Fünf Klubs zittern - wer muss runter?

Abstiegskrimi: So stehen die Chancen für Sechzig und Co.

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Haben gegen Braunschweig wieder Zähne gezeigt: Die Löwen sind mittendrin im Abstiegskampf und haben alles in eigener Hand.

München - In der 2. Liga kämpfen noch fünf Vereine ums sportliche Überleben. Ein Blick auf Restprogramm und Formkurve zeigt: Für Sechzig könnte ein schnelles Happy End winken.

Die Hoffnung auf ein Happy End im Abstiegskrimi der 2. Liga hat an der Grünwalder Straße einen Namen: Daniel Bierofka. Spätestens mit seinem perfekten Einstand beim 1:0 über Eintracht Braunschweig am Sonntag hat der Ex-Profi den Blauen den Glauben an die Rettung einverleibt. "Biero ist sehr emotional, sehr willensstark - und diesen absoluten Willen hat er der Mannschaft gut vermittelt", lobte der unermüdliche Sturmtank Sascha Mölders.

Der aus der eigenen Reserve emporgestiegene Interims-Coach gab das Lob umgehend zurück: "Meine Nervosität war schnell weg, als ich den Biss der Mannschaft gesehen habe, ihre Aggressivität, die Einsatz- und Lauffreude." Das erste von vier Endspielen ist mittlerweile abgehakt. Sechzig startet mit der Gewissheit in die letzten, regulären 270 Saison-Minuten, den rettenden Strohhalm noch aus eigener Kraft krallen zu können. Denn aufgrund der direkten Duelle an den kommenden drei Wochenenden haben die Löwen alles in den eigenen Pranken. Wir schauen auf das Restprogramm im Keller und analysieren die Lage bei den bibbernden Teams.

Fünf Teams zittern im den Klassenverbleib

Im Grunde kämpfen noch fünf Klubs gegen den Abstieg, wobei Fortuna Düsseldorf, der FSV Frankfurt, der TSV 1860 und der SC Paderborn nur durch einen Punkt getrennt werden. Einzig der MSV Duisburg liegt schon deutlicher zurück - die Zebras müssten drei Zähler auf den Relegationsrang und sogar vier auf das rettende Ufer gutmachen.

Interessanterweise müssen die fünf Klubs an den kommenden Spieltagen jeweils zeitgleich ran. An diesem Freitag ist das Quintett ab 18:30 Uhr gefordert, an den Wochenenden darauf geht's jeweils sonntags um 15:30 Uhr rund. Insgesamt stehen noch vier direkte Duelle auf dem Programm - dabei sind Sechzig, Frankfurt und Düsseldorf jeweils zweimal involviert, Paderborn und Duisburg je einmal.

Fortuna Düsseldorf (Platz 14 mit 29 Punkten und 28:45 Toren)

Restprogramm: MSV Duisburg (A), FSV Frankfurt (H), Eintracht Braunschweig (A).

Form: ein Sieg aus den vergangenen zehn Spielen.

Die Rheinländer bestreiten noch zwei direkte Duelle. Zunächst tritt die Elf von Trainer Friedhelm Funkel bei den wiedererstarkten Duisburgern an - eine knifflige Aufgabe. Eine Woche später kommt mit Frankfurt das schwächste Team der vergangenen Spieltage in die Esprit Arena. Nur für den letzten Gegner, Eintracht Braunschweig, geht es um nichts mehr. Die Fortuna muss sich noch ordentlich strecken.

FSV Frankfurt (Platz 15 mit 29 Punkten und 30:53 Toren)

Restprogramm: 1. FC Kaiserslautern (H), Fortuna Düsseldorf (A), Sechzig (H).

Form: seit neun Partien sieglos.

Für die Hessen kommt es noch knüppeldick. Zunächst stellen sich die heißgelaufenen "Roten Teufel" am Bornheimer Hang vor. Danach folgen noch zwei Duelle mit direkten Konkurrenten - zunächst bei den ebenfalls schwer angeschlagenen Düsseldorfern, zum Abschluss daheim gegen die Löwen. Konträr zu Sechzig hat sich der Trainerwechsel beim FSV von Tomas Oral zu Falko Götz noch nicht ausgezahlt. Es sieht düster aus.

Sechzig (Platz 16 mit 28 Punkten und 28:44 Toren)

Restprogramm: FC St. Pauli (A), SC Paderborn (H), FSV Frankfurt (A).

Form: zuletzt Dreier nach fünf Spielen ohne Erfolg.

Die Hamburger müssen ihren Traum vom Aufstieg endgültig begraben. Das könnte die Chance für das Bierofka-Team sein, um den Paulianern wie beim 2:0 im Hinspiel ein Schnippchen zu schlagen. Im letzten Saison-Heimspiel geht es dann genau wie eine Woche später gegen ein anderes Kellerkind. Vorsicht: Paderborn punktete zuletzt auswärts besser als auf eigenem Platz! Mit Frankfurt wartet zum Ausklang das formschwächste Team der Liga. Das ist allemal machbar.

SC Paderborn (Platz 17 mit 28 Punkten und 27:51 Toren)

Restprogramm: SC Freiburg (H), Sechzig (A), 1. FC Nürnberg (H).

Form: zwei Dreier aus den vergangenen 19 Spielen.

Auf die Ostwestfalen warten noch echte Hausnummern. Dass noch zwei Heimspiele anstehen, sollte nicht unbedingt ein Vorteil sein: Der bislang letzte Dreier in der "Benteler Arena“ gelang Mitte Oktober. Außerdem will Freiburg am Freitag die Rückkehr in die Bundesliga fixieren und hat nichts zu verschenken. Bei Sechzig steht ein Duell auf Augenhöhe an, in dem für den SCP möglicherweise aber schon ein Unentschieden zu wenig sein könnte. Der letzte Liga-Gegner aus Nürnberg dürfte sich in gut zwei Wochen bereits auf die Relegation gegen den 16. der Bundesliga einstimmen. Paderborn wird über sich hinauswachsen müssen.

MSV Duisburg (Platz 18 mit 25 Punkten und 27:51 Toren)

Restprogramm: Fortuna Düsseldorf (H), SV Sandhausen (A), RB Leipzig (H).

Form: drei Siege aus den vergangenen sechs Spielen.

Die seit Saisonbeginn auf den Abstiegsrängen feststeckenden Zebras können tatsächlich auf das kleine Wunder hoffen. Gegen die Fortuna spricht zumindest die Tendenz für den MSV. Anschließend dürfte auch beim bereits geretteten SVS etwas drin sein. Zum Abschluss in Leipzig ist die Favoritenrolle zwar klar verteilt. Doch da die Sachsen dann wahrscheinlich den Countdown zur Aufstiegsfeier starten, ist Duisburg auch in diesem Spiel alles andere als chancenlos.

Fazit: 1860 und Düsseldorf mit den besten Karten

Angesichts des Restprogramms und der Formkurven spricht einiges dafür, dass sich der TSV 1860 und Düsseldorf direkt retten können. Für Frankfurt und Paderborn könnte es dagegen sogar ohne Umwege in die 3. Liga gehen - falls Duisburg fleißig weiter punktet und sich sogar noch in die Relegation rettet.

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