Mit Polizeipräsident Andrä

Herrmann: Sicherheitswacht wird verdoppelt

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Polizeipräsident Hubertus Andrä und Innenminister Joachim Herrmann bei der Pressekonferenz in München.

München - Innenminister Joachim Herrmann und Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sprachen am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz zum Thema Sicherheitswacht und begrüßte drei neue Mitglieder in München. Hier gehts zum Video.

"Anpacken, wo andere nur gscheit daherreden", unter dem Motto steht die ehrenamtliche Aufgabe der Sicherheitswacht, erklärte der Polizeipräsident Hubertus Andrä in der Pressekonferenz. Er stellte die Sicherheitswacht in eine Reihe mit der freiwilligen Feuerwehr und dem technischen Hilfswerk. Zusammen würden sie ein umfassendes Sicherheitskonzept in Bayern bilden.

Die bayerische Sicherheitswacht soll nach Vorstellung von Herrmann auf 1500 Mitglieder anwachsen und komplett staatlich finanziert werden. „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens“, sagte der Politiker am Dienstag in München. „Bürger schützen Bürger. Dazu brauchen wir keine Bürgerwehr oder andere gspinnerte Ideen“, betonte Herrmann. Auch Polizeipräsident Andrä wehrte sich gegen Vergleiche mit "Blockwarten" oder ähnlich abwertende Bezeichnungen. Bei der Auswahl würden höchste Maßstäbe angesetzt. Die Bewerber müssten vertrauenswürdig, verlässlich und gesetzestreu sein.

Die Mitglieder der Sicherheitswacht sind keine Hilfspolizisten. Auch keine Bürgerwacht. Und schon gar keine Bürgerwehr. Sie sind normale Bürger, die mit ehrenamtlich für Sicherheit und Verständigung zu sorgen in der Stadt, in der sie leben: In den nächsten vier Jahren will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Frauen und Männer der Sicherheitswacht von derzeit rund 780 (davon 277 Frauen) auf 1500 Mitglieder in ganz Bayern erhöhen. Das erklärte Herrmann am Dienstag bei der Begrüßung von 13 neuen Sicherheitswacht-Mitarbeitern, die ab sofort auch in Schwabing, Neuhausen/ Nymphenburg und Ottobrunn patrouillieren werden.

780 Mitglieder der ehrenamtlichen Sicherheitswacht gehen derzeit in ihrer Freizeit in 129 bayerischen Städten und Gemeinden auf Streife. Ein guter Leumund, körperliche Fitness und Kommunikationsgabe sind Voraussetzungen, um mitzumachen. Es folgt eine 40 Einheiten umfassende Ausbildung bei der Polizei, bei der die Frauen und Männer eingewiesen werden in ihre Rechte und Pflichten, ein Kommunikationstraining auch für schwierige Situationen absolvieren und zudem lernen, wie man mit dem Funkgerät und dem Reizgasspray für den Notfall umgeht. Die Auswahl ist sehr streng. Von 60 Bewerbern wurden nur 13 übernommen.

Die Sicherheitswachtler bekommen als äußeres Erkennungszeichen das schwarze Poloshirt und die Jacke mit dem Abzeichen. Und dann gehen sie auf die Straße als Streifenpartner für die Polizei und Ansprechpartner für Bürger in sämtlichen Lebenslagen. Ärger mit Jugendlichen auf dem Spielplatz, Vandalismus, Ladendiebstähle, Randale, Anwohnerstreitigkeiten oder verdächtige Fahrzeuge – all das sind typische Einsätze, in denen die Sicherheitswacht vermitteln bzw. zum Funkgerät greifen wird. Bewaffnet sind die Männer und Frauen auf ihren Patrouillen nicht - sie dürfen allerdings bei Gefahr im Verzug Personalien feststellen, Platzverweise ausstellen und auch mutmaßliche Straftäter festhalten. Zudem informieren sie “bei verdächtigen Wahrnehmungen“ die Polizei über Funk, sagte Herrmann.

Bereits 2010 hatte die Staatsregierung eine Aufstockung der 1994 ins Leben gerufenen Sicherheitswacht auf 1000 Mitglieder angestrebt. Bayernweit nutzen bereits 129 Kommunen dieses Konzept, das bereits 1994 ins Leben gerufen wurde. Und eine kleine Entschädigung in Form eines Stundenlohnes von acht Euro gibt es auch. Wer mitmachen will: Unter www.polizei.bayern.de gibt es weitere Infos.

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