1860-Anhänger reagieren auf Investoren-Brief

"Ismaik ist doch nicht an der Situation schuld"

TSV 1860 München, Hasan Ismaik
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1860-Investor Hasan Ismaik (l.) sorgte mit seinem offenen Brief an die Löwen-Fans für Aufsehen.

München - Die Reaktion der Löwen-Fans auf den offenen Brief von 1860-Investor Hasan Ismaik fällt gemischt aus. Doch der Großteil kann den Jordanier verstehen.

Am heutigen Donnerstag starten die Löwen in die Vorbereitung auf die 15 verbleibenden Rückrundenspiele in der 2. Liga, in denen der Klassenerhalt doch noch geschafft werden soll. Dem Aufgalopp um 15 Uhr folgt das Hallenturnier in Neu-Ulm ab 17.30 Uhr. Doch das Thema Nummer eins bei den Fans ist der offene Brief von Investor Hasan Ismaik, der am Dreikönigstag von den Löwen veröffentlicht wurde. In diesem schreibt der Jordanier über seine Begeisterung für Sechzig und seinen anhaltenden Willen zur positiven Gestaltung, aber auch von den Steinen, die ihm seiner Meinung nach in den Weg gestellt wurden.

Abgesehen vom Inhalt des Schreibens stellen sich einige Anhänger die Frage: Warum und warum jetzt? User chiemseefrau ist einer von ihnen. "Eigenartiges Timing", schreibt er auf tz.de und fragt sich zugleich: "Weiß Casalette von dem Brief? Der ist doch gerade dort oder wird er wieder wie mit der London-Inszenierung überrumpelt? (...) Eigentlich hat der Brief mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben! Und der Brief gibt meines Erachtens nicht wirklich Anlass zu hoffen, dass der Antrittsbesuch vom Präsi was Erbauendes bewirkt, denn die Zeit rennt ihnen davon."

Die Mehrheit der Löwen-Fans steht den Ausführungen Hasan Ismaiks jedoch positiv gegenüber. "Recht hat er", schreibt User Giesing. "Er hat bisher immer gezahlt und es ging keinen Schritt voran (vielmehr steht der Verein schlechter da als vorher). Insgesamt wurden ca. 50 Mio. Euro versenkt. Nun will er ein Konzept sehen, bevor er weiter zahlt. Diesen Standpunkt kann ich sehr gut verstehen ..."

"Die Falschspieler sitzen wahrscheinlich woanders"

Auch User Schorsch geht mittlerweile davon aus, "dass Ismaik Recht hat. Was anderes kann man objektiv schlicht nicht feststellen. Hier und da schießt er in seinem Schreiben vielleicht übers Ziel hinaus, aber was solls. In der Sache hätte man aus seinen Zuwendungen tatsächlich viel mehr machen können und müssen. Also, wo ist das Geld? Und warum sollte man ihn weiter angreifen bzw. ablehnen? Die Falschspieler sitzen wohl wahrscheinlich woanders."

Für User zdf.löwe "liegt das Problem bei den Grabenkämpfen, die sich um den Goldesel Sechzig im Hintergrund abspielen. Das hat jetzt wohl auch Hasan Ismaik erkannt und reagiert darauf (...). Er keilt aus und wenn es ihm auch selbst weh tut. Hier kann ich ihn nur unterstützen. Nichts ist besser, als dass diese Bande endlich raus fliegt. Diese Absahner sind die Totengräber, nicht Hasan Ismaik."

User Hans60 sieht im Wirtschaften des TSV 1860 seit dem Abstieg eine "Besorgnis erregende Situation, die eigentlich eine schlechte Führung des Vereins aufzeigt. Ich verstehe Hasan Ismaik, und ich hoffe, dass jetzt endlich die Mitglieder zusammenhalten, um die Situation zu ändern. Es muss doch jedem klar sein, dass es so nicht weitergehen kann. Herr Ismaik ist doch nicht an der Situation schuld. Und stellt Euch mal einen "Neuanfang" in der vierten Liga vor, mit dem was im e.V. in den letzten 11 Jahren geleistet wurde. Da kann doch keiner daran glauben, dass wir da wieder hochkommen wenn sich nicht was Gravierendes im Verein ändert."

"Der Brief von Ismaik zeigt, dass ihm vieles nicht passt", erkennt User Container, der aber kritisiert: "Seine Bedingungen sind aber viel zu schwammig. Wenn er mit den Löwen-Verantwortlichen nicht zufrieden ist, soll er Ross und Reiter nennen und ganz klar artikulieren, was nun passieren soll. Das ewige Rumdiskutieren und Suchen nach dem Schuldigen ist die eine Seite der Medaille. Die Zeit drängt doch. Die dringendsten Probleme müssen sofort in Angriff genommen werden.

"Hätte Ismaik mal richtig den Geldbeutel aufgemacht ..."

Dennoch erntet Ismaik auch Kritik seitens der Löwen-Anhänger. "Hätte der Fußballexperte für Traditionsvereine aus dem Abendland mal richtig den Geldbeutel aufgemacht, so wie es ein Abramowitsch macht, dann hätten statt Bratwürsten im 100.000 Euro Bereich auch mal echte Fußballer gekauft werden können", poltert User Kit Kubrick. "Den Verein nur jedes Jahr vorm Abnippeln zu retten, ist ja wohl nur dumm und Geld verbrannt. Aber scheinbar kann er sich das Hobby leisten. Der muss weg und ein Neuanfang ist auch niederklassig ehrenhaft. Ohne Fremdbestimmung. Das Duckmäusern muss aufhören."

User Egon kann bei Hasan Ismaik kein Konzept erkennen: "Es muss laufen wie ein Unternehmen, das heißt am Saisonanfang braucht es ein klares Konzept. Da ist alles dabei, was ich will oder nicht will. (...) Was 1860 braucht, ist ein Neustart und keine Volksreden."

fw

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