Treffen in Genf

Syrische Opposition zu Friedensgesprächen erwartet

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UN-Vermittler De Mistura ist um seinen Job nicht zu beneiden. Um das barbarische Töten in Syrien zu beenden, muss der Diplomat erst einmal die Sprachlosigkeit zwischen den Kriegsparteien überwinden. Foto: Salvatore di Nolfi

Genf - Einen Tag nach dem Beginn der Friedensverhandlungen für Syrien will die Oppositionsseite nun doch zu den Gesprächen mit UN-Vermittler Staffan de Mistura nach Genf kommen.

Die Delegation werde in der Schweiz erwartet, sagte Oppositionssprecher Ahmed Ramadan. Allerdings werde sie erst dann in Verhandlungen eintreten, wenn ihre humanitären Forderungen erfüllt seien. Das Hohe Verhandlungskomitee der Opposition in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad verlangt einen Stopp der Angriffe auf Zivilisten, ein Ende der Blockaden syrischer Städte sowie weitere Hilfslieferungen.

Die Verhandlungen unter UN-Vermittlung, die den Bürgerkrieg mit inzwischen mehr als 250 000 Toten nach fünf Jahren beenden sollen, hatten am Freitag begonnen - vier Tage später als ursprünglich geplant. UN-Sondervermittler De Mistura traf am Nachmittag im Genfer Gebäude der Vereinten Nationen zu einem ersten Gespräch mit Unterhändlern des syrischen Regimes zusammen. Vertreter der wichtigsten Oppositionsgruppen fehlten dabei allerdings zunächst.

Nach tagelangem Streit darüber, wer die Opposition bei den Gesprächen in Genf vertritt, beschloss das Komitee der Regimegegner am Freitag nun doch, an dem "politischen Prozess" teilzunehmen. Damit solle die Ernsthaftigkeit "der anderen Seite" in Gesprächen mit Vertretern der Vereinten Nationen auf den Prüfstand gestellt werden, hieß es. In dem Gremium sind die wichtigsten Oppositionsgruppen vereint, darunter auch Vertreter starker bewaffneter Rebellengruppen.

US-Außenminister John Kerry begrüßte die Entscheidung der syrischen Opposition. Er erwarte, dass beide Seiten guten Willens an diesen Verhandlungen teilnähmen und in den nächsten Tagen baldige, messbare Fortschritte erzielten, hieß es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung seines Ministeriums.

Auch Saudi-Arabien reagierte positiv auf die Oppositionsankündigung, nach Genf zu reisen, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Außenministerium in Riad berichtete. Das Königreich unterstütze die Opposition und eine politische Lösung.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 sind 4,6 Millionen Syrer nach UN-Angaben vor der Gewalt ins Ausland geflohen, weitere 6,6 Millionen Menschen im Land selbst vertrieben worden. 13,5 Millionen Syrer brauchen humanitäre Hilfe. Der in Wien ausgehandelte Fahrplan der internationalen Gemeinschaft sieht vor, dass eine Übergangsregierung gebildet und eine Verfassung ausgearbeitet wird. Innerhalb von 18 Monaten soll es freie Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen geben.

Unterdessen geht in der von Regierungstruppen belagerten syrischen Stadt Madaja das Sterben offenbar weiter. Seitdem Mitte des Monats Hilfskonvois die Stadt erreicht hatten, seien dort mindestens 16 Menschen verhungert, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) unter Berufung auf medizinisches Personal vor Ort mit. Weitere Menschen seien dem Hungertod nahe und bräuchten dringend Hilfe.

dpa

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