit für ihre Kinder. Schwesig fordert deshalb seit längerem eine Art Familienarbeitszeit. Auf einem SPD-Parteitag im Dezember 2015 war ein entsprechender Leitantrag beschlossen worden.

Für Familien mit Kindern gibt es bereits Leistungen vom Staat. Dazu gehört das Elterngeld, das Mütter und Väter nach Geburt ihres Kindes bis zu 14 Monate in Anspruch nehmen können. Es ersetzt bis zu zwei Drittel des weggefallenen Einkommens. Eine Alternative bei Teilzeitarbeit ist bisher das Elterngeld Plus.

Studie zur Zeitverwendung

Interview Schwesig von 2015 zur Familienarbeitszeit

DIW zum Thema Familienarbeitszeit

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