Stadt gegen Fußball-Rowdies

Ama-Derbys: KVR-Chef droht mit weiteren Maßnahmen

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Polizei und Fans am Ostermontag 2015.

München - Der Stadtrat hat entschieden, die Sicherheitszone Giesing bei Amateur-Derbys aufrechtzuerhalten. Und KVR-Chef Blume-Beyerle droht schon mit weiteren Maßnahmen.

Bei den Duellen zwischen den zweiten Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern gilt in Giesing weiterhin eine Sicherheitszone rund um das Grünwalder Stadion. Das hat der Stadtrat am Dienstag  beschlossen. Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle (parteilos) regte darüber hinaus an, mit weiteren Maßnahmen gegen gewaltbereite Fußball-Fans vorzugehen.

Wie berichtet, waren beim jüngsten Derby am Ostermontag 1100 Polizisten in Giesing aufmarschiert. Am Ende blieb es weitgehend friedlich. Der Stadtrat beschloss nun, dass auch in Zukunft bei diesen speziellen Spielen Stunden vor und nach dem Spiel zwischen den U-Bahnhöfen Wettersteinplatz, Candidplatz und Silberhornstraße zum Beispiel ein ausdrückliches Verbot von Vermummung und Pyrotechnik gelten soll. Bei so genannten „Fanmärschen“ gilt ein Glasflaschenverbot.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) unterstrich im jetzt beschlossenen Papier außerdem, dass künftig auch das Rufen gewaltverherrlichender Parolen wie „Tod und Hass dem FCB“ mit Bußgeldern geahndet werden soll. Kreisverwaltungsreferent Blume-Beyerle unterstrich, dass man die Entwicklung weiterhin genau beobachten wolle. „Das ist sicher noch nicht der abschließende Umgang mit dem Thema“, sagte er. Und regte schon weitere Maßnahmen an. „Man muss konkret darüber nachdenken, ob bei bestimmten Spielen bestimmte Fans nicht mehr eingelassen werden“, sagte er. „Wie die Anstoßzeiten sein sollen. Und ob bestimmte Blöcke gesperrt werden.“ Jetzt seien auch die Vereine am Zug.

Auch einen Seitenhieb auf das Fanprojekt der Arbeiterwohlfahrt, dass beim letzten Derby eine deutlich niedrigere Aggressionsbereitschaft bei den Fans gesehen hatte als die Polizei, konnte Blume-Beyerle sich nicht verkneifen. Das Fanprojekt könne ja künftig die Karten verkaufen, sagte er. „Die behaupten ja immer, dass sie differenzieren können, wer die Störer sind.“ Insgesamt, sagte der KVR-Chef, seien die Vereine mehr gefragt.

Der Stadtrat unterstütze Blume-Beyerle bei dessen Linie, es gab aber auch vorsichtige Zweifel am Sicherheitskonzept. Grünen-Stadtrat Dominik Krause kritisierte, dass linksextreme Aussagen genauso verboten sind wie rechtsextreme. SPD-Stadträtin Beatrix Zurek sagte, das Auftreten der Polizei sei am Ostermontag „schon sehr martialisch“ gewesen. „Ich hätte den Wunsch, dass man insgesamt mit mehr Gelassenheit an die Sache herangeht“, sagte sie. „Das geht in anderen Bundesländern ja auch.“ Das nächste Derby ist für den 26. Juli angesetzt.

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