Aktuelles Interview

Ex-1860-Vizepräsident Helfer: "Ich bin keine Marionette"

Peter Helferwar fast drei Jahre lang 1860-Vizepräsident

München - Der ausgeschiedene 1860-Vizepräsident Peter Helfer will sich auch von Hasan Ismaik nichts vorschreiben lassen. Das erklärt er im Interview mit unserer Redaktion.

Fast drei Jahre lang war Peter Helfer sozusagen der Repräsentant der blauen Basis im Präsidium des TSV 1860. Der Vorsitzende des Fanklubs Daxer-Löwen trat 2013 das Amt des Vizepräsidenten an, bei der Mitgliederversammlung vor neun Tagen stand er nicht mehr zur Wahl. Unsere Redaktion unterhielt sich mit dem Bauunternehmer und Gastronomen aus Olching über die Tücken seines Ehrenamt, Hasan Ismaik und den Rauswurf von Oliver Kreuzer.

Ihr Ehrenamt hat Sie fast drei Jahre in Atem gehalten. Wie fühlen Sie sich jetzt, nachdem Sie nun aus dem Präsidium ausgeschieden sind?

Das war wie eine Erlösung. Es hat zwar Spaß gemacht, aber der Druck ist enorm. Alleine der Zeitaufwand hat mit dem Ehrenamt nicht mehr viel zu tun, 30 bis 40 Stunden die Woche war normal.

Trotzdem: Ist Ihnen der Rückzug nicht schwer gefallen?

Ich hätte zwar unter gewissen Vorraussetzungen weitergemacht. Aber ich lasse mir von keinem Menschen der Welt, auch nicht von Hasan Ismaik oder vom Verwaltungsrat, vorschreiben, was ich tun und lassen soll. Ich bin keine Marionette von gewissen Gremien. Ich war einer der wenigen, die den Mund aufgemacht haben und Dinge hinterfragt haben. Das ist unangenehm, das weiß ich. Darum werden solchen Leuten Steine in den Weg gelegt.

Zuletzt hat es wieder einmal mächtig Wirbel gegeben bei 1860. Wie sehen Sie den Rauswurf von Sportchef Oliver Kreuzer?

Das war für jeden überraschend beziehungsweise ein Schock. Oliver machte einen guten Job und war sehr beliebt. Aber da sind wir wieder an der Stelle: Wenn einer beliebt ist und gute Arbeit macht, dann kommt wieder irgendeiner, der was findet, was nicht in das Schema passt und schmeißt ihn raus. Es kann doch wirklich nicht sein, dass einer wie Oliver sagt, was er denkt oder seine Erfahrung einbringt und eventuell auch mal Hasan Ismaik widerspricht – und dass dann so einer gehen muss. Man sieht aber, dass die Basis diesen Weg nicht akzeptiert. Oliver hat sich wirklich reingehängt, leider wurde das nicht gewürdigt.

Was halten Sie von Thomas Eichin, Kreuzers Nachfolger?

Ich habe Eichin persönlich kennengelernt. Ich denke, dass Eichin schon aufräumen wird. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er sich von Hasan Ismaik reinreden lässt – und man weiß ja, was dann passiert.

Das Interview führte Hans Kürzl

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