Nato-Partner machen Ärger

Streit um russische Flotten-Betankung in Spanien

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Der russische Lenkwaffenkreuzer "Moskwa".

Madrid - Damit die russische Flotte die Kriegseinsätze des Landes in Syrien unterstützen kann, wollte Spanien russischen Kriegsschiffen das Auftanken in der Exklave Ceuta erlauben. Das sorgte für Wirbel.

Update 16.10 Uhr:  

Moskau hat seine Anfrage zur Betankung russischer Kriegsschiffe in der spanischen Exklave Ceuta zurückgezogen. Das bestätigte die russische Botschaft in Madrid der Agentur Interfax zufolge. Den Grund dafür nannte die Vertretung zunächst nicht.

Die Nato befürchtet, dass Russland und Syrien mit Hilfe der Schiffe ihre Angriffe auf die Rebellengebiete der Stadt Aleppo verstärken und dadurch weitere Zivilisten ums Leben kommen könnten. Ein Sprecher der britischen Regierung hatte am Dienstagabend gegen den Zwischenstopp protestiert. Sie zeigte sich demnach gegenüber der spanischen Regierung "beunruhigt über die Gastfreundschaft für die russische Marine". 

Der frühere belgische Regierungschef Guy Verhofstadt, ein führender EU-Politiker, hatte bereits am Dienstag auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Es ist skandalös, dass Spanien, ein Mitglied der Nato und der EU, der russischen Kusnezow-Flotte erlauben will, auf spanischem Territorium aufzutanken und technische Unterstützung zu erhalten.“ Spanien habe schließlich erst in der vergangenen Woche eine Erklärung des Europarates unterzeichnet, in dem Russland Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in Aleppo vorgeworfen würden.

Spanien will russische Anfrage überprüfen

"Die jüngsten Anfragen für Zwischenstopps befinden sich in der Überprüfung", erklärte das spanische Außenministerium. Man verwies darauf, dass russische Schiffe seit Jahren in spanischen Häfen Betankungs- und Versorgungsstopps einlegten.

Die Entscheidung sei "abhängig von den Informationen, die wir von unseren Alliierten und der russischen Regierung erhalten". Die endgültige Entscheidung über die Erlaubnis zum Zwischenstopp in Ceuta solle im Laufe des Tages fallen, zitierte die Nachrichtenagentur efe am Mittwoch das Außenministerium in Madrid. 

Russland ist seit rund einem Jahr in dem Bürgerkriegsland aktiv und hilft dabei vor allem Präsident Baschar al-Assad. Die Nato-Staaten unterstützen im Syrienkrieg Assad-Gegner. 

Darüber müsse "jede Nation entscheiden, dies ist seit vielen, vielen Jahren Nato-Politik", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel.

dpa/afp

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