Der Wahnsinn bei den Löwen geht weiter

TSV 1860: Man blockiert sich - man blamiert sich

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Torsten Fröhling ist zum Spielball des Machtkampfs beim TSV 1860 München geworden.

München - Armer Torsten Fröhling. Jetzt hat der Mann, der den TSV 1860 haarscharf vor dem Abstieg gerettet hat, auch von der Investorenseite mitgeteilt bekommen, dass er für eine weitere Verwendung nicht in Frage komme.

 Und das sogar schriftlich. In der SZ wird Hasan Ismaik folgendermaßen zitiert: „Wir brauchen einen stärkeren Trainer.“ Schon am Tag zuvor hatte Fröhling laut Gerhard Poschner vom Präsidium eine Abfuhr bekommen. Nachdem sich der Sportchef mit dem bisherigen Trainer über eine Vertragsverlängerung einig war, erhielt er für dieses Vorhaben keine Zustimmung. Zumindest, was diese Personalie angeht, sind sich die beiden Gesellschafter also noch einig.

Verdient hat es Fröhling wahrlich nicht, dass auch er jetzt noch in die politischen Irrungen und Wirrungen beim TSV 1860 hineingezogen wird. Man hätte schon vor zwei Wochen Klartext sprechen können, was seine Person betrifft, aber nicht mal dazu sind die Verantwortlichen von der Grünwalder Straße fähig. Auf Nachfrage der tz, was er von dem Ganzen halte, teilte Fröhling mit: „Tut mir leid, aber ich möchte zu dieser Situation nichts sagen. Außer, dass das alles andere als erfreulich ist. Aber es liegt nicht in meiner Hand.“

Aber in wessen Hand liegt eigentlich noch irgendwas bei diesem Verein, der in den vergangenen beiden Heimspielen 125 000 Anhänger in der Allianz Arena abkassieren durfte, aber dieses Potenzial mit Füßen tritt? In fünf Tagen ist Trainingsbeginn, es ist noch kein Zugang vermeldet worden, nicht mal die beabsichtigte Vertragsverlängerung mit Kai Bülow, der die Löwen mit seinem Tor gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg bewahrte, soll bisher unter Dach und Fach sein. Man blockiert sich, man blamiert sich.

Und Ismaik? Der sagt: „Wir brauchen mehr Spieler. Ich will im großen Stil investieren.“ Wer’s glaubt…

Momentan habe er aber keine Zeit, teilte er dann schon noch mit, denn am Donnerstag beginne der Ramadan, „da bin ich bei meiner Familie und kann nicht weg“.

Eine Tatsache, die wohl auch die vom TSV 1860 beabsichtigen Verhandlungen wegen des Verkaufs seiner Anteile an einen neuen Investor bremsen könnte. Auf dieses Thema angesprochen, gab sich Ismaik sehr defensiv. „Ich kann darüber nicht reden“, sagte er. Für ausgeschlossen hält er solch einen Deal aber wohl nicht mehr.

Zur Personalie Gerhard Poschner, dessen vom Präsidium beschlossene Kündigung Ismaik bisher verhindert hat, erklärte der Jordanier: „Wenn wir jetzt einen neuen Sportdirektor holen, soll er dann nach einem Jahr wieder gefeuert werden? Drei Millionen, vier Millionen! Einstellen, feuern, einstellen, feuern.“

Zur Erinnerung: Poschner ist erst der zweite Sportdirektor seit dem Einstieg von Ismaik vor fast genau vier Jahren. Die Entlassung von Poschners Vorgänger, Florian Hinterberger, hatte nur einer immer wieder vehement gefordert: Ismaik selbst. „We need a new Sportdirector“, sagte er bei fast jedem seiner Besuche in München.“

Immerhin hat der 38-Jährige so nebenbei verraten, der Geschäftsführer Sport beim TSV 1860 verdient: „Wir müssen Poschner bis 2017 bezahlen. Wir müssen ihm 500 000 Euro bezahlen!“ Momentan dafür, dass der Sportchef nichts entscheiden darf…

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