Trump oder Clinton?

Scanner, Touchscreen: Was bei der US-Wahl Probleme bereiten könnte

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Schon bei der Stimmabgabe 2012 in Pennsylvania kamen Wahlmaschinen zum Einsatz.

Washington - Bei den US-Wahlen geben die Wähler ihre Stimme nicht nur per Stimmzettel ab. Es sind eine Reihe von Wahlmaschinen in Gebrauch, die bei Stimmabgabe und -auszählung zum Einsatz kommen.

Es gibt den klassischen Stimmzettel in Papierform („paper ballots“), der anschließend in einen optischen Scanner zum automatischen Stimmauszählen eingelesen wird. Eingesetzt werden auch sogenannte „Direct Recording Electronic Systems“ (DRE). Wähler geben ihre Stimme per Touchscreen oder Knopfdruck ab. Ein Computer registriert die Stimme. Die meisten Bundesstaaten haben zusätzliche Papierkopien eingeführt, die für mögliche Nachauszählungen aufbewahrt werden.

Damit Menschen mit Behinderungen die Stimmabgabe erleichtert wird, sind spezielle Systeme im Einsatz - sogenannte „Ballot Marking Devices and Systems“. Beispielsweise kann ein Wähler die Kandidatenliste über Kopfhörer vorgelesen bekommen - auf Wunsch auch mehrfach. Auch eine Sprachsteuerung für die Stimmabgabe ist möglich. Oder es werden Buchstaben auf einem Touchscreen wie mit einer Lupe vergrößert dargestellt.

Die mechanischen „Punch Card Voting Systems“, bei denen auf einer Wahlkarte ein Loch neben dem Namen des Kandidaten oder der Kandidatin herausgestanzt wird, kommen nicht mehr zum Einsatz.

Mit Maschinen bedeutet nicht ohne Probleme

2000 führten sie zu einem Wahldebakel, das vielen Amerikanern immer noch in den Knochen steckt: Bei der Präsidentschaftswahl verzögerte sich die Auszählung im alles entscheidenden Bundesstaat Florida um mehr als einen Monat. Eine Auswertung war mit den veralteten Wahlmaschinen nicht möglich.

Auch 2006 gab es Ärger mit den damals neuen Touchscreen-Wahlgeräten bei den Kongresswahlen: Mehrere Bundesstaaten meldeten Software- und Touchscreen-Fehler, Totalausfälle und Schwierigkeiten beim Bedienen.

Amerika geht wählen - die Bilder vom Wahltag

2008 verklagte der Staat Ohio den amerikanischen Wahlmaschinenhersteller Diebold (heute: „Premier Election Solutions“), weil dessen Wahlmaschinen nicht ordnungsgemäß funktionierten. Das Unternehmen räumte ein, dass die Software fehlerhaft sei und möglicherweise Wählerstimmen unterschlagen haben könnte.

Gerade vor dem Hintergrund von Donald Trumps Behauptungen, die Wahl könne manipuliert sein, kursieren Verschwörungstheorien. Diese machen Wahlmaschinen als erheblichen Schwachpunkt bei der Abstimmung aus. Demnach könnten Computer gehackt oder die Stimmauszählung nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden.

dpa

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