Berater und Verbündete

Das Team hinter Trump: Wer bekommt jetzt welchen Posten?

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Donald Trump ist auf sein Team angewiesen.

München - Als politischer Quereinsteiger ist der designierte US-Präsident Donald Trump auf seine Mitarbeiter und Berater angewiesen. Wer ist Teil des Teams hinter dem Republikaner? Wir zeigen, wer Aussicht auf einen wichtigen Posten hat.

Donald Trump hat die Wahl auch deshalb gewonnen, weil er als Quereinsteiger gegen „die da“ in Washington wettern konnte. Selbst mit der Parteispitze seiner Republikaner hatte sich der Kandidat angelegt – als gewählter Präsident wird er nun mit dieser Washingtoner Elite zusammenarbeiten müssen. Außer­dem muss der unerfahrene Trump einen Kaltstart auf der weltpolitischen Bühne hinlegen. Selten war also das Team hinter dem Präsidenten so wichtig – die tz sagt, wer Aussicht auf einen wichtigen Posten hat:

Chris Christie

Chris Christie.

Eigentlich wollte der Gouverneur von New Jersey selbst Präsident werden – doch in den Vorwahlen warf er, dank akuter Chancenlosigkeit, schnell das Handtuch. Dann stellte sich Chris Christie (54) demonstrativ an die Seite Trumps, böse Zungen unterstellten ihm Speichelleckerei. Sein Lohn: Er leitet Trumps Team, das sich seit August auf die Übergabe der Amtsgeschäfte auf eine Regierung Trump vorbereitet. Allerdings ist Christie in die Schusslinie geraten, weil zwei seiner engsten Mitarbeiter wegen Betrugs verurteilt worden waren. Christie könnte dennoch Handelsminister werden.

Ivanka Trump

Ivanka Trump.

Trump ist es gewöhnt, ein Familienunternehmen zu führen – insofern wäre es nicht abwegig, seiner Tochter Ivanka (35) einen Platz am Kabinettstisch einzuräumen. Trump selbst hatte damit bereits im Wahlkampf gelieb­äugelt, als er nach weiblichen Kandidaten für einen Spitzenposten gefragt wurde. Ein Ministerposten für die Tochter gilt dennoch als eher unwahrscheinlich, obwohl Trump sehr viel von ihr hält. Welche andere Frau der künftige Präsident aus dem Hut zaubern könnte, dürfte indes eine der spannendsten Personalfragen sein.

Newt Gingrich

Newt Gingrich.

Eigentlich verkörpert Newt Gingrich (73) genau das, was Trump in seinem Wahlkampf leidenschaftlich bekämpft hat: die Washingtoner Polit-Elite. Er ist ein echter Politikveteran, war in den 90er-Jahren der knallharte Sprecher der Republikaner im Repräsentantenhaus und damals der schärfste Widersacher Bill Clintons. Der ultrarechte Republikaner hatte sich früh auf Trumps Seite geschlagen – anders als der Großteil der Partei-Elite. Er gilt als ähnlich impulsiv wie Trump – die beiden könnten als außenpolitisches Duo Infernale auftreten.

Mike Pence

Mike Pence (l.).

Seine Rolle ist klar – als „running mate“ wird Mike Pence (57) Trumps Vize-Präsident. Die spannende Frage: Wie wird Pence, bisher Gouverneur von Indiana, dieses Amt interpretieren? Kann der erfahrene Politiker den künftigen, politisch völlig unerfahrenen Präsidenten einbremsen und von Unbeherrschtheiten und Kurzschlussreaktionen abhalten? Wahrscheinlicher ist, dass Pence als Bindeglied zum ultrakonservativen und streng-religiösen Flügel der Partei dient: Pence bezeichnet sich als „Christ, Konservativer, Republikaner“ – in dieser Reihenfolge.

Rudy Giuliani

Rudy Giuliani.

Der 72-jährige Ex-Bürgermeister von New York war Trumps engster Verbündeter im Wahlkampf – seine Attacken auf Hillary Clinton waren noch schärfer als die des Kandidaten selbst. Trotz aller Skandale blieb Giuliani loyal – auch als sich der Großteil der Partei-Elite nach den Sexismus-Vorwürfen von Trump abwandte. Jetzt könnte Giuliani – dessen Motto in New York „zero tolerance“ (dt.: null Toleranz) lautete – als Justizminister ins Kabinett berufen werden. Damit würde er auch für die von Trump angekündigte Strafverfolgung gegen Clinton zuständig sein.

Reince Priebus

Reince Priebus.

Mehr Lob als Reince Priebus (44) bekam nach der Wahl nur Vize Pence. „Reince ist ein Superstar“, jubelte Trump. Der Superstar, den in Deutschland noch kaum jemand kennt, könnte als Stabschef an der wichtigsten Schaltstelle im Weißen Haus Platz nehmen. Als Chef des Republican National Committee hat Priebus für den reibungslosen Ablauf der Vorwahlen und der Wahlkämpfe der republikanischen Kandidaten sorgen müssen – eine Herkulesaufgabe mit dem unberechenbaren Trump im Feld. Doch Priebus ist einer der Wenigen, auf dessen Stimme Trump hört.

tz

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