Alarmierende OECD-Studie

Zehntausende Jugendliche in Deutschland ohne Schulabschluss

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Fünftklässler an einem Gymnasium: Eine neue internationale Studie vergleicht Bildungssysteme. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv

Berlin - Die Parteien nehmen Bildung immer wichtiger - und für viele Eltern sind die Schule und die Chancen ihrer Kinder ein hochemotionales Thema. Doch vor etlichen Jugendlichen türmen sich riesige Hürden auf.

Zehntausende junge Menschen in Deutschland sind nach der Schule ohne echte Chance auf eine baldige Ausbildung und gute Jobs.

Allein 1,9 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hätten keine Berufsausbildung, sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Marlis Tepe der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Heute stellt die OECD in Berlin einen umfangreichen Bericht über das internationale Abschneiden Deutschlands in der Bildung vor. Erwartet werden auch aktuelle Daten zu jungen Menschen ohne qualifizierten Abschluss.

47 000 Jugendliche haben laut einer Studie der Caritas vom Juli im Jahr 2014 ihre Schule ohne Abschluss verlassen. Die Quote stieg demnach bundesweit leicht auf 5,7 Prozent. 

Bildungserfolg und soziale Herkunft hängen laut GEW in Deutschland so eng zusammen wie in kaum einem anderen Staat. "Bildung wird weiterhin vererbt", sagte Tepe. Um das zu ändern, bräuchten die Schulen mehr personelle und materielle Ressourcen. Es sei ein gesellschaftlicher Skandal, dass 270 000 junge Menschen im sogenannten Übergangssystem zwischen Schule und Beruf steckten. Tepe bezog sich auf den aktuellen Berufsbildungsbericht.

Die meisten Betroffenen blieben ohne echte Chance auf einen Ausbildungsplatz. Tepe sprach von einer "Bildungsmisere". Für Jugendliche ohne Lehrstelle müssten außer- und überbetriebliche Ausbildungsplätze bereitgestellt werden.

Die neue OECD-Studie vergleicht die absolvierten Abschlüsse in den einzelnen Ländern, die Investitionen in Bildung sowie die Organisation von Schulen. Die Ergebnisse präsentiert der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher, kommentiert werden sie von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

dpa

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