Wahl in Berlin 2016

Das ist das Grüne-Spitzenquartett um Ramona Pop

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Die Spitzenkandidaten der Grünen: Daniel Wesener, Ramona Pop, Bettina Jarsch und Antje Kapek (v.l.)

Berlin - Für die anstehende Berlin-Wahl treten vier Spitzenkandidaten für die Grüne an. Die bekannteste unter ihn: Ramona Pop. Wir stellen Ihnen alle Kandidaten und deren Themen hier in einem kurzen Überblick vor.

Die Grüne möchte in Berlin gleich vier Kandidaten in das Rennen um den Platz im Abgeordnetenhaus schicken. Zwei davon, Ramona Pop und Bettina Jarasch, stammen aus dem Grünen-Flügel der "Realos", während Daniel Wesener und Bettina Jarasch den linken Flügel der Partei vertreten. 

In unserem Live-Ticker erfahren Sie, wie die Wahl in Berlin ausgeht.

Grüne-Spitzenkandidatin für Berlin: Ramona Pop

Sie ist zwar die jüngste der vier antretenden Grünen-Kandidaten, trotzdem kann sie am meisten politische Erfahrung in Führungspositionen vorweisen. So wird sie in der Öffentlichkeit als oberste der Spitzenkandidaten und im Falle einer grünen Regierung auch als mögliche Kandidatin für einen Posten im Senat gehandelt. Sie tritt für die Grünen im Wahlkreis Mitte an - hier wurde sie bereits 2011 mit einem Direktmandat in das Abgeordnetenhaus gewählt.

Ramona Pop ist in Rumänien geboren und nach der Einwanderung der Familie nach Deutschland in Münster aufgewachsen. Schon früh wurde sie Mitglied der Grünen und erhielt bereits mit 24 Jahren einen Sitz im Abgeordnetenhaus in Berlin. Die Fraktionschefin der Grünen ist bei den Wählern besonders bekannt und besetzt für die Wahl in Berlin den ersten Listenplatz der Partei. Über ihren aktuellen Wahlkampf hält sie die Wähler aufihrer Internetseite stets auf dem Laufenden.

Grüne-Spitzenkandidat für Berlin: Daniel Wesener

Zusammen mit Bettina Jarasch besetzt Daniel Wesener aktuell den Posten als Landesvorsitzender der Berliner Grünen. Nach Berlin kam er mit 20 Jahren, um dort Kunstgeschichte zu studieren. Sein Studium brach er jedoch ab und ging stattdessen in die Politik: Acht Jahre lang arbeitete er für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Christian Ströbele. Nun tritt der 40-Jährige bei der Wahl am 18. September als Direktkandidat für den Bezirk Neukölln an.

Grüne-Spitzenkandidatin für Berlin: Bettina Jarasch

Bettina Jarasch (48) engagiert sich nicht nur als Landesvorsitzende für die Berliner Grünen, sondern setzt sich auch im Bundesvorstand insbesondere für Familien- und Religionspolitik ein. Ihr Wahlkampf ist dementsprechend von diesen Themen geprägt: Auf Wahlplakaten wirbt sie mit der Aussage "Dein Gott? Dein Sex? Dein Ding!". Ihrer Meinung nach soll Berlin weltoffen bleiben und jedem die Möglichkeit geben, so zu leben, wie er es möchte. Genauso vertritt sie die sogenannte Zeitpolitik der Grünen, die das Verhältnis von Arbeit, freier Zeit und Familie ausgeglichener und menschenfreundlicher gestalten möchte. Genaueres hierzu finden Sie auf der Internetseite der Grünen-Politikerin.

Grüne-Spitzenkandidatin für Berlin: Antje Kapek

Zusammen mit Ramona Pop ist sie Fraktionschefin der Berliner Grünen und tritt bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus nun als Spitzenkandidatin und Direktkandidatin der Grünen für den Wahlkreis Lichtenberg an. Sie selbst wurde in Berlin-Kreuzberg geboren und blieb auch für ihr Geographie-Studium in der Bundeshauptstadt. Sie setzt sich insbesondere für eine grüne Stadtentwicklung ein: Sie möchte neuen Wohnungsraum und eine starke Infrastruktur schaffen, dies jedoch auf grüne Grundsätze stützen. Weitere Informationen zu ihren aktuellen Projekten veröffentlicht Antje Kapek auf ihrer Internetseite.

Wahl in Berlin 2016: Das ist das Wahlprogramm der Grünen 

Wie auch die anderen Parteien in Berlin, machen die Grünen das Problem des knappen Wohnraums und der steigenden Mietpreise zu einem wichtigen Thema ihres Wahlkampfes. Sie fordern weiteren Neubau von Wohnungen: In ihrem Wahlprogramm plädieren sie dafür, dass nach der Einweihung des neuen Berliner Flughafens der alte "Berlin Tegel" abgeschafft wird. Der frei gewordene Platz soll anschließend für den Wohnungsbau genutzt werden. Gleichzeitig möchte die Grüne einkommensorientierte Mieten für Sozialwohnungen und die Zahl sogenannter Milieuschutzgebiete erhöhen. Damit sollen Mieter vor Luxussanierungen geschützt werden. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen soll im Sinne der Grünen stadtweit genehmigungspflichtig werden und Mietern auch hiermit eine bessere Absicherung bieten.

Im Bereich Bildung setzten es sich die Grünen zum Ziel, in den kommenden Jahren mehr als 20.000 weitere Kita-Plätze in Berlin zu schaffen. Außerdem möchten sie das Prinzip der Gemeinschaftsschulen durchsetzen sowie in Gymnasien das Sitzenbleiben abschaffen und alle Schüler zu einem Abschluss bringen. Die Grüne möchte in diesem Sinne mehr in die Sanierung von Schulen investieren und neue Bildungseinrichtung bauen. 

Dies sei auch ein wichtiger Aspekt im Bereich Integration: Flüchtlingskinder sollen so schnell wie möglich in Regelklassen untergebracht und Programme zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen gefördert werden. Eine Unterbringung der Flüchtlinge in Massenunterkünften lehnt die Grüne ab und möchte diesen stattdessen schneller Wohnungen vermitteln. Außerdem soll eine Einwanderungsbehörde geschaffen werden, die sich ab dem Tag der Ankunft um Flüchtlinge kümmert.

Alle Wahlkampfthemen und wissenswerten Details zur Berlin-Wahl finden Sie in diesem Artikel.

Die Grünen bei der Berlin-Wahl: Was sagen die aktuellen Umfragen?

Die aktuellen Umfragen prognostizieren ein erfreuliches Ergebnis für die Berliner Grünen: Einer Umfrage des Forsa Instituts vom 29.08.2016 zufolge käme die Grüne aktuell auf 19 Prozent und wäre demnach zweitstärkste Kraft nach der SPD. Momentan sieht es in Berlin nach einer rot-rot-grünen oder - falls die Wahlergebnisse für Grüne und SPD hoch genug sind - einer rot-grünen Koalition aus. Grüne und SPD scheinen in ihrem Wahlprogramm ausreichend Übereinstimmungen zu finden und könnten sich laut neuesten Aussagen ein Regierungsbündnis gut vorstellen. Hier veröffentlichen wir für Sie stetsdie aktuellste Umfrage aus Berlin.

aej

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