Umfrage

Terror: Deutsche lassen sich nicht verunsichern

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Im brandenburgischen Ahrensfelde simulieren Polizeibeamte der neugegründeten Spezialeinheit "Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus" (BFE+) einen Anti-Terror-Einsatz.

Berlin - Paris, Brüssel, Nizza - und zuletzt auch Würzburg und Ansbach: Der Terror hat Deutschland erreicht, die Verunsicherung war kurz nach den Attacken groß. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch: Die Bevölkerung lässt sich von der Terrorgefahr im Alltag nicht beirren.

Der Großteil der Deutschen hält einen islamistischen Terroranschlag in den kommenden Monaten hierzulande zwar für wahrscheinlich - verunsichern lassen sich die Menschen davon im Alltag aber nicht.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Eine Terrorattacke mit Todesopfern in Deutschland halten 75 Prozent für ziemlich gewiss. Gleichwohl verzichteten nur 14 Prozent der Bundesbürger in den vergangenen drei Monaten aus Angst vor Terror auf eine Fahrt mit Bus und Bahn. Öffentliche Verkehrsmittel nutzten fast die Hälfte der Befragten weiter, ein Drittel fuhr ohnehin nicht damit.

Ein ähnliches Bild ergab sich für öffentliche Veranstaltungen oder Plätze. Ein vergleichsweise geringer Anteil von 14 Prozent der Befragten wollte aus Angst vor Terror nicht auf ein Konzert oder Volksfest gehen. Deutlich mehr als die Hälfte ließen die Befürchtungen kalt. Weitere 26 Prozent wollten in den vergangenen Monaten sowieso keine öffentliche Veranstaltung besuchen. Eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent der Deutschen hält sich auch weiterhin auf belebten Plätzen wie in Innenstädten auf.

Der Psychologe Michael Krämer ordnet die Reaktion der Deutschen so ein: "Es ist für mich naheliegend, dass im Moment keine deutliche Verhaltensänderung in der Bevölkerung zu erwarten ist." Der Terror müsse noch massiver kommen, bevor Menschen aus Furcht um Leib und Leben nicht mehr zur Arbeit gehen, sagte Krämer, der auch Präsident des Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen ist. "Das wäre genau das, was Terroristen wollen. Soweit sind wir zum Glück noch nicht."

Bewegen sich die Befragten in der Öffentlichkeit, hat fast die Hälfte ihr Umfeld fest im Blick. 45 Prozent beobachten ihre Mitmenschen aus Angst vor Terror intensiver als noch vor einigen Jahren. Für Krämer ist das wenig überraschend: "Es ist für mich eine ganz natürliche Reaktion, aus der Unsicherheit heraus geboren." Das sei eine natürliche Schutzreaktion der Leute.

Nach den jüngsten Anschlägen im Land wünscht sich eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent der Bevölkerung mehr Präsenz der Polizei. Das ergab eine vom Institut YouGov selbst geführte Umfrage. Wenn es um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren geht, zeigen sich die Deutschen dagegen etwas zurückhaltender. 57 Prozent sprechen sich für eine Änderung des Grundgesetzes aus, damit Einsätze der Truppe hierzulande einfacher werden.

dpa

Ergebnisse der YouGov-Umfrage für dpa im Überblick

Infos zu Psychologe Michael Krämer

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