Wandkunst statt Wildtiere

Street-Art-Safari durch das südafrikanische Durban

Überall in Durban lassen sich interessante Street-Art-Werke entdecken - man muss aber ein bisschen suchen oder einen guten Guide haben. Foto: Philipp Laage
1 von 9
Überall in Durban lassen sich interessante Street-Art-Werke entdecken - man muss aber ein bisschen suchen oder einen guten Guide haben. Foto: Philipp Laage
Ein Wandbild in River Town zeigt den verstorbenen Grafitti-Künstler Delon "4GIVN" Moody. Foto: Philipp Laage
2 von 9
Ein Wandbild in River Town zeigt den verstorbenen Grafitti-Künstler Delon "4GIVN" Moody. Foto: Philipp Laage
Iain Robinson zeigt das Nashorn-Wandbild eines verstorbenen Künstlers - die Botschaft: Diese Tiere sind bald ausgestorben. Foto: Philipp Laage
3 von 9
Iain Robinson zeigt das Nashorn-Wandbild eines verstorbenen Künstlers - die Botschaft: Diese Tiere sind bald ausgestorben. Foto: Philipp Laage
Wer in der Nachbarschaft River Town auf Entdeckungstour geht, findet manchmal kuriose Kunstwerke - zum Beispiel ein kitschiges Comic-Einhorn. Foto: Philipp Laage
4 von 9
Wer in der Nachbarschaft River Town auf Entdeckungstour geht, findet manchmal kuriose Kunstwerke - zum Beispiel ein kitschiges Comic-Einhorn. Foto: Philipp Laage
Manche Straßenkunstwerke in Durban wirken unscheinbar, rau - nicht unbedingt schön in dem Sinne. Für Street Art muss man seinen Blick schärfen. Foto: Philipp Laage
5 von 9
Manche Straßenkunstwerke in Durban wirken unscheinbar, rau - nicht unbedingt schön in dem Sinne. Für Street Art muss man seinen Blick schärfen. Foto: Philipp Laage
Street Art fügt sich in den öffentlichen Raum ein - das ist ein anderes Erlebnis, als Kunst in einer Galerie zu anzuschauen. Foto: Philipp Laage
6 von 9
Street Art fügt sich in den öffentlichen Raum ein - das ist ein anderes Erlebnis, als Kunst in einer Galerie zu anzuschauen. Foto: Philipp Laage
In der Galerie Art Space arbeiten junge Künstler an ihren Projekten - den Ort gibt es schon fast zehn Jahre. Foto: Philipp Laage
7 von 9
In der Galerie Art Space arbeiten junge Künstler an ihren Projekten - den Ort gibt es schon fast zehn Jahre. Foto: Philipp Laage
Die Galerie Art Space war die erste in Durban, die Street-Art-Werke ausgestellt hat. Foto: Philipp Laage
8 von 9
Die Galerie Art Space war die erste in Durban, die Street-Art-Werke ausgestellt hat. Foto: Philipp Laage

Durban ist für deutsche Urlauber ein eher unbekanntes Reiseziel. Das "Miami Südafrikas" wirkt etwas in die Jahre gekommen. Street Art und Lifestyle sollen die Stadt zu einer echten Trendmetropole machen. Der Anfang ist zwar getan - doch der Weg ist noch weit.

Durban (dpa/tmn) - Iain Robinson hat eine Abneigung gegen klinisch saubere Ausstellungsräume. "Eine Galerie ist wie ein Zoo", sagt der 34-Jährige. Die Beziehung zwischen Werk und Betrachter sei vorgegeben. Robinson interessiert sich mehr für Kunst im öffentlichen Raum, er macht Street Art, Graffiti.

Robinson nimmt auch Touristen mit auf eine "Art Safari" durch Durban - eine etwas andere Möglichkeit, die südafrikanische Hafenmetropole kennenzulernen. Auf der Prioritätenliste deutscher Südafrika-Reisender steht Durban nicht unbedingt an vorderer Stelle. Und die Themen Street Art und urbane Subkultur sind touristisch noch eher unbedeutend. Aber Stadtführungen wie die von Robinson und seinem Architekten-Kumpel Mark Bellingham könnten dazu beitragen, die Stadt als Lifestyle-Metropole bekannter zu machen.

Graffiti entstehen oft zuerst an Orten, wo die Abgehängten leben. Bis das Thema Street Art von den Vermarktern der urbanen Jugendkultur aufgegriffen wird. "Leute aus der Mittelklasse gehen gerne dorthin, wo es ein bisschen Nervenkitzel gibt", sagt Bellingham. Weil man aber Städtereisende nicht durch undurchsichtige Viertel mit Drogen und Kriminalität schicken kann, muss das Thema Street Art erst einmal professionell präsentiert werden, um touristisch relevant zu werden. Und dafür gibt es in Durban einen guten Partner: Propertuity.

Die Immobilienfirma mit ihrem Chef Jonathan Liebman hat bereits in Johannesburg vorgemacht, wie man in einer heruntergekommenen Gegend ein Szeneviertel hochzieht. Dort gibt es die Nachbarschaft Maboneng, mit Hostels, viel schicker Gastronomie, Kaffeeläden, Galerien, Bars und einem stadtbekannten Food-Market in einer alten Lagerhalle.

Auch in Durban ist Propertuity aktiv, in River Town im Zentrum. Dort gehören der Gesellschaft einige Gebäude, die an junge Unternehmer vermietet werden. Zentraler Anlaufpunkt ist die alte Gewerbehalle an der 8 Morrison Street - eine echt hippe Location. Wer als Tourist durch das Gebäude schlendert, entdeckt schicke Mode- und Designläden. Und natürlich darf auch der obligatorische Coffee Shop nicht fehlen.

River Town zeigt, wie Stadtentwicklung gehen könnte. "Es war auch das erste wichtige Projekt zur Stadtentwicklung, das Street Art bewusst in seine Ästhetik eingebunden hat", erzählt Robinson.

In der Nachbarschaft lassen sich tatsächlich einige großflächige und aufwendige Kunstwerke besichtigen. Da ist ein Bild des Künstlers Delon "4GIVN" Moody von einem Nashorn, mit der Botschaft "We almost extinct" ("Wir sind fast ausgestorben"). In den Straßen lassen sich viele weitere Kunstwerke entdecken. Manche fallen sofort ins Auge, andere sind unscheinbarer.

"When something is boring, you are not looking hard enough", sagt Mark Bellingam. Wenn etwas langweilig ist, schaust du nicht genau hin. Eine Prämisse, die auch für etablierte Kunst in sauberen Galerien gelten dürfte. Doch eine Street-Art-Tour durch Durban ist tatsächlich spannender. Ob sie reicht, um Massen von Touristen anzulocken, ist noch offen.

Eight Morrison Street

Art Space Durban

Rivertown Triangle

Anreise: Aus Deutschland gibt es keine Nonstop-Flüge nach Durban. South African Airways fliegt mit Zwischenstopp in Johannesburg nach Durban. Darüber hinaus gibt es weitere Umstiegsverbindungen, zum Beispiel mit Emirates, Qatar Airways, Turkish oder Ethiopian.

Klima und Reisezeit: An der südafrikanischen Ostküste herrscht feucht-warmes Wetter. Der afrikanische Winter von Juni bis September ist dort angenehm. In den Sommermonaten von November bis März regnet es häufig. Südafrika-Urlaub wird trotzdem oft von Oktober bis März gemacht, da die Kapregion in dieser Zeit optimal zu bereisen ist.

Geld: Ein Euro sind etwa 16 Südafrikanische Rand (Stand: 1. September 2016). Geld vor Ort kann per Kreditkarte abgehoben werden.

Informationen:South African Tourism, Friedensstraße 6-10, 60311 Frankfurt, Tel.: 0800/118 91 18

auch interessant

Meistgesehen

Die 20 beliebtesten Städte in Deutschland
Die 20 beliebtesten Städte in Deutschland
Wintersport in der Skihalle Neuss
Wintersport in der Skihalle Neuss
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub
Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Kommentare