Erster Meistertitel in der A-Jugend-Bundesliga?

Historische Chance für die Junglöwen

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Als Erfolgsgarant hoch geschätzt: Josef Steinberger wird trotz zehnmonatiger Trainerausbildung in Hennef auch in der nächsten Saison die U19 des TSV 1860 betreuen.

TSV 1860 München (A-Junioren) - Es ist schwer zu begreifen, was sich derzeit in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest abspielt.

In den beiden anderen U-19-Bundesligen streiten sich die Nachwuchsteams der ambitioniertesten Erstligisten um die begehrten Plätze in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, auch in der Südstaffel sieht das nicht viel anders aus. Angeführt allerdings wird die Tabelle dort vom TSV 1860, dessen Profis bekanntlich zum zweiten Mal in Folge um den Klassenverbleib in der zweiten Liga kämpfen. Wie ist das möglich?

Von einer „goldenen Generation“ möchte Wolfgang Schellenberg, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) der Löwen, nicht sprechen. Sehr wohl aber gesteht er ein, dass ein solcher Jahrgang „vielleicht alle zehn Jahre mal“ vorkomme. Trainer Josef Steinberger leiste „ohne Wenn und Aber erfolgreiche Arbeit“, honoriert Schellenberg, insbesondere in puncto „Disziplin und Mentalität“ hole er das Optimum aus der Mannschaft heraus. Zudem habe er „den qualitativ hochwertigen Kader exzellent auf Spannung gehalten“. Dabei dürfe jedoch nicht „die gute Vorarbeit der Trainer in den jüngeren Jahrgängen vergessen werden“, so der 44-jährige NLZ-Leiter. Auch den ehemaligen Junioren-Cheftrainer Günther Gorenzel-Simonitsch, der erst kürzlich aus persönlichen Gründen wieder in seine österreichische Heimat zurückkehrte, möchte Schellenberg in diesem Zusammenhang gewürdigt wissen. Die Wertschätzung Steinbergers indes offenbart sich alleine schon in dem Umstand, dass er auch in der nächsten Saison wieder die U19 betreuen wird, obwohl er während der kompletten Spielzeit wenig Zeit haben wird, da er in einer zehnmonatigen Ausbildung in Hennef die Fußballlehrerlizenz erwirbt.

An diesem Wochenende nun kann der 43-jährige Steinberger mit seiner Mannschaft den nächsten Meilenstein in dieser so formidablen Spielzeit erreichen. Nachdem am Dienstag dank eines 3:2- Heimerfolgs über den 1. FC Nürnberg der Einzug in das BFV-Pokalfinale bewerkstelligt wurde, können die Junglöwen am Samstag (13 Uhr, Grünwalder Stadion) die Meisterschaft in der Südstaffel fixieren. Am vorletzten Spieltag empfängt die Steinberger-Elf Verfolger Hoffenheim. Drei Punkte Vorsprung und das um acht Treffer bessere Torverhältnis weisen die Münchner auf den Meister der beiden Vorjahre auf. So reicht wohl bereits ein Remis, selbst bei einer knappen Niederlage könnten die 1860-Junioren im letzten Spiel in Ingolstadt noch aus eigener Kraft den Meistertitel verbuchen. Dies brächte zwei gewichtige Vorteile mit sich: Zum einen würde man damit im Halbfinale (10. und 16. Mai) Topfavorit Borussia Dortmund aus dem Weg gehen und stünde mit Werder Bremen vor der vermeintlich lösbareren Aufgabe. Und zum anderen würde das Finale am 29. Mai, sofern es die Junglöwen denn erreichen, nur in diesem Fall in München stattfinden.

Unabhängig vom Erreichen der Ziele, sowohl bei den Profis als auch bei den A-Junioren, hat der Verein neun A-Junioren bereits für die nächste Saison vertraglich gebunden. Und damit eine Wiederholung eines der größten Fehler der Vergangenheit bereits im Vorfeld vermieden. Lässt doch diese U-19-Generation der Löwen auf eine bessere Zukunft hoffen. Mit dem ersten A-Junioren-Meistertitel der Vereinsgeschichte jedenfalls würde der aktuelle Jahrgang eine historische Marke setzen.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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