Steinmeier gegen EM-Boykott in Ukraine

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Frank-Walter Steinmeier hält einen Boykott der EM in der Ukraine für falsch.

Essen/Stockholm - Frank-Walter Steinmeier ist gegen einen Boykott der EM in der Ukraine. Schwedens Ministerpräsident kündigt hingegen sein Fernbleiben an.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat sich gegen einen Boykott von Spielen der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine ausgesprochen. “Die sportlichen Wettbewerbe sollten nicht in den Dienst der Politik gestellt werden“, sagte Steinmeier am Freitag den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. “Die Europameisterschaft sollte stattfinden. Sie sollte auch in der Ukraine stattfinden.“ Damit würde auch den deutschen Spielern die Möglichkeit gegeben werden, “offen die Meinung zu sagen“.

Steinmeier kritisierte den Umgang der Regierung in Kiew mit der erkrankten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko. “Wir können es nicht hinnehmen, wenn sie unter inakzeptablen Bedingungen inhaftiert ist.“

Schwedischer Ministerpräsident will Fußball-EM fernbleiben

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt schließt sich hingegen dem Politiker-Boykott der Fußball-Europameisterschaft (EM) in der Ukraine an. Reinfeldt sagte am Freitagabend im TV-Sender SVT in Stockholm, er werde keines der Spiele der eigenen Nationalelf in der Ukraine besuchen. Schweden spielt hier sein Gruppenspiele und hat unter anderem das Gastgeberland als Gegner.

Reinfeldt sagte zur Begründung: “Ich finde, die Situation in der Ukraine ist ernst. Man respektiert dort nicht die Menschenrechte und rechtsstaatliche Prinzipien.“ Wegen des Umgangs mit der inhaftierten Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatte unter anderem die komplette EU-Kommission angekündigt, dass sie den Spielen in der Ukraine fernbleiben will. Ob Kanzlerin Angela Merkel (CDU) oder deutsche Minister zur Fußball-EM in die Ukraine reisen werden, ist weiterhin offen. Das Land richtet die EM zusammen mit Polen aus.

dpa/dapd

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