Bei jedem Team sind ehemalige Blaue dabei

Abstiegskampf! Überall zittern Ex-Löwen ...

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Falko Götz.

München - Die Löwen haben sich mit zuletzt zwei Siegen in eine gute Position im Abstiegskampf gebracht. Dennoch steckt Sechzig noch im Schlamassel - genau so wie viele ehemalige Spieler und Funktionäre des TSV 1860 ...

Nein, von der Relegation, bis vor einigen Wochen noch so was wie der Platz der letzten Hoffnung bei den Löwen, will beim TSV 1860 nach zuletzt zwei Siegen und dem Sprung auf Rang 14 inzwischen niemand mehr etwas hören. Präsident Peter Cassalette: „Zumal ja in der Relegation mit den Würzburger Kickers eine Mannschaft als Gegner drohen würde, die im Moment ganz dicke Eier hat und sich im Aufwind befindet.“ Vier Punkte Vorsprung haben die Würzburger auf Rang vier und sind seit zehn Spielen ungeschlagen. Da setzt man an der Grünwalder Straße lieber alles daran, am Sonntag den SC Paderborn zu schlagen und den Klassenerhalt festzuschnüren. Paderborn ist einer der vier Konkurrenten im Kampf um den Liga-Verbleib, und bei allen ist ein Ex-Löwe mit von der Partie. Bei einem Klub sogar zwei. Die tz beleuchtet die Lage.

Funkel, Schäfer und die Angst

Robert Schäfer.

Fortuna Düsseldorf (15., 29 Punkte): Mit Friedhelm Funkel ist ein ehemaliger Löwen-Coach im März als Retter verpflichtet worden. Der Vierte in dieser Saison bei der Fortuna. Funkels Bilanz: sechs Spiele, ein Sieg, fünf Punkte. Zuletzt blieb die Fortuna in fünf Spielen ohne Dreier. Fast gleichzeitig mit Funkel stieß Robert Schäfer, ehemaliger Geschäftsführer des TSV 1860, als Vorstandsvorsitzender zur Fortuna. Der 40-Jährige gab seinen Job bei Dynamo Dresden – mittlerweile in die 2. Liga aufgestiegen – auf und trat in Düsseldorf mit großem Optimismus an. „Hier gibt es keine Krise, keine akute Gefahr“, erklärte er bei seiner Einstandspressekonferenz, auf der er Streuselkuchen spendierte. Mittlerweile hört sich Schäfer ganz anders an: „Es gibt jetzt keine Ausreden und kein Schönreden mehr. Die Spieler müssen liefern. Jetzt gilt es, und nicht irgendwann später.“ Am Sonntag steigt das Abstiegsduell gegen Frankfurt…

Grlic und die Nigeria-Power

Ivica Grlic.

MSV Duisburg (17., 28 Punkte): Neben dem TSV 1860 der große Gewinner im Abstiegskampf der letzten Wochen. Mit drei Siegen aus vier Spielen robbten sich die zwischenzeitlich fast schon aussichtslos am Tabellenende darbenden Duisburger bis auf einen Punkt ans rettende Ufer heran. Sehr zur Freude des gebürtigen Münchners Ivica Grlic (40), der seit fünf Jahren beim MSV als Manager tätig ist und einst bei den Löwen zwei Jahre im Profikader von Werner Lorant verbrachte. Das macht einen hart für’s restliche Leben. Auch Grlic wechselte einmal den Trainer (Ilja Gruew kam für Gino Lettieri), ansonsten baut man beim MSV im Endspurt (am Sonntag geht’s nach Sandhausen) auf Power aus Nigeria. Die Angreifer Kingsley Onuegbu und Victor Obinna drehten in den vergangenen Wochen so mächtig auf, dass beim MSV bereits vorgeschlagen wurde, jeder Duisburg-Fan sollte künftig seinen Urlaub in Nigeria verbringen….

Götz – Abstieg kann er…

Falko Götz.

FSV Frankfurt (16., 29 Punkte): Wer immer beim FSV Frankfurt vor einigen Wochen auf die Schnapsidee gekommen ist, Falko Götz als „Retter“ zu verpflichten, beim TSV 1860 sollte man demjenigen unendlich dankbar sein. Der 54-Jährige, der vor zwölf Jahren als Trainer der Löwen den Boden für den Abstieg bereitet hatte, hat seit seinem Amtsantritt beim FSV – er ­löste Tomas Oral ab – alle drei Spiele verloren, Zehn Partien in Folge sind die Frankfurter jetzt schon ohne Sieg, und zuletzt beim 1:4 gegen Kaiserslautern „haben wir uns abschlachten lassen“, stellte Kapitän Manuel Konrad fassungslos fest. Ob Götz bei einer erneuten Niederlage am Sonntag in Düsseldorf die Saison überlebt? Vor einem Jahr wurde Benno Möhlmann in Frankfurt vor dem letzten Spieltag entlassen und durch Oral ersetzt…

Löwenstark! Sechzig siegt bei St. Pauli - Vier 2er und dreimal die 4

"Sch… an der Latte"

Moritz Stoppelkamp

SC Paderborn (18., 28 Punkte): Wie der TSV 1860 beschäftigt auch der SC Paderborn bereits den dritten Trainer in dieser Saison. Erst Markus Gellhaus, dann der völlig in die Hose gegangene Feldversuch mit Stefan Effenberg und jetzt René Müller, ein Mann aus dem eigenen Stall. Reißen konnte keiner was, mittlerweile ist der Bundesliga-Absteiger sogar auf dem letzten Tabellenplatz gelandet und drauf und dran, in die 3. Liga durchgereicht zu werden. Noch der Beste zuletzt: Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp, der vor zwei Jahren von Gerhard Poschner an der Grünwalder Straße aussortiert worden war. Bei der 1:2-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den SC Freiburg traf „Stoppel“ einmal ins Tor und zweimal das Aluminium. Frustriert stellte der 29-Jährige hinterher fest: „Wenn du unten stehst, hast du eigentlich die Scheiße am Schuh. Wir hatten sie heute an der Latte.“ Bei den Löwen hofft man, dass es auch am Sonntag in der Allianz Arena dabei bleibt.

Exklusive Statistik: So blau sind Bayern und München

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