Personalplanung stockt

Kein Stoppel - und auch kein Slomka und kein Foda?

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Flirt beendet: Bis 2014 wirbelte Stoppelkamp im Trikot des TSV 1860 – jetzt zieht er ein Angebot des KSC vor.

München - Der künftige Trainer der Löwen soll weder Foda noch Slomka heißen – und ein neuer Geschäftsführer bereitstehen. Einer kommt aber auf keinen Fall zu 1860: Moritz Stoppelkamp

Wäre Hasan Ismaik ein Kenner der 2. Liga, hätte er seit Montag Grund, ein wenig betrübt zu sein. Mit Moritz Stoppelkamp ist ein Spieler vom Transfermarkt verschwunden, der auch mit dem TSV 1860 geflirtet hat. Jedoch: Auch der geduldigste Profi will sich nicht ewig hinhalten lassen. Also machte Stoppelkamp, 29, Nägel mit Köpfen und zog ein konkretes Angebot des KSC dem unkonkreten aus München vor. „Moritz ist ein erfahrener und torgefährlicher Offensiv-Allrounder, der uns auf Anhieb verstärken kann“, schwärmte KSC-Sportchef Jens Todt.

Stoppelkamp wäre es zuzutrauen gewesen, auch die Offensive des TSV 1860 zu beleben, die es in der zurückliegenden Saison auf gerade einmal 32 Treffer gebracht hat. Bei seinem ersten München-Gastspiel war Stoppelkamp ein schwer auszurechnender Aktivposten (zwölf Tore in 67 Spielen zwischen 2012 und 2014). Jedoch: Hasan Ismaik, der schwer auszurechnende Löwen-Investor, ist nicht nur in der Lage, wechselwillige Stürmer auszubremsen, der mächtige Araber bringt es sogar fertig, einen ganzen Verein lahmzulegen. Weil er sich mal wieder schwer tut damit, überfällige Entscheidungen abzusegnen.

Seit 23 Tagen ist nichts passiert

Man kann das nicht oft genug wiederholen: Am 8. Mai, vor exakt 23 Tagen, haben die Löwen den Klassenerhalt klar gemacht und öffentlich geschworen, diesmal eine professionelle Saisonplanung hinzukriegen. Passiert ist seitdem: Nichts! Außer, dass Sportchef Oliver Kreuzer zum Routinier im Vertrösten von Fans, Spielern und Beratern geworden ist – und am Montag der erste potenzielle Neuzugang durch die Lappen gegangen ist. Stoppelkamp (142 Zweitliga-Spiele/27 Tore), wäre nicht die schlechteste Verstärkung gewesen, zumal er keine Ablöse gekostet hätte. Nach dem Abstieg mit Paderborn fiel er in die Kategorie „Schnäppchen“.

Drei Wochen vor dem Trainingsstart ist somit klar, dass nichts klar ist. Das Warten auf Neuzugänge und Vertragsverlängerungen strapaziert die Nerven aller Beteiligten, das Warten auf den neuen Trainer ging gestern bereits in die vierte Woche. Geflüstert wird übrigens, dass der neue Topkandidat weder Franco Foda noch Mirko Slomka heißen wird. Und nach Informationen der „tz“ soll es zumindest in der Geschäftsführer-Frage vorangehen. Ein Nachfolger für Markus Rejek steht offenbar fest, eine Vertragsunterschrift ist bis zum Ende dieser Woche vorgesehen.

Auf Tauschstation im Ramadan?

Doch wie so oft steht und fällt alles mit den Launen des Hasan Ismaik. Zuletzt war der jordanische Geschäftsmann in den USA unterwegs, somit also schwer greifbar. Und das nächste potenzielle Hindernis kündigt sich bereits an. Am 6. Juni beginnt der Fastenmonat Ramadan. Bekanntlich ist das die Zeit, in der Ismaik komplett auf Tauchstation geht.

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