TSV 1860

Bierofka empfiehlt Lacazette, „das Tier“

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Der Franzose Romuald Lacazette. 

München – Schneller als erwartet meldet sich Romuald Lacazette nach auskuriertem Mittelfußbruch zurück. Der Franzose hat bei der U21 Spielpraxis gesammelt - um schon bald wieder für die Profis aufzulaufen?

Unverhofft hatte sich für Daniel Bierofka eine Art freier Vormittag ergeben. Okay, ganz frei war er nicht, denn er stand zwar nicht auf, sondern neben dem Trainingsplatz, er hatte auch weiterhin das Gros seiner Mannschaft im Blick, nur halt aus etwas größerer Entfernung. „Was soll ich machen?“, fragte der Coach der 1860-Reserve: „Ich hab ja nur noch sechs Spieler. Da hätten wir vielleicht Kaffee trinken können, aber sonst auch nix.“ Ergo: Bierofka sagte das Training seiner U 21-Mannschaft ab und sah stattdessen zu, wie zehn (!) Spieler aus seinem Talentschuppen von Chefcoach Kosta Runjaic über den Platz gescheucht wurden.

Ja, die Personalnot der Löwen ist nicht besser geworden seit der 0:2-Pleite von Würzburg. Ganz im Gegenteil: Am Donnerstag musste auch noch Maximilian Wittek das Trainingsspiel abbrechen – im Zweikampf mit Levent Aycicek zog sich der Linksverteidiger eine Verletzung am Mittelfuß zu. „Ich kann nicht mehr auftreten“, klagte Wittek, ehe er zum Arzt humpelte. „Der Fuß war schon nach Würzburg grün und blau. Jetzt ist mir auch noch der Levent draufgesprungen. Wir müssen schauen, was ist.“

Aber: Das Gute an einem Verein wie dem TSV 1860 ist ja, dass Profi- und Amateurteam enger verzahnt sich als anderswo – und dass man sich auf dem kleinen Dienstweg aushelfen kann, wenn es hier oder dort mal eng wird mit der Personaldecke. Gefragt, welches Talent er abstellen könnte, sollte nun auch Wittek länger ausfallen, sagte Bierofka spontan: „Nono Koussou, unseren Rückkehrer (zuletzt ein Jahr ohne Verein/Red.).“ Im Gegenzug hatte ja auch Bierofkas U 21 zuletzt Unterstützung aus dem Profiteam erhalten.

Bierofka: „Er hat der Mannschaft richtig gefehlt“

Romuald Lacazette, 22, mischte bei der 0:2-Niederlage in Illertissen im defensiven Mittelfeld mit. Der Franzose hat gerade eine langwierige Verletzung am Mittelfuß auskuriert (Fraktur, zugezogen Anfang Juli), da kam es ihm gelegen, Matchpraxis in der Regionalliga zu sammeln. Doch jetzt, da es Lacazette besser, der Runajic-Elf aber schlechter geht, bietet sich der zweikampfstarke Mittelfeldspieler für eine Rückkehr ins Zweitligateam an. „Ich bin bereit“, sagte er am Donnerstag. Wenigstens einer, nachdem das Gros der Sorgenkinder (von Aigner über Ribamar bis Stojkovic) wohl auch weiterhin ausfallen wird.

Bierofka ließ keinen Zweifel daran, dass er Lacazette auf Anhieb zutrauen würde, bei den Profis wieder für jene kämpferische Komponente zu sorgen, auf die er auch bei seiner letztjährigen Rettungsmission gesetzt hatte. „Ich glaube, Romu ist keiner, der lange braucht, um wieder fit zu werden“, sagte er und erinnerte an das 2:0 in St. Pauli Ende April, den vorentscheidenden Sieg im letztjährigen Kampf um den Klassenerhalt. „35 Zweikämpfe“ habe Lacazette in diesem Spiel bestritten – die meisten auch gewonnen. „Er ist ein Tier“, schwärmt Bierofka, „ein Krieger. Ich habe die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, als ich von Romus Verletzung in der Vorbereitung gehört habe. Er hat der Mannschaft richtig gefehlt.“

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Lacazette selbst wirkt genauso kämpferisch, wie man ihn von der Zeit vor seiner Verletzung kannte. „Ich bin ja noch jung“, sagte er: „Ich denke, in ein, zwei Wochen bin ich wieder auf dem alten Fitnessstand.“ Nach dem Benefizspiel in Burghausen (Samstag, 16 Uhr) dürften die Löwen einschätzen können, wie weit Lacazette wirklich schon ist. Ein Trainer darf sich in jedem Fall über eine zusätzliche Option freuen: Runjaic oder Bierofka.

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