1860-Coach über seinen Nicht-Abstieg-Plan

Fröhling: "Bei Rettung haue ich sofort ab"

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Auch an Torsten Fröhling sind die anstrengenden Wochen und Monate nicht spurlos vorbeigegangen.

München - Ein Sieg - und das Bangen geht weiter. Eine Niederlage - und 1860 muss kurz vor Saisonende sehr wahrscheinlich für die dritte Liga planen. Coach Torsten Fröhling vergleicht das Spiel gegen Nürnberg mit einem Pokalfinale.

Eines steht jetzt schon fest vor dem Spiel des TSV 1860 München gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr: Es wird einen neue Saisonbestmarke für die Löwen geben. Über 60.000 Fans wollen am Sonntag die Blauen im Derby gegen den "Club" unterstützen. Für 1860-Coach Torsten Fröhling ist die gut gefüllte Arena mehr Ansporn als Belastung. "Ein volles Haus ist doch geil", sagt der 48-Jährige im Interview mit der "Bild". "Von dieser Kulisse habe ich von Anfang an geträumt. Endlich verschwinden die Planen auf dem Oberrang. Das muss und wird die Spieler pushen und positive Energie freisetzen."

"Wir müssen gewinnen. Es geht nicht anders"

Elf Tage liegen noch vor dem Löwen-Dompteur. Dann ist die reguläre Zweitliga-Saison beendet und die seine Spieler haben dann entweder die Klasse gehalten, müssen in die Relegation oder sind abgestiegen. Deshalb vergleicht Fröhling das letzte Heimspiel gegen Nürnberg mit einem Pokal-Finale: "Verlieren wir, sind wir raus. Es wird eine riesige Herausforderung. Wir müssen gewinnen, es geht nicht anders." Wie das gelingen soll, will der 1860-Coach nicht öffentlich machen: "Ich habe einen Matchplan. Den verrate ich aber nicht."

Drei Punkte, egal wie - dieses Motto gibt Fröhling vor dem spannenden Saisonfinale aus. "Genau diese dreckigen Siege wie zuletzt gegen Frankfurt haben doch die ganze Saison gefehlt", weiß der vom Amateur- zum Profitrainer beförderte Norddeutsche. Positiv stimme ihn dabei die Körpersprache seiner Profis. Ein Kurz-Trainingslager vor dem so wichtigen Sonntag kommt dabei für Fröhling nicht in Betracht: "Dort würden die Spieler 24 Stunden lang nur über dieses eine Spiel sprechen, das macht einen doch wahnsinnig."

Der Coach räumt ein, dass die letzten Wochen auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen sind. "Diese drei Monate haben mich definitiv altern lassen. Abschalten geht nicht." Einer der seltenen Momente der Ruhe genoss Fröhling am Montag, als er eine Stunde lang liegend auf dem Balkon seinen Gedanken freien Lauf ließ. An was genau er dabei gedacht hat? "Dass ich bei Rettung sofort abhaue." Allerdings nicht, um die Flucht vor 1860 zu ergreifen: "Nein! Ich werde meine Kinder aus der Schule holen und mit ihnen nach Griechenland fliegen. Das wünscht sich meine Tochter."

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