Wechsel des Brasilianers zu 1860 konkretisiert sich

Ribamar ist schon in München - Transfer wäre mutig

München - Investor Ismaik ist offenbar bereit, den Löwen für 2,5 Millionen Euro das Sturmjuwel Ribamar zu kaufen. Der Brasilianer ist am Dienstag in München angekommen und schon unter den Fittichen der Sechzger.

Der Spruch ist ein Klassiker in Sechziger-Kreisen, von Kabarettisten gerne und häufig aufgegriffen: „Und jetzt kauf ma an Brasilianer!“ Der Legende nach ist das die typische Aussage von tiefblauen Löwen-Fans, wenn es ihrem Verein mal wieder zu gut geht; selten genug ist das bekanntlich der Fall.

Jetzt kauf ma an Brasilianer – für den Anhang blieb es meist bei einem unerfüllten Traum. Wenn die Löwen mal einen Brasilianer bekamen, dann war es stets ein Eisenfuß (siehe Costa, siehe Rodnei). Das Umdenken im Verein und speziell bei Geldgeber Hasan Ismaik sorgt derzeit jedoch dafür, dass Talente aus dem gelobten Land des Fußballs schon bald ihre Kunst im Trikot des TSV 1860 aufführen könnten. Mit Flügelflitzer Victor Andrade ist der erste Sambakicker schon da – der Transfer hängt an einem fehlenden Dokument. Und siehe da: Mit dem Stürmer Ribamar, 19, einem sagenumwobenen Rohdiamanten, ist schon der nächste Brasilianer im Anflug. Er landete am Dienstag um 16 Uhr in München und wurde von 1860-Teambetreuer Florian Waitz abgeholt.

Stürmer-Suche bei 1860 - Ismaik will Geldbörse wohl weit öffnen

Der Zweitliga-Dino scheint im sechsten Jahr seit Ismaiks Einstieg erstmals ernst zu machen in puncto Verstärkungen. Vier Neue sind bereits da: Torwart Zimmermann, Rechtsaußen Matmour sowie die Rechtsverteidiger Busch und Stojkovic. Schwieriger ist traditionell die Suche nach den heiß begehrten Stürmern – und für die scheint Ismaik bereit zu sein, tiefer als je zuvor in die Kasse zu greifen.

Wenn es stimmt, was brasilianische Medien berichten, dann ruft Botafogo Rio de Janeiro 2,5 Millionen Euro für U 20-Nationalspieler Ribamar auf. Eine völlig neue Dimension wäre das für den Zweitligisten, der sein Tafelsilber allzu häufig für „’n Appel und ’n Ei“ verscherbeln musste. Als teuerste Löwen-Transfers galten bislang Markus Weißenberger und Vidar Riseth. Für beide gab 1860 zu Beginn dieses Jahrtausends Millionen aus: 2,25 bzw. 1,5 – allerdings zu D-Mark-Zeiten.

Für Peter Cassalette steht fest, dass die Löwen und insbesondere Sportchef Thomas Eichin einen guten Job machen. „Ich denke, dass wir uns ganz gut verstärkt haben“, sagte der Präsident in der tz. Kommen sollen noch ein Innenverteidiger, Stürmer Ribamar und ein Sechser, da Lacazette länger ausfällt.

Aus dem unfertigen Kader ist schon jetzt viel Ehrgeiz herauszulesen – und eine gute Portion Mut. Multi-Kulti-Modelle sind bei 1860 fast immer krachend gescheitert. Doch aus Ismaiks Sicht scheint das Sportliche nur eine Säule seiner neuen Strategie zu sein. Vertragslaufzeiten wie bei Stojkovic (fünf Jahre) und komplizierte Klauseln wie bei Ribamar legen den Verdacht nahe, dass die Löwen auf dem Weg zum gewünschten Erfolg künftig verstärkt auf satte Transfererlöse spekulieren.

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