Gang ins Reisebüro lohnt sich wieder

So buchen Sie 2016 das günstigste Hotel

Sonne, strand, meer
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Die Reise in die Sonne könnte künftig günstiger werden.

München - 2016 könnte Ihr Urlaub billiger werden, denn es gibt wichtige Änderungen bei der Hotelsuche im Internet.

Das Bundeskartellamt hat dem weltgrößten Hotelportal booking.com untersagt, in Deutschland seine so genannten Bestpreisregeln anzubieten. Das Verbot gilt ab Ende Januar, wurde von booking.com aber bereits jetzt umgesetzt. Der Konzern geht gerichtlich gegen das Urteil vor, die Revision beim Oberlandesgericht Düsseldorf gilt aber als chancenlos. Konkurrent HRS darf die Bestpreisregeln schon seit letztem Jahr nicht mehr einsetzen, Expedia dürfte demnächst das gleiche Urteil erwarten. Die wichtigsten Fragen.

Was sind Bestpreisregeln?

Wenn ein Hotel zum Beispiel auf booking.com erscheinen will, musste es dort bisher exklusiv die günstigsten Preise, die beste Zimmerverfügbarkeit sowie die besten Buchungs- und Stornobestimmungen anbieten. Ein Hotelier, der ein Zimmer für 100 Euro pro Nacht bei booking.com listet, durfte es weder auf seiner eigenen Website noch in anderen Suchmaschinen für 90 Euro anbieten.

Warum wurden die Regeln nun gekippt?

Kartellamts-Chef Andreas Mundt erklärt das Urteil: „Durch die Bestpreisregeln werden niedrigere Preise zu Lasten des Verbrauchers schlicht unterbunden.“

Was bedeutet das für mich als Gast?

Hotelzimmer könnten wieder günstiger werden. Derzeit kassieren die Hotelportale durchschnittlich 15 bis 20 Prozent vom Zimmerpreis für die Vermittlung. Das sind Kosten, die schlussendlich auf die Preise aufgeschlagen werden.

Wie kam es zum Urteil?

Kartellamts-Chef Mundt hat laut Süddeutscher Zeitung das Verfahren höchstpersönlich ins Rollen gebracht. Er wollte seinen Urlaub am Chiemsee kurzfristig verlängern. Doch obwohl das Hotel halb leer war, wäre die Verlängerung teurer gewesen als die ursprüngliche Buchung übers Internet. Begründung des Hoteliers: Seinen günstigsten Preis darf er dem Gast nicht vor Ort anbieten, sondern nur über HRS.

Wo finde ich das billigste Hotel?

Sie haben nicht mehr die Garantie, dass Sie auf HRS, booking.com oder Expedia tatsächlich das beste Angebot finden. Damit lohnt es sich wieder, direkt auf der Website eines Hotels nachzuschauen – oder dort anzurufen, eine Anfrage zu mailen, und zu verhandeln. Die Hoteliers starten hierfür eine Werbekampagne mit dem Logo Direkt buchen. Auch der Wettbewerb zwischen den Hotelportalen wird sich verschärfen, Vergleichen lohnt sich.

Was planen HRS & Co.?

Als neuer Trick ist eine Geld-zurück-Garantie im Kommen. Sie bedeutet: Wenn Sie ein exakt identisches Zimmer anderswo günstiger finden, bekommen Sie die Differenz erstattet. Für Kunden ist das aufgrund der verschiedensten Angebote und Arrangements aber viel schwerer zu vergleichen als bei einem Smartphone oder einem Fernseher.

Lohnt sich der Gang ins Reisebüro wieder?

Das gute alte Reisebüro ist eine sinnvolle Alternative. Warentest hat herausgefunden, dass die Preise dort allemal mit dem Internet mithalten können, und dass Sie dank persönlicher Beratung am Ende oft sogar sparen. Zudem drohen keine Mehrkosten aufgrund fragwürdiger Klauseln wie Reiseversicherungen, die Sie im Internet versehentlich mitbuchen.

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