Er hat sich endgültig disqualifiziert

Kommentar zum TV-Duell: Trump am Abgrund

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Friedemann Diederichs.

Las Vegas - Donald Trump hatte beim letzten TV-Duell noch einmal die Chance, Wählerstimmen vor der US-Präsidentschaftswahl zurückzugewinnen. Das ging in die Hose. Ein Kommentar von Friedemann Diederichs. 

Dass es so gut wie keine langweiligen Momente in der dritten und letzten US-Präsidentschaftsdebatte geben würde, war schon vor den 90 Minuten von Las Vegas klar. Für Donald Trump war es die letzte Chance, zumindest von seinem Stil her staatsmännisch zu wirken und sich um eine sachliche Auseinandersetzung zu bemühen. 

Der nach den massiven Missbrauchs-Vorwürfen schwer angeschlagene und in den Umfragen zurückgefallene Republikaner agierte zwar etwas disziplinierter als in den ersten beiden Debatten. Doch dann begab er sich, ohnehin am Abgrund seiner politischen Kampagne stehend, auf absolutes Neuland - und erklärte dann, er könne noch nicht sagen, ob er das Resultat der Wahl akzeptieren werde. Allein mit dieser provozierenden Aussage dürfte er sich in den Augen vieler Wähler als Präsident endgültig disqualifiziert haben, weil er durchaus damit liebäugelt, den demokratischen Prozess völlig zu ignorieren und sich weiter wilden Verschwörungstheorien hinzugeben. Unruhen seiner Fans wären damit nach dem Wahltag nicht auszuschließen.

Gleichzeitig ließ Trump viele Chancen aus, eine durchaus angreifbare Hillary Clinton an ihren Schwachstellen punktgenau zu attackieren und die häufigen Ausweichmanöver der Demokratin deutlich zu machen. Clinton wirkte kühl, faktensicher, konzentriert und ließ sich nicht provozieren - auch nicht durch den bösartigen Zwischenruf Trumps, sie sei eine "schlimme Frau". Damit dürfte Trump noch mehr Kredit bei weiblichen Wählern verspielt haben, von denen sich viele durch seine nachweisbare Frauenfeindlichkeit und Macho-Manieren ohnehin abgestoßen fühlen. Die frühere First Lady hingehen gab sich erneut staatsmännisch - und gewann damit dieses Duell. Sie hat durch ihren Debattenauftritt ihren ohnehin guten Chancen weiter verbessert, die Schlüssel für das Weiße Haus zu erhalten. Trump hingegen sollte sich schnellstens mit dem Gedanken vertraut machen, dass seine oft plan- und disziplinlos wirkende Kampagne auch aufgrund seiner moralischen Defizite zum Scheitern verurteilt ist.

Alles, was Sie zur US-Wahl wissen müssen, können Sie hier nachlesen. Außerdem erklären wir Ihnen, warum in den USA immer an einem Dienstag gewählt wird.

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