Fragezeichen in der Abwehr

Nach Stoke-Sieg: Löwen-Stammelf nimmt Formen an

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Neuzugang Edu Bedia (M.) hat seinen Stammplatz im Löwen-Mittelfeld sicher.

Reit im Winkl - Beim 2:0-Testspielsieg gegen Stoke City wird die erste Elf der Löwen deutlich: Kiraly bleibt Nummer eins im Kasten, letzte Fragezeichen bestehen in der Abwehr.

Das war eine reife Leistung. Der TSV 1860 hob sich den besten Auftritt seiner Vorbereitung für den Schluss auf. Ein intensiver, abgeklärter Vortrag mündete im 2:0 Erfolg über den englischen Premier-League-Klub Stoke City. Daniel Adlung und Bobby Wood trafen für die laufstarken Münchner. Die Startelf vom Samstag dürfte starke Analogien mit jener Elf aufweisen, die kommenden Montag beim 1.FC Kaiserslautern möglichst erfolgreich in die neue Saison starten soll. Nur wenige Personalien sind noch vakant. Die des Torhüters gehört inzwischen nicht mehr dazu.

"Gabor ist meine Nummer eins"

Gabor Kiraly ist auch in der neuen Spielzeit Stammkraft im Löwen-Gehäuse. Das war so zu erwarten, wenngleich Ricardo Moniz den Ungarn lange im Ungewissen ließ. „Gabor ist meine Nummer eins“, ließ der Trainer nach der Partie gegen die „Potters“ wissen. Für seine Begründung verwendete Moniz Begrifflichkeiten wie „Erfahrung, Ruhe und Stabilität“. Damit war das Thema vom Tisch.

Interessanter dürfte kommende Woche die Besetzung der Innenverteidigung sein. Christoph Schindler ist gesetzt, soviel ist klar. Neben den 24-Jährigen würde man Gary Kagelmacher vermuten. Doch der „Uru“ stiegt erst am Donnerstag nach seiner Wadenverletzung ins Training ein. Nutznießer könnte Guillermo Vallori sein. Zu Beginn der Vorbereitung noch in die zweite Reihe gerutscht, machte der Routinier durch eine hoch qualifizierte Vorstellung auf sich aufmerksam.

„Super gespielt, guten Eindruck hinterlassen“, blieb dem Coach Valloris sportliche Wortmeldung nicht verborgen. Stokes namhafte Angreifer um den Östereicher Marco Arnautovic und den Serben Bojan Krkic vermochten sich gegen das Abwehrbollwerk der Löwen ebenso wenig durchzusetzen wie nach dem Seitenwechsel der Hüne Peter Crouch. Noch unbestimmt scheint der Arbeitsplatz des Rechtverteidigers. Moniz schickte zunächst Grzegorz Woijtkowiak ins Rennen, sah sich aber auch Markus Steinhöfer 45 Minuten lang an.

Löwen stark im Stoke-Test - Bilder vom Erfolg

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Alles klar dagegen im Mittelfeld: Ilie Sanchez, Edu Bedia und Julian Weigl werden in Lautern beginnen. Imponierend unterhielt das Trio die knapp 2000 Zuschauer in Reit im Winkl mit Kostproben seiner Spielstärke. Moniz rang sich gar zum überschwänglichen Lob „fantastische Leistung“ durch. Bedias Auswechslung Mitte der zweiten Spielhälfte war allein der mehrmaligen Konfrontation mit britischer Härte geschuldet. Bisweilen war die Gangart der „Potters“ grenzwertig. Sogar Gerhard Poschner sah sich zur Intervention genötigt. Der Sportdirektor sprang stocksauer von der Bank auf und wirkte energisch auf Schieds- und Linienrichter ein. Insgesamt blieb aber alles im Rahmen.

Einem, den Daniel Adlung mit einem spaßbefreiten Vollspannstoß aus der Distanz den ersten Farbtupfer verlieh. Der Führungstreffer des galligen Flügelspielers: ein echter Hingucker. Ebenso das zweite Löwen-Tor. Bobby Wood zeigte – nach drei vergebenen Hochkarätern – was in ihm steckt: Gegenspieler im Strafraum ausgedribbelt, Ball unter die Latte gezimmert – 2:0. Sturmpartner Rubin Okotie blieb unauffällig, vermochte gegen Stokes Abwehrhünen keine Akzente zu setzen. Insgesamt aber war es ein sehr stimmiger Auftritt der Löwen und Moniz erstmals „voll zufrieden“.

Oliver Rabuser

Oliver Rabuser

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