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Droht die Sommer-Welle? In welchen Urlaubsländern die Corona-Zahlen wieder steigen

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Von: Franziska Kaindl

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In vielen Ländern wurde ein Großteil der Corona-Maßnahmen abgeschafft – sehr zur Freude der Sommerurlauber. Tatsächlich steigt in manchen Regionen die Inzidenz aber wieder.

In diesem Jahr scheint ein normaler Sommerurlaub wieder zum Greifen nah: Zahlreiche europäische Reisedestinationen haben die Anmeldepflicht und 3G-Nachweise zur Einreise abgeschafft, selbst die Maskenpflicht ist vielerorts Geschichte. Die Corona-Pandemie nimmt in den Gedanken der Menschen weitestgehend an Bedeutung ab – doch ganz vorbei ist es noch nicht. Das zeigen steigende Corona-Fallzahlen, die aktuell vorrangig durch die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 ausgelöst werden.

Urlaub in Portugal: Corona-Inzidenz steigt wieder an

In Portugal steigen die Inzidenzen trotz einer hohen Impfquote von knapp 87 Prozent wieder an – kürzlich erreichte sie einen Wert von 1.605,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern (Stand: 8. Juni). Damit ist es laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Land mit der aktuell höchsten Inzidenz in Europa. Die neue Omikron-Untervariante soll bereits bei 80 Prozent der Neuinfektionen nachgewiesen worden sein, wie die Tagesschau berichtet. Nach aktuellen Erkenntnisse wurden bei den meisten Infizierten jedoch keine schweren Krankheitsverläufe festgestellt.

Was die Einreise betrifft, so gelten in Portugal noch etwas strengere Regeln als in anderen europäischen Ländern. Flugreisende ab 12 Jahren müssen ein digitales Covid-Zertifikat der EU vorlegen, das eine vollständige Impfung, Genesung oder Testung nachweist. Die Gültigkeit des EU-Covid-Zertifikats wurde zuletzt auf Ende Juni 2023 verlängert. Falls Ihr Zertifikat in der Corona-Warn-App bald abläuft, können Sie mit einem Update den Gültigkeitszeitraum verlängern, wie die Fuldaer Zeitung informiert.

Wer das Zertifikat generell nicht vorlegen kann, muss entweder einen negativen PCR-Test, der maximal 72 Stunden zurückliegt, oder einen negativen Antigen-Schnelltest, der maximal 48 Stunden zurückliegt, vorweisen. Für die Azoren gelten etwas abweichende Regeln. Bei der Einreise nach Portugal über den Landweg müssen Reisende keine Regeln beachten. Im Land selbst gilt dann nur noch für den Zutritt zum öffentlichen Nahverkehr, Taxis und Gesundheitseinrichtungen eine Maskenpflicht. Zutrittsbeschränkungen gibt es keine.

Fußgänger sind in der Rua Augusta in Lissabon unterwegs.
In Portugal steigen die Inzidenzen wieder an. © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Nach Corona-Lockerungen: Österreich mit steigender Inzidenz

Österreich hat während der Corona-Pandemie unter anderem die strengsten Corona-Maßnahmen eingeführt – sogar eine Impfpflicht wurde im Februar 2022 beschlossen. Seither hat das Land einen Wandel durchgemacht und fast alle Auflagen aufgehoben, die Impfpflicht wurde ausgesetzt. Bei der Einreise muss kein 3G-Nachweis mehr vorgelegt werden und auch das Einreiseformular ist entfallen. Während des Aufenthalts gilt eine Maskenpflicht nur noch in Gesundheitseinrichtungen und im öffentlichen Verkehr in Wien. Zutrittsbeschränkungen für öffentliche, geschlossene Räume sind entfallen.

Dabei steigen die Fallzahlen in Österreich seit Kurzem wieder an: Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) meldete zuletzt eine Inzidenz von 287,2 (Stand: 12. Juni), nachdem der Wert Ende Mai noch bei 171 gelegen hatte. „Es ist davon auszugehen, dass wir jetzt wieder in eine Phase mit höherer Inzidenz gehen“, sagte Komplexitätsforscher Peter Klimek laut oe24.at. Hintergrund für die steigenden Fallzahlen könnten demnach eine „abnehmende Immunität“ innerhalb der Bevölkerung, aufgehobene Schutzmaßnahmen sowie die steigende Verbreitung des Omikron-Subtyps BA.5 in Österreich sein.

Urlaub in Deutschland: Omikron-Subtypen könnten bald überwiegen

Viele Deutsche wollen in diesem Jahr wieder im eigenen Land Urlaub machen. Zu den Top-Reisezielen gehören Ostsee und Nordsee, doch das 9-Euro-Ticket macht auch den Besuch anderer Regionen attraktiver. Deutschland ist im europäischen Vergleich aber eines der Länder mit den höchsten Inzidenzen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zuletzt eine Inzidenz von 331,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern verzeichnet, die Zahl der Neuinfektionen steigt seit Anfang Juni wieder an. Laut dem letzten Wochenbericht machen die Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 das größte Wachstum aus. Die Experten prognostizieren daher, dass die Subtypen in wenigen Wochen die Mehrzahl der Neuinfektionen ausmachen dürften. Zwar würden im Sommer „saisonale Effekte“ dafür sorgen, dass die Übertragungen sinken – diese könnten die Verbreitung der neuen Untervarianten aber nicht kompensieren, wenn Verhaltensregeln vernachlässigt werden. (fk)

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