Wackelt jetzt auch Cassalette?

Kirmaier bekommt Recht: Mayrhofer-Wahl war ungültig

War laut Oberlandesgericht München nie rechtmäßiger 1860-Präsident: Gerhard Mayrhofer.
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War laut Oberlandesgericht München nie rechtmäßiger 1860-Präsident: Gerhard Mayrhofer.

München - Gerhard Mayrhofer war nach Auffassung des Münchner Oberlandesgerichts nie Präsident des TSV 1860. Das könnte sich auch auf Peter Cassalette auswirken.

Etappensieg für das klagende Löwen-Mitglied Helmut Kirmaier: Das Oberlandesgericht München (OLG) entschied am Mittwoch, dass Gerhard Mayrhofer 2013 nicht rechtmäßig zum Präsidenten des TSV 1860 München gewählt.

Der Vorsitzende Richter Wagner erklärte laut Süddeutscher Zeitung: "Am 4. März 2013 haben Hep Monatzeder, Christian Holzer und Heinz Schmidt (damals vom Aufsichtsrat vorgeschlagenes Präsidium, d. Red.) eingeladen, ohne im Register eingetragen gewesen zu sein, daher ist die Delegiertenversammlung am 25. April 2013 nicht ordentlich zustande gekommen und konnte die neue Satzung nicht beschließen." Daraus folgt auch, dass die Versammlung im Juli, in der Mayrhofer zum Präsidenten gewählt wurde, ungültig war. Wagner weiter: “Nach Auffassung des Senats waren Dieter Schneider, Wolfgang Hauner und Franz Maget tatsächlich über den 14. Juli 2013 hinaus noch Vorstände." Offiziell verkündet werden soll das Urteil am 19. April.

Guido Kambli, Anwalt des TSV 1860, erkennt den Kirmaier-Sieg an, doch Folgen für den Verein gibt es nicht. Es gelte die "faktische Organschaft", erklärte er. Die Handlungen von Mayrhofer und seinem Präsidium seien entsprechend rechtens: "Da geht die Sicherheit des Rechtsverkehrs vor."

Auch Cassalette kein Löwen-Präsident?

Offen ist nun die Frage, ob Mayrhofer in der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 2. Dezember 2014 korrekt gewählt wurde. Diese wurde wegen der unsicheren Rechtsfrage abgehalten, Mayrhofer zuvor zum Notvorstand bestellt. Laut Kirmaiers Ansicht war auch diese Versammlung nicht rechtens, auch hier läuft ein Revisionsverfahren beim OLG.

Kirmaiers Anwalt, Heinz Veauthier, kündigte weitere Schritte an, denn das Gericht habe ja bestätigt, "dass das Präsidium Schneider weiter im Amt war." Somit sei die Bestellung eines Notvorstandes ebenfalls ungültig gewesen. Als Domino-Effekt würde das bedeuten, dass der aktuelle Löwen-Präsident Peter Cassalette auch nicht rechtmäßig im Amt ist.

Sollte das Revisionsverfahren vom OLG nicht zugelassen werden, werde Kirmaier laut Veauthier eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof erheben.

fw

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