Geschichte in Marmor

Eine Reise zu Gräbern von US-Präsidenten

Pompöse Gruft im Riverside Park in Manhattan: Das Mausoleum von Ulysses S. Grant ist die einzige Grabstätte eines US-Präsidenten im Stadtgebiet von New York City. Foto: National Park Service
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Pompöse Gruft im Riverside Park in Manhattan: Das Mausoleum von Ulysses S. Grant ist die einzige Grabstätte eines US-Präsidenten im Stadtgebiet von New York City. Foto: National Park Service
Die Gruft des ersten Präsidenten: George Washington wurde auf seiner Plantage in Virginia beigesetzt. Foto: George Washington&#39s Mount Vernon
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Die Gruft des ersten Präsidenten: George Washington wurde auf seiner Plantage in Virginia beigesetzt. Foto: George Washington's Mount Vernon
Wallfahrtsstätte auf dem Nationalfriedhof Arlington: Am Grab von John F. Kennedy brennt seit 1963 eine Flamme. Foto: Arlington National Cemetery
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Wallfahrtsstätte auf dem Nationalfriedhof Arlington: Am Grab von John F. Kennedy brennt seit 1963 eine Flamme. Foto: Arlington National Cemetery
Vielschichtige Persönlichkeit: Thomas Jefferson, begraben in Monticello/Virginia, war dritter Präsident der USA, Verfasser der Unabhängigkeitserklärung und Sklavenhalter. Foto: Thomas Jefferson Foundation at Monticello
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Vielschichtige Persönlichkeit: Thomas Jefferson, begraben in Monticello/Virginia, war dritter Präsident der USA, Verfasser der Unabhängigkeitserklärung und Sklavenhalter. Foto: Thomas Jefferson Foundation at Monticello
Zwei Präsidenten in einer Gruft: In Quincy bei Boston haben John Adams (Grab im Vordergrund) und John Quincy Adams ihre letzte Ruhestätte gefunden. Foto: Bob Bosworth
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Zwei Präsidenten in einer Gruft: In Quincy bei Boston haben John Adams (Grab im Vordergrund) und John Quincy Adams ihre letzte Ruhestätte gefunden. Foto: Bob Bosworth
Erst war er Präsident, später Oberster Richter der USA: William H. Taft ist auf dem Nationalfriedhof Arlington vor den Toren der Hauptstadt Washington begraben worden. Foto: Rachel Larue
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Erst war er Präsident, später Oberster Richter der USA: William H. Taft ist auf dem Nationalfriedhof Arlington vor den Toren der Hauptstadt Washington begraben worden. Foto: Rachel Larue
Pompöse Erinnerung an einen nicht so großen Präsidenten: Ein gewaltiger Engel schmückt das Grab von Chester A. Arthur in einem Vorort von Albany im US-Bundesstaat New York. Foto: Chris Melzer
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Pompöse Erinnerung an einen nicht so großen Präsidenten: Ein gewaltiger Engel schmückt das Grab von Chester A. Arthur in einem Vorort von Albany im US-Bundesstaat New York. Foto: Chris Melzer
Keiner war länger als US-Präsident im Amt als er: In Hyde Park nördlich von New York erinnert auch diese Büste an Franklin Delano Roosevelt. Foto: Chris Melzer
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Keiner war länger als US-Präsident im Amt als er: In Hyde Park nördlich von New York erinnert auch diese Büste an Franklin Delano Roosevelt. Foto: Chris Melzer

Gräber werden in den USA in der Regel nicht nach einigen Jahrzehnten wieder aufgelöst. Deshalb sind Friedhöfe wie Geschichtsbücher - erst recht, wenn es sich um die Gräber der US-Präsidenten handelt. In ihrer Vielfalt erzählen sie auch einiges über das heutige Amerika.

Boston (dpa/tmn) - Erst vor 240 Jahren gegründet, sind die USA ein verhältnismäßig junges Land. Aber die Geschichte Amerikas hat Europa und oft die ganze Welt beeinflusst. Entscheidende Akteure waren meist die Präsidenten.

Unter ihren waren arme Schlucker und Millionäre, Genies und Dummköpfe, Trunkenbolde und selbstlose Diener ihres Landes. Ein Besuch an ihren Gräbern sagt viel aus über ihre jeweilige Zeit - und über die USA von heute, die gerade damit befasst sind, über den nächsten Commander-in-Chief zu entscheiden.

Von den bisher 44 Präsidenten wurden nur 8 westlich des Mississippi geboren. Auch aus diesem Grund lohnt es, sich auf der Suche nach Präsidentengräbern auf die Ostküste zu konzentrieren. Ein guter Start ist Boston, wo ohnehin sehr viel amerikanische Geschichte begann.

Im Vorort Quincy sind gleich zwei Präsidenten bestattet. John Adams war der erste Zweite und der zweite Erste: Zunächst Vizepräsident unter George Washington (1789-1797), dann dessen Nachfolger als zweiter Präsident der USA (1797-1801). Adams' Sohn John Quincy Adams, der ebenfalls in Quincy beigesetzt ist, wurde später der sechste Präsident der USA (1825-1829). Einmal im Jahr versammele sich hier die Familie Adams, erzählt Ned Pride von der kleinen Kirchengemeinde in Quincy. "Das ist dann hier wie eine Seite aus dem Geschichtsbuch."

Wer die Reise in New York fortsetzt, findet in der Stadt nur einen Präsidenten bestattet: Der vorherige Bürgerkriegsgeneral Ulysses S. Grant starb 1885 und wurde auf Wunsch seiner Frau in Harlem beigesetzt - damals ein nobler Vorort New Yorks. Sein Grabmal ist eine kleine Kopie von Napoleons Grab in Paris. Außerhalb der Stadt liegen dagegen zwei Präsidenten begraben, und beide hießen Roosevelt.

Direkt am Atlantik ruht Theodore Roosevelt(1901-1909) - mit 42 Jahren der jüngste Präsident, den die USA je hatten. Er starb 1919 nur zwei Monate nach seinem 60. Geburtstag. Sein bescheidenes Grab fällt in Oyster Bay auf Long Island kaum auf. Eingraviert ist ein Zitat: "Behalte die Sterne im Blick und die Füße auf dem Boden." Franklin D. Roosevelt war der einzige Präsident, der sich mehr als zwei Mal wählen ließ. Er starb 1945 kurz nach Beginn seiner vierten Amtszeit und wurde in Hyde Park nördlich New Yorks begraben. Es ist ein stiller, luxuriöser Ort, der zeigt, wie wenig der zuweilen als Sozialist bezeichnete Roosevelt mit einfachen Leuten zu tun hatte.

Reist man weiter gen Süden, kommt man durch Pennsylvania. Dort gibt es nur ein Präsidentengrab: auf dem Friedhof in Lancaster, westlich von Philadelphia, das von James Buchanan (1857-1861). Den Vorgänger Abraham Lincolns halten Historiker für einen der schlechtesten Präsidenten der US-Geschichte, der oft betrunken war, während das Land zerbrach. Etwas weiter südlich in der Hauptstadt Washington ist ebenfalls nur ein Präsident beigesetzt: Woodrow Wilson (1913-1921). Er liegt in der National Cathedral, die auf den ersten Blick wie ein gotischer Dom aussieht, deren Bau aber erst 1990 endete.

Zwei weitere US-Präsidenten liegen auf dem Nationalfriedhof Arlington bei Washington. Der eine ist Wilsons Vorgänger Howard Taft, der mit 160 Kilogramm schwerste Präsident, der angeblich zweimal in der Badewanne des Weißen Hauses steckenblieb, bevor eine runde angeschafft wurde. Der zweite ist ein Popstar: John F. Kennedy, erschossen 1963 in Dallas. An der ewigen Flamme, die auf dem Grab seit 53 Jahren brennt, liegen jeden Tag frische Blumen. Neben ihm ruht seine Frau Jacqueline. Fast immer kniet am Grab jemand im Gebet.

Von den 44 US-Präsidenten kamen 8 aus Virginia, darunter auch der allererste: George Washington (1789-1797) besaß eine Plantage, heute nur ein paar Autominuten von der nach ihm benannten Stadt entfernt. Auf Mount Vernon kann man Washingtons Herrenhaus besichtigen. Erst seit ein paar Jahrzehnten werden auch die Sklavenunterkünfte gezeigt. Sie liegen in einigem Abstand zur Gruft des ersten Präsidenten. Das gilt auch für den Familienfriedhof, auf dem James Madison (1809-1817) in Virginia ruht. Der mit 1,63 Meter kleinste aller US-Präsidenten gilt als Vater der US-Verfassung. Er war der vierte im Amt, seine Plantage Montpelier ist heute ein Museum und geöffnet für Besucher.

Das gilt auch für Monticello vor den Toren von Fredericksburg in Virginia. Die Plantage gehörte Thomas Jefferson (1801-1809), einer ambivalenten Figur. Er pries die Freiheit als höchstes Gut, besaß aber Sklaven. Er schrieb Bücher über gutes Wirtschaften, war aber hoch verschuldet. Auf Monticello kann man heute noch einige seiner brillanten Erfindungen sehen - und natürlich sein Grab.

Kirche mit Gruft von John und John Quincy Adams

Wohnhaus und Grab von Theodore Roosevelt

Anwesen und Grab von Franklin Roosevelt

Nationalparkservice zur National Cathedral und Woodrow Wilson

Soldatenfriedhof in Arlington zu Kennedys Grab

George Washingtons Grab und Anwesen in Mount Vernon

James Madisons Anwesen und Grab in Montpelier

Thomas Jeffersons Anwesen und Grab in Monticello

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