"Rassismus tief verankert"

Zentralrat der Muslime: Merkel nicht Schuld am Erfolg der AfD

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Aiman Mazyek ist Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland.

Berlin - Der Zentralrat der Muslime nimmt Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik in Schutz. Nicht diese habe der AfD Rückenwind beschert, sondern der Rassismus sei tief in der Gesellschaft verankert.

Die AfD ist im Aufwind, zuletzt wurde sie bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern zweitstärkste Kraft. Viele sehen die Ursache in der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Mit Angela Merkels Festhalten am "Wir schaffen das" würde sie die Wähler in die Arme der "Alternative für Deutschland" treiben.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland nimmt die Kanzlerin in Schutz. Das Erstarken der AfD sei nicht auf Merkels Flüchtlingspolitik zurückzuführen, sagte deren Vorsitzender Aiman Mazyek. „Wer allein die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin für den AfD-Wahlerfolg verantwortlich macht, verkennt die tiefe Verankerung von rassistischen Ressentiments in unserer Gesellschaft“, sagte Mazyek gegenüber der  „Welt“.

Schon seit dem 11. September würden Extremismus und der Islam von vielen in einen Topf geworfen, so Mazyek. Diese Stimmung würde die AfD geschickt in Wahlerfolg ummünzen. Das Parteiprogramm der AfD würde Muslime zu "Menschen zweiter Klasse" machen. Das sei ein Bruch mit dem deutschen Grundgesetz. 

"Wähler werden eines Tages aufwachen"

Dass die "Alternative für Deutschland" mittlerweile in neun Landtagen vertreten ist, mache ihm Angst. sagte Mazyek. Doch er glaubt nicht daran, dass die Partei in der Zukunft einmal in der Regierung vertreten sei. Die AfD habe kein Programm, außer gegen alles zu sein.  "Eines Tages werden die Wähler hoffentlich aufwachen und diese Scheinlösungen demaskieren“, so der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime.

Im Mai 2016 hatte sich die AfD-Vorsitzende Frauke Petry mit dem Zentralrat der Muslimezu einem Gespräch getroffen, das jedoch vorzeitig beendet wurde. 

Angriffe auf Moscheen vervielfacht

Der Zentralrat der Muslime beklagt allgemein eine zunehmende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Auch die "körperlichen und verbalen Angriffe" gegen Muslime auf den Straßen nähmen "in nie gekanntem Maße zu", sagte Mazyek. Die Angriffe auf Moschee-Gemeinden hätten sich von 2014 bis 2015 vervielfacht. Dasselbe gelte für Hassdelikte im Internet.

dpa/smu

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