VfR-Coach Weber unterliegt im Duell der Zimmergenossen

Bierofka froh: "Wir hatten das Glück des Tüchtigen"

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Daniel Bierofka sieht bei seiner Mannschaft noch konditionelle Defizite.

TSV 1860 München II - "Na klar wollen wir jetzt aufsteigen mit unserer Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 19,5 Jahren“, sagte Daniel Bierofka nach dem Sieg in Garching. Einzig das ungläubige Kopfschütteln, das er während der Antwort konstant aufrecht erhielt, verriet den Zynismus.

Feixend und lachend standen die beiden Trainer nach dem Schlusspfiff zusammen. Nächste Woche werden sie, wie schon in der Woche vor Saisonbeginn, erneut über mehrere Nächte ein Zimmer teilen. Gemeinsam absolvieren Garchings Daniel Weber und Löwen-Coach Daniel Bierofka in Hennef einen Lehrgang zum Erwerb der Trainer-A-Lizenz. Übernächste Woche werden die beiden Daniels, so denn alles gut geht, die Lizenz in der Tasche haben. Davor aber werde man im Rheinland die Zeit finden, „um sich über unsere gemeinsamen Gegner auszutauschen“, wie der 43-jährige VfR-Coach hofft. Dabei stehen sich die beiden Übungsleiter dann schon im November im letzten Ligaspiel vor der Winterpause wieder gegenüber.

Den ersten Vergleich der beiden Zimmergenossen entschied am Samstag jedenfalls der 37-jährige Löwen-Coach für sich. Nach Abpfiff musste aber auch Bierofka bekennen, dass die Weber-Elf seinen Junglöwen alles abverlangt hatte: „Kompliment an Garching, sie haben uns mächtig unter Druck gesetzt. Wir hatten heute das Glück des Tüchtigen. Wenn die Garchinger so weiterspielen, haben sie gute Chancen, die Liga zu halten.“

Dabei war die Begegnung optimal losgegangen für die Gäste von der Grünwalder Straße. Bereits in der Frühphase der Partie zirkelte Simon Seferings einen Freistoß aus gut 20 Metern über die Mauer zur Führung in den Winkel (3.). In der Folge jedoch fanden die Platzherren immer besser in die Partie, selbst von Christoph Daferners Treffer zum 0:2 (51.) ließen sie sich nicht weiter irritieren. Trotz guter Möglichkeiten aber sollte bis auf Mike Niebauers Anschlusstreffer (57.) nichts Zählbares dabei herausspringen.

Ein „Kompliment an meine Mannschaft“ sprach Weber dennoch aus, diese habe sich „über 90 Minuten wahnsinnig engagiert“ präsentiert, „das war á la bonne heure“. Lange hadern wollte er nicht, „jetzt kommen für uns die Spiele gegen die direkten Konkurrenten“. Und seinem Pendant gab er schon mal eine Kampfansage für das Rückspiel mit: „Die Punkte holen wir uns im Grünwalder Stadion wieder.“ Hatte sein Team doch vor zwei Jahren beim ersten Auftritt in der Giesinger Traditionsspielstätte, ebenfalls im November, mit einem 3:2-Erfolg bei der 1860-Reserve ein dickes Ausrufezeichen gesetzt.

Während der Regionalliga-Rückkehrer schon morgen (18.15 Uhr) in der ersten Totopokal-Runde beim Münchner Kreispokalsieger ESV München wieder gefordert ist, kann die Bierofka-Elf nach der perfekten englischen Woche mit neun Punkten nun bis zum Heimspiel gegen den FC Memmingen am kommenden Samstag etwas durchschnaufen.

Erholung allerdings ist keineswegs angesagt, wie der 1860-Trainer andeutete. Seiner Mannschaft, so Bierofka, gingen derzeit „nach einer Stunde die Kräfte aus“, was wiederum der personell schwierigen Vorbereitung geschuldet ist. Dies gelte es nun aufzuholen, kündigte er an. Seine Mannschaft, drohte Bierofka der Konkurrenz, werde „in den nächsten Wochen noch besser werden“. Dabei hat sie jetzt schon zwölf Punkte auf dem Konto, und Seferings, der Schütze des Führungstreffers, ahnte: „So ein Spiel wie heute hätten wir letztes Jahr noch verloren.“ Unterhaching sollte sich vorsehen.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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