Löwen-Präsident im tz-Interview 

Cassalette: "Wenn das in die Hose geht, dann ..."

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Peter Cassalette.

München - Das Spiel beim 1. FC Nürnberg am Montag Abend könnte für den TSV 1860 schon richtungsweisend sein. Die tz hat sich vor dem Derby mit Löwen-Präsident Peter Cassalette unterhalten.

Es ist so etwas wie das bayerische Derby für Romantiker. Nachdem der FC Bayern in einer anderen – eigentlich ja sogar eigenen – Liga spielt, muss eben das Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem TSV 1860 als Highlight im bayerischen Fußballraum herhalten. Auch wenn das die Augsburger und Ingolstädter möglicherweise nicht so gerne hören. Am Montag Abend ist es mal wieder so weit: der Club gegen Sechzig. Tradition trifft auf Tradition. Die tz hat sich vor dem Derby mit Löwenpräsident Peter Cassalette unterhalten.

Herr Cassalette, Sie haben sich bestimmt schon die neue Löwen-DVD mit den größten Siegen, angesehen oder?

Cassalette: Ja, warum?

Weil sie mit einem Derby gegen den Club beginnt. Einem 5:0 im allerersten Bundesligajahr, 1963.

Cassalette: Da war ich selbst im Sechzger-Stadion dabei. So was wie damals kannst du mit heute aber nicht mehr vergleichen. Das war eine andere Mannschaft und eine andere Zeit.

Hohe Siege gab es bei den Löwen schon länger nicht mehr. Egal gegen wen…

Cassalette: Ja, leider. Wenn wir gewinnen, dann meistens mit einem Tor Unterschied. Ich würde gern endlich mal wieder ein Spiel sehen, in dem du ab der 2. Halbzeit nicht mehr zittern musst, sondern ganz entspannt zuschauen kannst.

Zurück zum Nürnberg-Spiel. Ist dieses Derby auch für Sie etwas Besonderes?

Cassalette: Na klar. Und aufregend war es auch oft genug. Wenn ich mich nur an das Heimspiel vor eineinhalb Jahren erinnere. 70 000 Zuschauer, wir führen 2:1 und kurz vor Schluss schießt der Club den Ausgleich. Ich war so sauer, bin sofort aus dem Stadion raus und als ich im Auto saß, höre ich im Radio, dass 1860 noch immer 2:1 führt. Der Schiedsrichter hatte den Treffer nach minutenlangem Hin und Her nicht anerkannt. Dabei war das Tor korrekt. Ich habe damals vor lauter Freude gleich einen Schrei losgelassen. Ohne die zwei Punkte mehr wären wir abgestiegen…

Stefan Aigner hat gesagt, dass keine Ausreden mehr gelten dürften. Er bezog das darauf, dass die Mannschaft auf Grund der vielen Neuzugänge noch nicht eingespielt sei. Das dürfe jetzt keine Rolle mehr spielen. Ihre Meinung?

Cassalette: Schön langsam sollten wir schon eine Formation finden, die eingespielt ist. Am Montag ist schließlich ein richtungsweisendes Spiel. Gewinnen wir, dann haben wir sieben Punkte und sind, mal abgesehen von Braunschweig, vorne bei den Verfolgern dabei. Wir brauchen jetzt diesen Befreiungsschlag.

Und wenn 1860 verliert?

Cassalette: Wenn das Spiel in die Hose geht, dann stehen wir mit dem Rücken zur Wand.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde vor der schweren Verletzung von Stefan Aigner geführt

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