Präsident ist derzeit vielbeschäftigt auf Mallorca

1860-Chef Cassalette: "Hasan ist total euphorisiert"

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Peter Cassalette (l.) mit Hasan Ismaik.

München - 1860-Chef Peter Cassalette berichtet von Hasan Ismaiks Hochstimmung und verteidigt das Zögern bei drängenden Personalentscheidungen – Die Lizenz der Löwen ist gesichert.

Peter Cassalette verbrachte bislang nur bedingt geruhsame Tage auf der Insel. Ständig sah er sich in seiner Eigenschaft als Präsident des TSV 1860 gefordert: Führte Dienstgespräche, telefonierte zweimal täglich mit Abu Dhabi, gab Presseinterviews, schrieb Mails auf seinem iPad. „Ich bin genauso gefordert wie in der Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße 114“, sagt der Mallorca-Urlauber: „Der einzige Unterschied ist, dass das Wetter hier besser ist.“ Man könne zwar schon noch von Urlaub reden, „aber es ist ein Urlaub, wie ich ihn noch nie hatte in meinem Leben.“

Noch kein Vollzug bei Trainer oder Spielern

Allerdings – und das dürfte die Fans doch etwas beunruhigen – viel getan hat sich bei den Blauen in den letzten Wochen nicht. Zwar wurde, sobald der Klassenerhalt feststand, ein Strategie-Ausschuss gegründet mit dem Ziel, die Sechziger in eine bessere Zukunft zu führen. Aber ein Großteil der anstehenden Entscheidungen harrt noch ihrer Lösung: Neuer Trainer? Neue Spieler? Neuer Geschäftsführer? Es gibt noch keine einzige Vollzugsmeldung.

Die Zeit scheint den Löwen – wieder einmal – davonzulaufen. Cassalette aber mahnt zur Geduld: „Wir wollen nichts überstürzen. Wir lassen uns da auch nicht unter Druck setzen.“ Der Grund: „Wir wollen vermeiden, dass falsche Entscheidungen getroffen werden – nicht, dass wir dann wie in den letzten Jahren drei Trainer pro Saison brauchen.“

„Wir sind immer noch ganz entspannt“

Der Ober-Löwe hält hierbei einen Vergleich mit letzter Saison für unzulässig. Damals dauerte es bis zum Trainingsauftakt, ehe man sich darauf verständigte, mit Torsten Fröhling ins neue Spieljahr zu gehen. Ex-Sportchef Gerhard Poschner versäumte es 2015 zudem, ausreichend Verstärkung zu besorgen. „Vor einem Jahr gab es gegenläufige Strömungen; da hat sich der Verein selber blockiert. Diesmal ziehen wir alle am selben Strang“, sagt Cassalette. Grundsätzlich meint er: „Wir sind immer noch ganz entspannt.“

Das hängt wohl auch damit zusammen, dass Hauptanteilseigner Hasan Ismaik offenbar nach forciertem Miteinander strebt. „Hasan ist total euphorisiert, er ist total positiv drauf“, erzählt Cassalette. Ob diese Hochstimmung dazu führen könnte, dass der Jordanier das Personalbudget erhöht? Cassalette sagt dazu: „Es kann schon sein, dass wir da noch was tun. Wenn wir jetzt einen besonders tollen Trainer bekommen könnten oder einen besonders tollen Spieler, dann kann ich mir schon vorstellen, dass Hasan sagt: Jetzt greif ich nochmal in die Schatulle.“

"Am wichtigsten ist der neue Trainer"

Die große Frage ist allerdings: Wenn alle im Verein besten Willens sind, inklusive Ismaik – warum wurde dann bislang noch keine Personalentscheidung getroffen? Cassalette: „Uns ist klar, am wichtigsten ist der neue Trainer. Wir überlegen da ganz genau, wer zu Sechzig passt. Und da gibt es eben verschiedene Ansichten, die wir alle unter einen Hut bringen müssen. Im Strategie-Ausschuss entscheiden alle mit; das dauert halt ein bisschen länger.“ Wobei der Präsident noch hinzufügt: „Es kann sich ganz schnell was tun.“ An Sportdirektor Oliver Kreuzer liege es jedenfalls nicht: „Der gibt mächtig Gas.“ Und was die Spielerverpflichtungen betrifft: „Transferschluss ist am 31. August. Bis dahin ist noch viel Zeit.“

Noch ungeklärt ist auch die Besetzung des Geschäftsführerpostens. Bekanntlich drängt Ismaik auf die Entlassung von Markus Rejek. Die Personalie, so Cassalette, „ist ein Punkt auf unserer Agenda“. Wobei er betont vage anmerkte: „Wenn man etwas verändern will, muss man erst eine neue Alternative haben. Die kann man nicht aus der Wundertüte rausziehen.“

Immerhin gibt es eine konkrete Erfolgsmeldung bei 1860. „Wir haben schon die Rückmeldung von der DFL bekommen,“, so Cassalette, „dass die Zweitliga-Lizenz gesichert ist.“ Immerhin.

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