Kickers-Trainer lobt die Blauen

Hollerbach im Interview: "Sechzig am Ende ganz weit oben"

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Erfolgstrainer: Bernd Hollerbach hat die Würzburger Kickers binnen eines guten Jahres von der Regionalliga bis in die obere Hälfte der 2. Liga geführt.

München - Bernd Hollerbach schreibt mit den Würzburger Kickers eine Erfolgsgeschichte. Auch auf die Löwen hält der Trainer große Stücke, wie er im Interview verrät.

Zwei Aufstiege in Folge, nun der gelungene Start in die Zweitliga-Saison: Bei den Würzburger Kickers herrscht vor dem Derby gegen 1860 Hochstimmung. Das tz-Interview mit Trainer Bernd Hollerbach (46), dem Vater des Erfolgs.

Herr Hollerbach, als 1860 in den Wochen nach dem Klassenerhalt auf der Suche nach einem neuen Trainer war, fiel unter Fans oft Ihr Name. Hätte Sie die Aufgabe in München interessiert?

Hollerbach: Ich bin Trainer bei den Kickers und habe hier erst vor der Saison meinen Vertrag um drei Jahre verlängert…

Alles klar. Am Sonntag empfangen Sie die Löwen in Würzburg. Welchen Stellenwert hat diese Partie für den Verein, die Stadt und für Sie persönlich?

Hollerbach: Ich freue mich auf ein Fußballfest. Für die Menschen hier ist es etwas Besonderes, ihren Verein im Kräftemessen mit namhaften Klubs sehen zu können. Das gab es hier fast 40 Jahre lang nicht mehr. Der Verein hat mir seinerzeit den Sprung in den Profifußball ermöglicht, ich bin froh, dass ich ihm nun auch etwas zurückgeben kann.

Mit elf Punkten nach sieben Spielen belegt Ihr Team Platz sieben, zudem haben Sie Braunschweig aus dem Pokal geworfen. Bekommen Sie langsam Höhenangst?

Hollerbach: Das ist eine Momentaufnahme, die mich nicht interessiert. Wir wollen in der Liga bleiben, alles andere zählt für uns nicht. Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen.

Wie lange lässt sich die Gallier-Mentalität konservieren?

Hollerbach: Es ist nichts Aufgesetztes, wir sind nun mal so - und faktisch haben wir auch den niedrigsten Zweitliga-Etat. Sollten wir die Klasse halten, wäre das höher einzustufen als die Aufstiege.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Nachrichten von 1860 lesen wie die von der bevorstehenden Verpflichtung des Liverpool-Managers Ian Ayre oder Investitionssummen im dreistelligen Millionenbereich?

Hollerbach: Da bin ich zu weit weg, um das wirklich in der ganzen Tiefe zu beurteilen. Aber: Wenn man wie Sechzig die Möglichkeiten besitzt und diese dann auch konsequent umsetzt, ist das absolut richtig. Ich sehe das positiv. Mit Kosta Runjaic und Thomas Eichin wurden zwei absolute Experten geholt, die alles mitbringen, was wichtig ist. Alleine die Verpflichtungen von Stefan Aigner, Karim Matmour oder Ribamar sprechen eine klare Sprache. Mit Ayre als Geschäftsführer wäre es der nächste logische Schritt.

Was trauen Sie 1860 in dieser Saison zu?

Hollerbach: Die Löwen sind auf dem richtigen Weg, sportlich sehe ich den Verein am Ende ganz weit oben.

Kollege Runjaic hat Ihre Mannschaft vor ein paar Tagen als "auffallend fit" bezeichnet. Ist Ihnen die körperliche Komponente wichtiger als anderen Trainern?

Hollerbach: Ich kann nur für mich sprechen: Eine starke körperliche Verfassung ist eine Grundvoraussetzung. Es wird aber leider bei uns sehr oft auf das beschränkt. Wer sich näher mit uns beschäftigt, wird ganz andere Dinge sehen, die uns ausmachen.

Was erwarten Sie für ein Spiel?

Hollerbach: Sechzig will hier bestimmt nicht leer ausgehen. Sie werden eine Reaktion zeigen wollen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir vor zwei Jahren noch gegen das Regionalligateam der Löwen gespielt haben. Trotzdem werden wir versuchen, unser Spiel zu machen. Wir spielen nach vorne, trauen uns was zu und wollen das auch am Sonntag wieder zeigen.

Interview: Ludwig Krammer und Uli Kellner

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