Coach macht den Aufstiegs-Check

Funkel: "Bei 1860 müssen jetzt Taten folgen"

+
Der Blick geht nach oben bei Rob Friend (hier gegen Bremens Caldirola). Experte Friedhelm Funkel (kleines Foto) sieht die Löwen in der Pflicht.

München - Wenn jemand weiß, wie Aufstieg geht, dann Friedhelm Funkel. Fünf Mal schon hievte der 59-Jährige einen Klub nach dem Abstieg aus der Bundesliga direkt wieder zurück ins Oberhaus.

Mit Uerdingen gelang ihm das zwei Mal, mit Duisburg, Köln und Eintracht Frankfurt je ein Mal. Für die tz machte Funkel zum Start der neuen Zweitligasaison den Aufstiegs-Check. Wer sind seine Favoriten? Und warum genau diese fünf?

1. FC Kaiserslautern: „An den Lauterern dürfte in dieser Saison kein Weg vorbeiführen, sie sind für mich der Topfavorit auf den Aufstieg. Mit den neuen Stürmern Olivier Occean und Karim Matmour sollte die Mannschaft torgefährlicher sein als letzte Saison, insgesamt haben sie den am stärksten besetzten Kader. Trotzdem sehe ich Lautern nicht so überlegen wie Hertha BSC im vergangenen Jahr. Ein Alleingang wird das nicht.“

Fortuna Düsseldorf: „Klar: Robbie Kruse (Leverkusen) und Dani Schahin (Mainz) sind Verluste, aber mit Heinrich Schmidgal (Fürth), Levan Kenia (Karpaty Lviv) und Dustin Bomheuer (Duisburg) haben die Düsseldorfer gute Leute dazugeholt, von Michael Rensing im Tor ganz zu schweigen. Mike Büskens als Trainer wird in seiner Heimat was bewegen, da bin ich mir sicher. Und die Fans stehen auch nach dem Abstieg voll hinter ihrer Fortuna. 20 000 Dauerkarten, mehr muss man nicht sagen. Düsseldorf ist mein Favorit auf Platz zwei.“

1. FC Köln: „Ich glaube, dass sich die Kölner dieses Jahr leichter tun werden. In der Konsolidierungssaison nach dem Abstieg hatten sie lange an ihrem Katastrophenstart zu knabbern, trotzdem waren sie fast bis zum Schluss voll dabei im Kampf um den Relegationsplatz. Den Abgang von Christian Clemens (nach Schalke) sollten sie kompensieren können, mit Marcel Risse (Mainz) und Daniel Halfar (tja…) sind sehr gute Fußballer dazugekommen. Ganz wichtig war die feste Verpflichtung von Tony Ujah im Sturm, der Mann weiß einfach, wo das Tor steht. Der allerbeste Transfer war für mich allerdings kein Spieler, sondern Jörg Schmadke, ein hervorragender Sportdirektor, der in Aachen und Hannover bewiesen hat, dass er was aufbauen kann. Wenn einer Konstanz reinbringen kann beim FC, dann Jörg. Er wird auch dem neuen Trainer Peter Stöger helfen, sich mit der nicht einfachen Kölner Medienlandschaft zu arrangieren.“

Mannschaftsfoto-Termin: Löwen zeigen neuen "Think Blue."-Schriftzug

Mannschaftsfoto-Termin: Löwen zeigen neuen "Think Blue."-Schriftzug

Union Berlin: „Mit den Eisernen ist zu rechnen in dieser Saison. Ich bewundere, wie sie dort seit Jahren aus wenig viel machen. Nach zwei siebten Plätzen in Folge haben sie mit Mario Eggimann (Hannover) und Benny Köhler (Lautern, früher Frankfurt) jetzt zwei Leute mit Erstligaerfahrung dazugeholt, die ihnen gerade auswärts weiterhelfen sollten. Auch wenn Trainer Uwe Neuhaus gerne tiefstapelt, gegen die gestiegene Erwartungshaltung wird er sich nicht wehren können.“

TSV 1860: „Die Sechziger sehe ich vom Kader her auf einem sehr hohen Niveau. Sie müssen ihren Worten jetzt Taten folgen lassen. Wer es sich leisten kann, einen Benny Lauth im Sturm auch mal draußen zu lassen, der muss eine gute Mannschaft haben. Entscheidend wird sein, wie sie aus den Startlöchern kommen. Das große Problem bei den Löwen ist ja seit Jahren die Unruhe, das nervt sogar mich aus der Entfernung. Wenn dieser Scheich in den nächsten Monaten zur Abwechslung mal die Klappe hält und die Leute in Ruhe arbeiten lässt, dann kann das was werden. Ja, dann hätte es auch letzte Saison schon klappen können mit Platz drei.“

lk

auch interessant

Meistgelesen

Runjaic zufrieden: "Am Ende war der Punkt verdient"
Runjaic zufrieden: "Am Ende war der Punkt verdient"
Löwen holen nach zwei Rückständen Punkt bei Pauli
Löwen holen nach zwei Rückständen Punkt bei Pauli
Löwen-Goldjunge Andrade: Nur eins muss er noch lernen
Löwen-Goldjunge Andrade: Nur eins muss er noch lernen
Darüber sprach Cassalette mit Ismaik bei einer Pizza
Darüber sprach Cassalette mit Ismaik bei einer Pizza

Kommentare