Premier: „Rücksichtsloser Schritt“

Türkei verlegt Panzer ins Grenzgebiet zum Irak

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Ein Panzer der irakischen Streitkräfte auf dem Weg nach Mossul.

Istanbul - Die türkischen Streitkräfte verlegen Panzer und Artilleriegeschütze in die Nähe der irakischen Grenze. Iraks Premierminister warnt vor einer Einmischung.

Eine Kolonne sei von der Hauptstadt Ankara aus auf dem Weg in die südosttürkische Stadt Silopi, die rund 30 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag unter Berufung auf Militärkreise.

Verteidigungsminister Fikri Isik sagte dazu laut Anadolu: „Die Türkei muss gegen jede Möglichkeit im Voraus Vorbereitungen treffen. Das ist ein Teil dieser Vorbereitungen.“ Im eigenen Land kämpfe die Türkei gegen den Terror, zugleich gebe es „wichtige Entwicklungen“ auf der irakischen Seite der Grenze.

Die Präsenz der Soldaten ist ein Streitpunkt zwischen dem Irak und der Türkei. Die Zentralregierung in Bagdad fordert deren Abzug, Ankara lehnt das ab.

Irakischer Premier fürchtet „rücksichtslosen Schritt“ der Türkei

Iraks Premierminister Haidar al-Abadi fürchtet angesichts der Verlegung einer türkischen Panzerkolonne an die irakische Grenze einen „rücksichtslosen Schritt“ der Türkei. Jede Einmischung der Türkei bleibe weiter verboten, sagte Abadi am Dienstag mit Blick auf die Großoffensive gegen die IS-Hochburg Mossul im Nordirak. Sollte das türkische Militär sich einmischen, würden die Truppen „als Feinde“ behandelt.

Vor rund zwei Wochen hatte die irakische Armee mit einer Großoffensive auf Mossul im Norden des Iraks begonnen, um die Stadt von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu befreien. An dem Vormarsch sind von der Türkei ausgebildete Peschmerga-Kämpfer und sunnitische Milizen beteiligt. In der irakischen Region Baschika in der Nähe von Mossul sind zudem türkische Soldaten stationiert. 

dpa

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