Leben wie die Pioniere: Im kanadischen Fort St. James

Im Fort St. James können Besucher sich fühlen wie zur Zeit der Pioniere. Reisen durch Nordamerika waren damals noch ein großes Abenteuer. Foto: Jörg Michel
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Im Fort St. James können Besucher sich fühlen wie zur Zeit der Pioniere. Reisen durch Nordamerika waren damals noch ein großes Abenteuer. Foto: Jörg Michel
Leon Erickson vom Stamm der Carrier-Ureinwohner paddelt über den Tezzeron Lake. Auch in der Natur rund um Fort St. James gibt es viel zu entdecken. Foto: Jörg Michel
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Leon Erickson vom Stamm der Carrier-Ureinwohner paddelt über den Tezzeron Lake. Auch in der Natur rund um Fort St. James gibt es viel zu entdecken. Foto: Jörg Michel
Tägliches Ritual: Die beiden Mägde Nicole Robert (l) und Kylene Hansen (r) hissen die historische Flagge der Hudson&#39s Bay Company. Foto: Jörg Michel
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Tägliches Ritual: Die beiden Mägde Nicole Robert (l) und Kylene Hansen (r) hissen die historische Flagge der Hudson's Bay Company. Foto: Jörg Michel
Der Trapper Barry Huhn steht vor dem Laden von Fort St. James und zeigt einen gepressten Biberpelz. Über 120 Jahre nach der Blütezeit des Forts können Besucher hier die Epoche der Fallensteller und Pelzhändler authentisch nacherleben. Foto: Jörg Michel
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Der Trapper Barry Huhn steht vor dem Laden von Fort St. James und zeigt einen gepressten Biberpelz. Über 120 Jahre nach der Blütezeit des Forts können Besucher hier die Epoche der Fallensteller und Pelzhändler authentisch nacherleben. Foto: Jörg Michel
Im Lagerhaus von Fort St. James stapeln sich hunderte Felle und Biberpelze. Tatsächlich war das Fort lange Zeit ein Zentrum des Pelzhandels. Foto: Jörg Michel
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Im Lagerhaus von Fort St. James stapeln sich hunderte Felle und Biberpelze. Tatsächlich war das Fort lange Zeit ein Zentrum des Pelzhandels. Foto: Jörg Michel
Der Nyan Wheti Trail schlängelt sich durch die Mischwälder rund um Fort St. James. Foto: Jörg Michel
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Der Nyan Wheti Trail schlängelt sich durch die Mischwälder rund um Fort St. James. Foto: Jörg Michel
Eine Magd macht das Bett im Murrary House von Fort St. James. Auch Besucher können dort übernachten. Foto: Jörg Michel
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Eine Magd macht das Bett im Murrary House von Fort St. James. Auch Besucher können dort übernachten. Foto: Jörg Michel

Im kanadischen Fort St. James können Besucher den Spuren der frühen Trapper und Pelzhändler folgen - und sogar in einem historischen Fort der Hudson's Bay Company übernachten.

Fort St. James (dpa/tmn) - Jeden Morgen um kurz vor 9.00 Uhr hat Nicole Robert eine wichtige Aufgabe: Die junge Frau schließt ihre Holzhütte auf, schnappt sich eine Flagge und schreitet über einen hölzernen Bohlenweg zu einem Mast am Ufer des Stewart Lake.

"Es ist ein erhabener Moment", sagt die Magd und zieht das rote Tuch mit dem Union-Jack und den Buchstaben "H.B.C." nach oben.

Es ist das Jahr 1896. Dienstbeginn bei der Hudson's Bay Company in Fort St. James, einem Zentrum des Pelzhandels in Nordamerika. Nach dem Hissen der Flagge gehen die Mägde ins Lagerhaus, um dort Felle zu sortieren. Die Trapper am See laden gepresste Pelzballen in ihre Kanus. Die Händler legen im Laden Waren aus und hoffen auf einen guten Preis.

Gespielt werden die Szenen von Frauen und Männern in Kostümen: Robert trägt ein Kopftuch, ein blau-kariertes Hemd und einen langen, weißen Leinenrock. Die Trapper haben sich Filzhosen und Hosenträger übergestreift. Nur ihre modernen Sonnenbrillen und Joggingschuhe wollen nicht so ganz zum historischen Outfit passen.

Die meisten Besucher, die an diesem Sommertag nach Fort St. James gekommen sind, dürfte das kaum stören. Über 120 Jahre nach der Blütezeit des Forts können sie in dem von Gattern umzäunten Ensemble im Nordwesten der Provinz British Columbia die Epoche der Fallensteller und Pelzhändler authentisch nacherleben.

Betrieben wird das zum Freilichtmuseum umgewandelte Fort von der kanadischen Nationalparkbehörde. Die Hudson's Bay Company hatte einst den Pelzhandel auf weiten Teilen des Kontinents kontrolliert.

Viele Darsteller gehören den Carrier-Ureinwohnern an, die in der gleichnamigen Siedlung Fort St. James rund um das Fort leben. Auch Nicole Robert ist eine Carrier, übersetzt "die Träger". "Der Name kommt von dem Brauch, dass unsere Witwen die Überreste ihrer eingeäscherten Männer einst so lange mit sich trugen, bis sie sich ein Begräbnis leisten konnten", erklärt sie.

Auch in der alten Zeit spielten die Carrier in dem Fort eine entscheidende Rolle. Roberts Vorfahren brachten die Pelze einst aus dem weiten Hinterland zu dem Handelsposten und tauschten sie dort gegen Münzen, Ausrüstung oder frischen Proviant ein. Im Frühjahr wurde die wertvolle Fracht dann zu Fuß, per Kanu oder auf Packpferden an die Küste gebracht und von dort ins ferne Europa verschifft.

Im Fort ist mittlerweile die Dämmerung angebrochen. Robert und die anderen Mägde haben die Hudson-Bay-Fahne eingeholt und die Felle verstaut. Nur im Murray House, einem mächtigen Blockhaus im Zentrum der Anlage, flackert noch Licht. In dem Haus aus dem Jahre 1883 lebte einst der wohlhabende Verwalter des Forts mit seiner Familie.

Heute können Urlauber wie einst die ersten Siedler im Gästezimmer des Murray House übernachten. Geschlafen wird in einem Bett mit Strohmatratze, fein bestickter Leinenwäsche und originalen Wolldecken der Hudson's Bay Company. Fließend Wasser gibt es nicht.

Ganz auf die Annehmlichkeiten der Moderne müssen die Pioniere von heute trotzdem nicht verzichten. In einem Nebengebäude gibt es eine Toilette und eine einfache Dusche.

In der Nacht ist es im Fort totenstill, nur manchmal hört man das Plätschern des Sees, das Flattern der Vögel oder das Zirpen der Grillen. Am frühen Morgen kräht der Hahn, ein wenig später servieren die Mägde das Frühstück. Danach wird in Fort St. James wieder die Fahne gehisst.

Fort St. James National Historic Site

Tourismusseite von British Columbia

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Anreise: Lufthansa und im Sommer auch Condor fliegen direkt nach Vancouver, Air Canada bedient die Route nach Calgary. Von Vancouver oder Calgary sind es etwa zehn Stunden Autofahrt bis Fort St. James.

Reisezeit: Das historische Fort und das angeschlossene kleine Museum haben im Sommer von Anfang Juni bis Ende September geöffnet.

Fort: Die Öffnungszeiten sind von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, Ruhetage sind Mittwoch und Donnerstag. Der Eintritt beträgt 7,80 Dollar (rund 6,80 Euro) für Erwachsene und 3,90 Dollar (3,40 Euro) für Kinder.

Übernachtung: Das Bed & Breakfast im Murray House kostet 100 Dollar pro Person und Nacht, mit Abendessen und Frühstück. Reservierungen sollten frühzeitig erfolgen (Tel.: 001/250/9967191, E-Mail: stjames@pc.gc.ca). Rund um das Fort gibt es Campingplätze. Besonders schön ist der im Cottonwood Park direkt am Ufer des Stewart Lake.

Informationen: MSi Marketing Services International, Frankfurter Straße 175, 63263 Neu-Isenburg (Tel.: 06102/88479150, E-Mail: info@msi-germany.de).

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