Ein wahrer Ketchupflaschen-Start

1860-Präsident Cassalette schimpft: "Ein blöder Spielplan"

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Oberlöwe Cassalette träumt von einer Siegesserie.

München – 16 Tage Pause, dann fünf Spiele binnen drei Wochen – „Ein blöder Spielplan“, schimpft der Oberlöwe Peter Cassalette, der vor Spätsommer-Bräsigkeit warnt.

Mit dem Fußball ist es wie mit einem guten Buch. Ist man erst drin in der Geschichte resp. Saison, will man unbedingt wissen, wie sie weitergeht. So gesehen haben die Planer dieser Post-EM-Spielzeit Fans und Trainern keinen Gefallen getan. Die Idee, den Ligabetrieb schon nach wenigen gespielten Bällen zugunsten der Nationalteams ruhen zu lassen, kam nicht gut an bei den Vereinen. „Es ist kein glücklicher Spielplan“, kritisiert Markus Weinzierl, der neue Coach von Schalke 04, das zum Start 0:1 in Frankfurt verloren hat. Peter Cassalette, Präsident des TSV 1860, stößt ins selbe Horn, obwohl in der 2. Liga bereits drei Spiele absolviert sind. „Natürlich ist das blöd“, schimpft der Oberlöwe: „Du kommst so ja gar nicht in den Spielrhythmus rein. Also, aus meiner Sicht ist das schon ziemlich seltsam.“

Eine Saison mit Ketchupflaschen-Effekt. Erst kommt nur ein bisschen raus, plötzlich dann ein ganzer Schwall. Wenn die Löwen am Montag in Nürnberg antreten, wird ihr letzter Auftritt in Karlsruhe 16 Tage vergangen sein. Dafür haben es die nächsten 20 Tage ganz schön in sich, denn in diesen knapp drei Wochen stehen für Stefan Aigner und Co. exakt fünf Punktspiele an: drei auswärts (Nürnberg, St. Pauli, Würzburg), zwei daheim (Berlin, Hannover). Wehe dem, der sich durch den „einigermaßen guten Start“ (Cassalette) einer menschlich nachvollziehbaren Spätsommer-Bräsigkeit hingegeben hat. „Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag“, warnt Kapitän Aigner. Auch Cassalette sagt: „Wir müssen hellwach sein und aus den ersten beiden Spielen am besten vier Punkte mitnehmen.“

Löwen-Ziel: Nach acht Spieltagen 15 bis 17 Punkte

Der Präsident hat die Ligapause genutzt, um sich mit dem Spielplan der zweiten Saison-Etappe vertraut zu machen. Er warnt vor hochmotivierten Nürnbergern („Denen kam die Pause nach dem 1:6 in Braunschweig gerade recht“) und einem Tabellenletzten St. Pauli, der sich unter Wert verkauft hat: „Die werden die Saison genauso wenig auf Platz 18 beenden wie Braunschweig auf Platz eins.“

Der Termin für das Wiedersehen mit Ex-Trainer Ewald Lienen ist ungewöhnlich: Donnerstag, 22. September, 20.15 Uhr. Ungewöhnlich ist zudem, dass 1860 an den ersten acht Spieltagen dieser Saison insgesamt fünfmal auswärts antreten muss. „Klar kann man sagen: Dann haben wir in der Rückrunde, wenn wir besser eingespielt sind, fünf Heimspiele.“ Andererseits, so Cassalette: „Dann ist ja Winter. So richtig glücklich ist das auch nicht. Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir die Heimspiele jetzt und zur Wiesnzeit gehabt hätten.“ Auch der finanzielle Aspekt darf schließlich nicht vernachlässigt werden.

Eine private Wette hat den Oberlöwen bereits 10 Euro gekostet: „Ich hatte gegenüber einem Bekannten angekündigt, dass Olic in Karlsruhe sein erstes Tor machen wird.“ Das Spiel endete 0:0.

Und sehr viele weitere Unentschieden sollten auch nicht dazukommen, wenn Cassalette sein ehrgeiziges Zwischenziel erreichen will. „Wenn wir bis zur nächsten Länderspielpause 15 bis 17 Punkte auf dem Konto hätten, wäre das schon gut“, sagt er. Was bedeutet, den Vier-Punkte-Start eingerechnet: Siege müssen her. Mindestens drei, besser vier. Es empfiehlt sich, gleich am Montag damit anzufangen.

Löwen-Programm bis zur nächsten Liga-Pause

  • Nürnberg (A), Mo. 12.09.
  • Union Berlin (H), Fr. 16.09.
  • St. Pauli (A), Do. 22.09.
  • Hannover (H), So. 25.09.
  • Würzburg (A), So. 02.10.

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