Offene Fragen bei den Löwen

Fodas Weg zu 1860 frei - Geschäftsführer vor Ablösung?

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Franco Foda besitzt eine Ausstiegsklausel.

München - Beim TSV 1860 sind viele Personalfragen weiter offen. Dem Wunsch-Trainer liegen immerhin keine Steine im Weg. Auch auf den Posten des Geschäftsführers deuten sich Veränderungen an.

Der Tagessieg ging eindeutig an den FC Bayern. Während man beim Rekordmeister am Dienstagvormittag mal so eben rund siebzig Millionen Euro für zwei Neuzugänge lockermachte, rührte sich ein paar Hundert Meter weiter beim blauen Nachbarn gar nichts. Kein neuer Spieler, keine Vertragsverlängerung und schon gar kein neuer Trainer. Nur die üblichen Kosten für Telefon, Strom und Wasser schlugen an der Grünwalder Straße zu Buche.

Aber wenn man sich den neuesten Facebook-Eintrag von Hasan Ismaik vor Augen führt, in dem er sich zunächst für die „emotionalen Momente, die ihr mir in den USA mit dem verdienten Klassenerhalt am Livestream beschert habt“, bedankte, dann sollte man meinen, dass auch die Löwen demnächst in Sachen Verstärkungen was auf die Beine stellen könnten. „Mein Ziel ist, dass wir eines Tages Titel und Pokale gewinnen“, schrieb Ismaik. „Im Fußball ist nichts unmöglich. Diese Träume lasse ich mir von keinem nehmen. Jetzt können wir die neue Saison endlich planen. Ich verspreche euch, dass die schlimmste Zeit hinter unserem Verein liegt. Die Zukunft gehört uns. Gemeinsam müssen wir davon überzeugt sein, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.

Inwieweit diese Ankündigung am Dienstag beim Treffen der Gesellschaft, u. a. mit Ismaiks Bruder Abdelrahman und Präsident Peter Cassalette, konkrete finanzielle Formen angenommen haben, wollen beide Parteien am Mittwoch in einem gemeinsamen Statement bekanntgeben.

Möglicherweise auch personelle Veränderungen, vor allem, was die beiden Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha betrifft. Beim Fantreffen Anfang des Jahres in Rudelzhausen hatte Ismaik ja die Ablösung von beiden gefordert. Präsident Cassalette erklärte dazu jetzt im Münchner Merkur: „Ich will dem nicht vorgreifen, aber es steht auf der Agenda. Da steht jetzt nicht drauf: Rejek oder Basha, sondern Geschäftsführung 1860. Ich kann mir vorstellen, dass der Hasan in diesem Punkt noch Einfluss nehmen will.“

Unterschiedliche Auffassungen in Graz

Ob er das auch bei der Trainer­frage macht? Franco Fodas Berater stellte jetzt jedenfalls bei Sport1 klar: „Franco hat eine Ausstiegsklausel, aber es gibt bis jetzt keinen Kontakt zu 1860.“ Na ja. Dass Kreuzer und Foda, die bei Sturm Graz einst erfolgreiche Zeiten miteinander erlebt haben, zuletzt nicht Tuchfühlung aufgenommen hätten, ist eher unwahrscheinlich.

Foda (50) ist ein Kandidat, vielleicht sogar der heißeste, beim TSV 1860. Dem vielleicht bei seinen Bemühungen zugute kommt, dass Foda und der neue Geschäftsführer Sport, Günter Kreissl, der seit drei Wochen im Amt ist, nicht gerade allzu perfekt harmonieren sollen. Zuletzt habe es unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben, ob die Verträge zweier Spieler verlängert werden sollen. Foda war dagegen, der Geschäftsführer dafür.

Für eine Ablöse zwischen 300 000 und 500 000 Euro könne Foda (Vertrag bis 2017) Sturm Graz vorzeitig verlassen, ist aus Österreich zu hören. Noch aber kämpft er mit Sturm heute und am Wochenende um das noch mögliche Erreichen eines Tabellenplatzes, der zur Europacup-Teilnahme berechtigen könnte.

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