Liendl mit goldenem Derby-Treffer

Löwen ringen 1. FC Nürnberg in Überzahl nieder

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Durch die Treffer von Sascha Mölders (l.) und Michael Liendl entführen die Löwen drei Punkte aus Nürnberg.

Nürnberg - In einem hektischen bayerischen Derby holt Sechzig in Überzahl gegen tapfer kämpfende Nürnberger den zweiten Sieg der Saison. Liendl avanciert mit der entscheidenden Aktion zum Matchwinner.

Der erste Auswärtsdreier, der erste Sieg in Nürnberg nach einer 13-jährigen Durststrecke und ein mächtiger Satz nach vorn in der Tabelle. Der 2:1 (1:1)-Sieg der Löwen beförderte sie gleich mal auf Rang sechs. Der schon am Freitag ausbaufähig ist, wenn man in der Allianz Arena Union Berlin empfängt. Es sieht auf einmal wieder richtig gut aus bei den Blauen.

Kosta Runjaic hatte auf den bitteren Ausfall von Stefan Aigner folgendermaßen reagiert: Eine Doppelspitze sollte es richten. Sascha Mölders, erster Startelfeinsatz in dieser Saison, stürmte neben Ivica Olic. Und nach elf Minuten hatte sich diese Idee schon gelohnt. Olic setzte sich auf dem linken Flügel energisch gegen den unbeholfenen Mühl durch, ein flacher Pass nach innen, und Mölders lenkte den Ball mit dem linken Fuß ins lange Eck. Es schien so, als würden die beiden schon seit Jahren nebeneinander stürmen. „Die Löwen sollen ihre Krallen ausfahren“, hatte Investor Hasan Ismaik vor dem Spiel auf Facebook gefordert – na bitte. Da konnte auch Sportchef Eichin wieder lächeln, nachdem er vor dem Anpfiff bei Sport1 zugegeben hatte, dass Aigners Verletzung ihm gehörig „die Laune vermiest“ habe.

Zimmermann rettet Löwen vor Rückstand

Aber nur sieben Minuten später bewegten sich bei allen Blauen die Mundwinkel wieder nach unten. Der Nürnberger Matavz durfte völlig ungestört aus 20 Metern flach abziehen – 1:1. Zu sorglos die Löwen-Defensive, auch eine Minute später. Erneut kam Matavz zum Schuss, aber Torhüter Zimmermann reagierte glänzend.

Dann waren wieder die Löwen an der Reihe. Nach feinem Pass von Mölders nutzte Matmour die große Chance zur erneuten Führung nicht, weil er an Torhüter Kirschbaum scheiterte (25.). Vier Minuten drauf wieder Alarm auf der Gegenseite. Aber wieder war Zimmermann zur Stelle und lenkte Sallis Schuss noch an den Pfosten.

Vier Minuten vor der Pause verweigerte Schiedsrichter Dankert den Löwen die große Möglichkeit zur erneuten Führung. Behrens hatte Perdedaj im Strafraum den Fuß weggezogen, für den Unparteiischen jedoch kein Grund auf den Punkt zu zeigen Eine krasse Fehlentscheidung. So sah es auch Runjaics Assistent Tuncay Nadaroglu, der bei Sky von einem „klaren Elfmeter“ sprach. Und sich dementsprechend ärgerte.

1860 ab 73. Minute in Überzahl

So viel wie in der ersten Halbzeit los, so wenig rührte sich erstmal in der zweiten. Die Partie drohte fast langweilig zu werden – bis zur 73. Minute. Da rammte der Nürnberger Stürmer Burgstaller Jan Mauersberger den Ellbogen ins Gesicht, klare Sache: gelb-rot. Die Löwen wie zuletzt in Karlsruhe in Überzahl. Und diesmal nutzten sie diese aus. Nur sechs Minuten nach dem Platzverweis das 2:1. Mölders hatte Liendl mit einem Hackentrick wunderbar angespielt, und der Österreicher hämmerte den Ball in den Winkel. Mölders: „Es war einfach ein guter Tag für mich. Und die Doppelspitze mit Ivica und mir hat auch funktioniert.“

Zwei 1er: Bilder und Noten vom Löwen-Sieg beim 1. FCN 

Der Club kam nochmal mit dem Mut der Verzweiflung, hatte auch noch zwei große Möglichkeiten durch Salli (83.) und Teuchert in der Nachspielzeit. Aber es reichte nicht mehr. Die Löwen brachten den Sieg über die Runden.

Und von Aigner war am Ende auch nochmal die Rede. Kosta Runjaic: „Wir wussten, dass es auch ohne ihn funktionieren kann. Wir haben einen großen Kader und auch großes Vertrauen in ihn. Und so können wir selbst den Ausfall eines Spielers wie Stefan Aigner kompensieren.“

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

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tz

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