Einst obdachlos – jetzt Fußballprofi!

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Daniel Brückner.

Paderborn - Schnelle Autos, teure Klamotten, eine schicke Wohnung – das Leben eines Fußballprofis gilt im Allgemeinen als sehr beneidenswert. Auch wenn man „nur“ in der 2. Liga kickt und „nur“ beim SC Paderborn.

 Beim nächsten Gegner der Löwen steht jedoch ein Spieler unter Vertrag, der die Annehmlichkeiten, die ihm sein Talent einbringt, besonders zu schätzen weiß: Daniel Brückner. Der 28-jährige Offensivspieler hat nämlich auch eine ganz andere Welt kennengelernt. Nämlich wie es ist, wenn man kein Dach über dem Kopf, kaum Geld in der Tasche und keinen Job hat. Brückner hat einige Jahre in Hamburg als Obdachloser gelebt. Er selbst drückt es heute anders aus: „Es gab ein paar Jahre, in denen es mir nicht gut gegangen ist.“

Wobei er auf eins schon großen Wert legt: „Es war nicht so, dass ich unter Brücken geschlafen hätte. Ich hatte halt nur keine eigene Wohnung. Aber es hat sich schon immer was ergeben, wo ich unterkam.“ Um die 50 Euro, die er sich durch kleine Jobs verdiente, hatte er damals im Monat zum Leben. Der gebürtige Rostocker, der mit fünf nach Hamburg kam, durchlebte eine problematische Jugend. Er flog von der Schule, dann auch aus dem Fußballverein, er verkrachte sich mit seiner Mutter und verließ sein Zuhause.

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Wie kam er wieder auf die Beine? Brückner: „Ich habe dann irgendwann wieder mit dem Fußball angefangen, beim Landesligaklub Eimsbütteler BC. Der dortige Manager kannte Thomas Wolter gut, den Trainer vom Drittligisten Werder Bremen II, und hat mich dorthin vermittelt.“ Dass ihm Werder diese Chance gegeben hat, dafür ist Brückner dem Klub heute noch dankbar. Über Rot-Weiß Erfurt und Greuther Fürth landete er schließlich im Januar in Paderborn, wo Brückner am Aufstieg maßgeblichen Anteil besaß. In den beiden Relegationsspielen gegen den VfL Osnabrück gehörte er zu den besten Spielern. Brückner: „Als es mir damals so schlecht ging, hatte ich den Traum, Fußballprofi zu werden. Und er ist noch in Erfüllung gegangen.“

Am Sonntag wird ein zweiter Traum war: „Zum ersten Mal darf ich in der Allianz Arena spielen. Für mich ist das etwas ganz Besonderes.“ Brückner weiß das Leben, das ein Fußballprofi genießt, aufgrund seiner Vergangenheit besonders zu schätzen. Und auf eins ist er immer noch stolz: „Ich wurde damals nie kriminell. Drogen oder Diebstahl – damit hatte ich nie etwas zu tun.“

Claudius Mayer

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