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Kanzlerkandidatur: Die Kanzlerin und ein Berg von Problemen

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tz-Redakteurin Barbara Wimmer.

Berlin - Tritt sie noch einmal an? Bundeskanzlerin Angel Merkel lässt diese Frage derzeit noch offen. Warum die Kanzlerin sich nicht von ihrem Terminplan abbringen lassen sollte. Ein Kommentar von tz-Redakteurin Barbara Wimmer.  

Angela Merkels Gelassenheit und ihre demonstrative Zuversicht hat die Bürger vor einem Jahr beruhigt und zumindest einem Großteil der Deutschen das Gefühl gegeben, der enorme Flüchtlingszustrom sei zu bewältigen. Das ist sogar einigermaßen gelungen, und heuer wird „nur“ noch mit 200.000 bis höchstens 300.000 Neuankömmlingen gerechnet.

Doch vor allem die Silvesternacht in Köln und die ersten islamistischen Terroranschläge in Deutschland haben die Stimmung kippen und die rechtspopulistische AfD erstarken lassen. Die Zustimmungswerte der Kanzlerin sind im Sinkflug, auch bei Anhängern ihrer eigenen Partei. Will Merkel in dieser Situation die Christdemokraten wirklich bis zum Frühjahr im Unklaren darüber lassen, ob sie als Kandidatin für die Wahl ein halbes Jahr später zur Verfügung steht?

Entweder handelt es sich da um überflüssiges Taktieren, fast schon Kokettieren, weil ohnehin jeder annimmt, dass sie noch mal antritt. Oder es ist ein hochriskantes Spiel, in das Merkel ihre Partei schickt, sollte sie letztendlich, womöglich als wiedergewählte CDU-Vorsitzende, doch abwinken. Und das alles nur, weil sich CSU-Chef Seehofer erst im Frühjahr zu erklären gedenkt, ob er gemeinsam mit der Merkel-Partei in den Wahlkampf ziehen will.

Davon sollte sich eine Politikerin, die so eisern und auch beeindruckend an ihrer Überzeugung vom „Wir schaffen das“ festhält, nicht von ihrem Terminplan abbringen lassen. Dass separate Wahlkämpfe beiden C-Parteien schaden würden, weiß ja nicht nur Angela Merkel.

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