"Nebenjob" sorgt für Ärger

Eichins Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Mölders

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Sascha Mölders mit seinem Trainer Runjaic. Beim SV Mering gibt der Stürmer selbst den Coach.

München - Der 1860-Sportdirektor sieht die Doppel-Rolle von Hobbytrainer Mölders kritisch: „Das ist mehr als unglücklich“. Ansonsten zeigte sich Eichin zufrieden mit den Entwicklungen beim TSV.

Thomas Eichin ist nicht der Typ, der öffentlich auf den Tisch haut. Er muss nicht laut werden, um seinen Worten Gewicht zu geben. Und somit wird Sascha Mölders spätestens seit gestern mindestens dämmern, woran er derzeit ist. Auf die Frage, was denn von Mölders Doppelrolle – also Fußballprofi und Trainer des Landesligisten SV Mering – zu halten sei, sagte der 1860-Sportchef zwar gelassen, aber mit messerscharfer Eindeutigkeit: „Das ist mehr als unglücklich.“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl.

SV Mering ist nicht "um die Ecke"

1860-Sportdirektor Eichin fordert von seinen Spielern vollen Einsatz.

Mehr als unglücklich – das klingt nach unverblümter Missbilligung. Und auch nach einer indirekten Aufforderung an Mölders, das mehr hobbymäßig ausgefüllte Traineramt noch einmal selbstkritisch zu überdenken. Wobei Eichin hinzufügte: „So eine Konstellation wird es in Zukunft nicht bei mir geben. Das werde ich mit Sascha auch so besprechen.“ Die Bedenken richten sich vor allem auf das Pensum, das sich Mölders mit seinem Meringer Engagement aufhalst. „Ich kenne den Trainingszeitplan von Amateurvereinen“, betonte der Sportdirektor. Und der im Landkreis Aichach-Friedberg ansässige SV Mering sei auch „kein Verein, der hier um die Ecke ist“. Eichin weiter: „Wenn du Profi bist, geht es nicht nur darum, hier bei den Trainingszeiten anwesend zu sein. Es geht um Vorbereitung und Nachbereitung.“

Mölders mehr Trainer als Spieler?

Einen Vorwurf, so beteuerte der 49-Jährige, wolle er dem Angreifer nicht machen. Schließlich habe sich Mölders die offizielle Erlaubnis bei Oliver Kreuzer, Eichins Vorgänger, geholt. Sehr nahe liegt aber die Vermutung, dass Mölders aufgrund seines Nebenjobs bei 1860 ins Hintertreffen geraten ist. Vergangene Saison hatte sich der im Winter verpflichtete 31-Jährige noch als kampfstarker Aktivposten im Abstiegskampf hervorgetan. In diesem Spieljahr ist er über die Reservistenrolle noch nicht hinausgekommen. „Jeder Spieler muss sich so in Form bringen, damit der Trainer die Qual der Wahl hat“, merkte Eichin in diesem Zusammenhang grundsätzlich an.

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Ivica Olic rackert bei den Löwen, bekommt aber noch zu wenig Bälle.

Ansonsten nutzte der Löwen-Sportchef die gestrige Pressekonferenz, sich vornehmlich positiv zur abgelaufenen Transferzeit zu äußern. „Sehr zufrieden“ sei er mit dem von Trainer Kosta Runjaic und ihm zusammengestellten Kader. Das mittelfristige Ziel sei: „Stabil punkten.“ Die Abwehr habe sich in den bisherigen vier Pflichtspielen als anerkennenswert sattelfest erwiesen. Weswegen auf die – erwogene – Verpflichtung eines Innenverteidigers verzichtet worden sei. In der Defensive und auch im Spielaufbau registrierte Eichin bereits zusehends verbessertes Teamwork. In Strafraumnähe fehlten aber noch die zündenden Ideen: „Ivica Olic braucht scharf nach innen gespielte Bälle – aber das kriegen wir auch noch hin.“

Offensichtlich noch Anlaufzeit benötigt Stürmer Victor Andrade. Ein Spieler sei das, so Eichin, „mit großem Potenzial nach vorne. Er ist unheimlich schnell, technisch gut.“ Allerdings schränkte er ein: „Wer defensiv nicht strukturiert arbeitet, der kann halt momentan nicht voll spielen.“ Noch so ein unaufgeregt ausgesprochener Eichin-Satz, den sich der Betroffene schleunigst zu Herzen nehmen sollte.

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