Ulrike Scharf

Sie ist Seehofers neue Hoffnungsträgerin

Ulrike Scharf.

München - Das Umweltressort in Bayern bekommt die 46-jährige Ulrike Scharf – eine bisher weitgehend unbekannte, in der Umweltpolitik nicht engagierte Politikerin, die quasi aus dem Nichts zu Seehofers neuer Hoffnungsträgerin wird.

Es war nicht leicht für Horst Seehofer, die Nachfolge für Christine Haderthauer zu regeln: Wegen des in der CSU wichtigen Regionalproporzes musste ein Oberbayer her – aber wegen des Willens, sich als modern und frauenfreundlich zu präsentieren, musste auch eine möglichst junge Frau berufen werden.

Der CSU-Chef hat nun beides unter einen Hut gebracht: Der bisherige Umweltminister Marcel Huber kehrt in die Staatskanzlei zurück und übernimmt den wichtigen Posten, den Haderthauer wegen ihrer Modellauto-Affäre räumen musste.

Das Umweltressort bekommt die 46-jährige Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf – eine bisher weitgehend unbekannte, in der Umweltpolitik nicht engagierte Politikerin, die quasi aus dem Nichts zu Seehofers neuer Hoffnungsträgerin wird.

Weil Scharf im Gegensatz zu Huber dem Kabinett bisher nicht angehört, muss ihrer Berufung der Landtag zustimmen. Das ist angesichts der absoluten Mehrheit der CSU eine Formsache.

Huber kennt das strategisch wichtige Amt in der Regierungszentrale: Der Oberbayer war im Jahr 2011 schon einmal ein gutes halbes Jahr lang Staatskanzleichef, bevor er von Seehofer dann zum Umweltminister berufen wurde. Er ist bereits der fünfte Staatskanzleichef binnen drei Jahren – nach Siegfried Schneider, Huber selbst, Thomas Kreuzer und Haderthauer.

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher findet, dass Seehofer die Chance zum Neustart verpasst habe. Freie Wähler und Grüne lobten die Entscheidung für Huber: Mit ihm könne man auf einen Stilwechsel in der Staatskanzlei hoffen, so Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. Die Berufung der umweltpolitisch völlig unbeleckten Ulrike Scharf zeige jedoch, „wie dünn die Personal­decke in der Seehofer-CSU inzwischen ist“, findet Hartmann.

Klaus Rimpel

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