Bittere Bilanz gegen die Löwen

Macht Pauli-Trainer Lienen 1860 wieder froh?

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Seit ­Dezember 2014 ­Trainer des FC St. Pauli: Ewald ­Lienen.

München - Die Löwen gastieren am Donnerstag beim FC St.- Pauli am Millerntor. Der Trainer dort ist Ex-Sechzig-Coach Ewald Lienen - und das könnte ein gutes Omen für 1860 sein.

Es war eine Explosion des weiß-blauen Glücks an diesem Freitagabend des 29. April 2016 im Hamburger Millerntor-Stadion. Als Levent Aycicek in der 88. Minute zum erlösenden 2:0 eingenetzt hatte, stand fest, dass die Löwen den Klassenerhalt mit einem Heimsieg gegen Paderborn am 33. Spieltag perfekt machen konnten. Was durch Jan Mauersbergers goldenes Tor bekanntermaßen auch so kam.

Levent Aycicek nach dem erlösenden 2:0 im April auf St. Pauli.

Fünf Monate später sind die Löwen zurück auf dem Kiez. Und mit St. Pauli-Trainer Ewald Lienen treffen sie am Donnerstag Abend um 20.15 Uhr nicht nur einen alten Bekannten wieder, sondern auch den Coach, der es in der vergangenen Saison als Einziger fertigbrachte, beide Spiele gegen den TSV 1860 zu verlieren. 0:2 in Fröttmaning, 0:2 in Hamburg. Insgesamt hat Lienen sogar die letzten vier Partien gegen die Löwen verloren. 1:2 mit St. Pauli in der Saison 2014/15 und 0:3 mit Arminia Bielefeld 2010/11. Eine Art Glücksbringer also, der 62-jährige Ostwestfale, mit dem die Sechziger in der als Aufstiegssaison ausgerufenen Spielzeit 2009/10 einen enttäuschenden achten Platz belegten. Ob Lienen die Löwen am Donnerstagabend (bei uns im Live-Ticker) wieder froh macht?

„Es macht keinen Sinn, sich damit auseinanderzusetzen, was war“, sagte der St.-Pauli-Trainer am Mittwoch. „Sechzig hat eine völlig neue Mannschaft und einen neuen Trainer. Der Klub hat einen Riesensatz gemacht, auch was die Investitionen angeht. Für mich ist Sechzig eine der ersten fünf, sechs Mannschaften in der Liga.“

Konkretisiert heißt das: „Die Löwen haben ein erfahrenes Team mit viel Offensivdrang und hoher Intensität.“ Ins offene Messer werden die Paulianer den Sechzigern also kaum laufen.

Lienen: „Es wäre schön, mal wieder 1:0 zu gewinnen. Die Priorität liegt darauf, sich defensiv zu stabilisieren. Und es wäre schön, mal keine eigenen Fehler einzubauen.“ Eine Vorgabe, die der von 1860-Trainer Kosta Runjaic nicht ganz unähnlich sein dürfte. Beim 1:2 gegen Union Berlin am Freitag waren beiden Gegentreffern individuelle Fehler (Perdedaj, Degenek) vorausgegangen.

Die Löwen flogen am Mittwoch Mittag mit einem 19-Mann-Kader nach Hamburg. Mit an Bord war neben dem zuletzt geschonten Trio Ivica Olic (Knie), Michael Liendl (Knöchel) und Jan Mauersberger (Oberschenkel) auch Offensivtalent Nico Karger. Innenverteidiger Felix Uduokhai musste mit Schmerzen an der Patellasehne ebenso daheimbleiben wie Zugang Filip Stojkovic. Für den Rechtsverteidiger, der nach überstandener Leistenverletzung erst Anfang der Woche wieder ins Teamtraining eingestiegen war, kam eine Kadernominierung noch zu früh. Gegen Hannover 96 am Sonntag könnte der Montenegriner wieder ein Thema werden.

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