Spannender als jede Papstwahl

Endlich weißer Rauch: 1860 verkündet Trainer

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Löwen-Präsident Peter Cassalette hielt sich bedeckt, doch am Dienstag steigt endlich weißer Rauch beim TSV 1860 auf - bildlich gesprochen.

München - Am Dienstag wird der TSV 1860 endlich den Namen seines neuen Trainers verkünden. Die Warterei war diesmal spannender als jede Papstwahl.

Am Dienstag also soll er aufgehen an der Grünwalder Straße, der weiße Rauch. Wobei: Wie heftig der TSV 1860 in Sachen neuer Trainer die Welt zuletzt in Atem gehalten hat, das stellt jede Papstwahl in den Schatten. „Wir sind Trainer“ heißt es also am Dienstag, nachdem das Konklave, ääh, der sogenannte Strategieausschuss des TSV 1860, den Namen endlich bekannt geben wird . Mehr aber noch nicht. Eine Pressekonferenz mit dem Nachfolger von Lorant, Pacult, Götz, Vanenburg, Bommer, Maurer, Schachner, Kurz, Wolf, Lienen, Schmidt, Funkel, Moniz, von Ahlen, Fröhling, Möhlmann und Bierofka wird am Dienstag definitiv nicht stattfinden. Nicht mal aus dem Fenster der Geschäftsstelle wird er schauen und die Huldigung der Massen entgegennehmen, so wie das beim Papst im Vatikan nach Bekanntgabe der Wahl guter Brauch ist.

Der Kreis jener Leute, die Bescheid wissen, soll sehr klein sein. Angeblich seien bisher nicht mal die Vizepräsidenten über die Entscheidung unterrichtet worden, und so hielten die Spekulationen auch am Montag weiterhin an und trieben seltsame Blüten. Als Präsident Peter Cassalette mit dem Namen Giovanni Trapattoni (77) per SMS konfrontiert wurde, schrieb der Löwen-Boss zurück: „Gutendorf wird’s.“ Der gute Rudi war vor 43 Jahren schon mal Trainer beim TSV 1860, würde sich also auskennen an der Grünwalder Straße, aber da er im August stolze 90 Jahre alt wird, liegt die Vermutung nahe, dass Herr Cassalette wohl eher einen Scherz fabriziert hat.

Zumal es sich bei dem Neuen – das zumindest war in Erfahrung zu bringen – um jemanden handeln soll, bei dem man nicht entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen würde, wenn der Name fällt. Dass Hasan Ismaik ein gewichtiges Wort bei dieser Entscheidung mitgesprochen hat, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Oliver Kreuzers ursprüngliche Kandidaten (Slomka, Foda etc.) sollen vom Investor alle als zu leicht empfunden worden sein, deshalb auch die Bildung des Strategieausschusses mit Beteiligung von Ismaik vor einigen Wochen.

Wie viel gute Miene Kreuzer zu diesem merkwürdigen Spiel macht, hängt davon ab, wie erfolgreich der neue Mann ist oder auch nicht. Als Sportchef die Verantwortung für eine Personalie zu übernehmen, die der Investor ausgeheckt hat, dürfte auf alle Fälle keine leichte Aufgabe sein.

Das bedeutet der weiße Rauch

Der Weiße Rauch steigt immer dann aus einem Schornstein der Sixtinischen Kapelle im ­Vatikan empor, wenn die Wahl eines Papstes entschieden ist. Der dazu benutzte Ofen ist seit dem Konklave von 1939 derselbe und wird wie auch der Schornstein nur zum ­Konklave in der Sixtinischen Kapelle aufgebaut. Papst ­Franziskus ist erst seit drei Jahren und drei Monaten im Amt und Mitglied beim TSV 1860, in dieser Zeit beschäftigte der TSV 1860 neun Cheftrainer.

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