Jetzt brennt's richtig bei den Löwen

1860-Transfers? "Sondieren den Markt – immer!"

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Gerhard Poschner.

München - Die Hütte brennt beim TSV 1860! Während Präsident Mayrhofer bekennt, dass die Lage kritisch ist, beteuert Sportdirektor Gerhard Poschner sein Vertrauen in Trainer Markus von Ahlen.

Feuer frei! Wenn schon auf dem Platz keine Funken sprühen, dann wenigstens auf der Tribüne… So dachten sich das wohl die Freunde des Feuerwerks unter den 3000 nach Nürnberg mitgereisten Löwen-Fans – und bescherten ihrem Verein neben einer zünftigen Geldstrafe auch ein paar symbolträchtige Fotos.

Ja, die Hütte brennt beim Giesinger Zweitligisten nach dem 1:2 beim 1. FC Nürnberg. 15 Punkte nach 16 Spieltagen sind die Bilanz eines angehenden Absteigers. Schlechter stand 1860 seit dem Abstieg noch nie da. Der bisherige Negativwert nach 16 Runden lag bei 21 Punkten.

Die Konsequenzen?

Noch keine. Trainer Markus von Ahlen steht laut Sportchef Gerhard Poschner nicht zur Disposition. „Da gibt’s nichts zu diskutieren“, konterte Poschner entsprechende Fragen. „Wir sind nach wie vor von seiner Arbeit überzeugt, sein Verhältnis zur Mannschaft ist intakt.“

Eine 6, drei Mal die 5: Löwen verlieren Derby in Nürnberg

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Yannick Stark, Daniel Adlung und Marius Wolf (von links) stellten sich nach der Niederlage den Fans.

Wie fest Poschner selbst noch im Sattel sitzt, ist die andere große Frage. Das Minimalziel von 20 Punkten nach 17 Spieltagen ist seit Montag nicht mehr erreichbar. Von ­Poschners zehn Sommerzugängen standen in Nürnberg mit Torwart Ortega, Rechtsverteidiger Angha und Außenstürmer Rama nur drei in der Startelf. Die als Führungsspieler verpflichteten Ilie Sanchez und Gary Kagelmacher saßen auf der Bank, Okotie, Rodri und Bedia fehlten verletzt, Kreativspieler Leonardo ist längst weg. Poschners Hoffnung liegt auf den verletzten Spaniern und Dominik Stahl. Sie alle (und Kai Bülow, dem noch in dieser Woche freie Gelenkskörper im Sprunggelenk entfernt werden) sollen im Januar in den Trainingsbetrieb zurückkehren.

Nach Zukäufen wird trotzdem Ausschau gehalten. Poschner: „Wir sondieren den Markt – immer!“

Was spricht der Präsident?Die Lage ist sehr kritisch, wir sind absolut im Abstiegskampf angekommen“, sagte Gerhard Mayrhofer zur tz. „Ich hoffe, dass das jetzt jeder kapiert hat. Wir brauchen vor der Winterpause dringend Punkte, egal wie.“

Eine harte Nuss bei den drei verbleibenden Gegnern. Der KSC kommt am Samstag als seit sieben Spielen ungeschlagener Tabellen-dritter in die Arena, Lautern am Mittwoch mit mindestens ebenso viel Selbstvertrauen. Und die Partie in Leipzig könnte die blaue Bescherung schon zwei Tage vor Heiligabend perfekt machen.

Wie oft dürfen ­Poschner und von Ahlen noch verlieren, bis die Reißleine gezogen wird? 

Darüber will aus dem Führungszirkel öffentlich niemand sprechen. Jedes Ultimatum wird als kontraproduktiv erachtet. Die heißesten Worte kommen aus der Mannschaft. „Alle lachen über uns“, sagte Keeper Ortega am Montag nach dem Abpfiff. „Es muss jetzt einen Riesenknall geben. Die Luft wird immer dünner, da müssen wir uns nichts vormachen. Es gibt immer diese Durchhalteparolen. Aber da muss jetzt ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Jetzt sind alle Laternen an.“

Knall, Ruck, Laterten – das Vokabular weist Ortega als Survival-Experten aus. Mit Bielefeld stieg er dieses Jahr in der Relegation gegen Darmstadt ab. „Aber da waren wir auch nicht so gut besetzt wie hier“, sagte der Torwart zur tz.

Die kurzfristige Hoffnung heißt Rubin Okotie. Am Dienstag trainierte der Torjäger nach überstandener Erkältung in reduziertem Umfang mit der Mannschaft. „Ich hoffe, dass es am Samstag geht“, sagte er. Damit der Brand an der Grünwalder zumindest halbwegs beherrschbar bleibt.

lk

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