Zwei Herzen in einer Brust - das Löwen-Herz schlägt stärker

Löwen-Fan aus Kiel: Wie ich 1860 lieben lernte

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Der Kieler Kay Gregersen ist seit fast 35 Jahren Fan des TSV 1860 München. Auch seinen sechsjährigen Sohn Mats hat er mit seiner Leidenschaft angesteckt.

Kiel - Im Fanblock der Löwen gegen Holstein steht heute Kay Gregersen - ein Sechzig-Fan aus Kiel. Hier erfahren Sie wieso er den Löwen und nicht seinem Heimatverein die Daumen drückt:

Herr Gregersen, wie wird ein Kieler zum Fan des TSV 1860 München?

Kay Gregersen: Das war zufällig. Ich war 1980 als 13-Jähriger mit meinen Eltern im Urlaub in München. Dort wollten wir ein Fußballspiel sehen. Ob Bayern oder Sechzig war mir damals egal. Da die Löwen spielten, gingen wir ins Grünwalder Stadion. 1860 drehte gegen Fortuna Düsseldorf einen 0:3-Halbzeitrückstand und gewann am Ende mit 4:3. Der junge Rudi Völler hat mich mit seinen drei Toren besonders begeistert. Das Spiel hat mich mit dem Löwen-Virus infiziert. Seitdem gilt für mich das Motto: "Einmal Löwe immer Löwe!"

Wie oft verfolgen Sie Spiele von den Sechzgern live im Stadion?

Kay Gregersen: Da ich in Kiel wohne, ist das schwierig. Wenn die Löwen in Hamburg gegen St. Pauli und in Berlin gegen Union spielen, bin ich natürlich dabei. Als Unternehmensberater bin ich viel unterwegs. Wenn es mir möglich ist, versuche ich meine Termine mit Auswärtsspielen von 1860 zu verknüpfen. Als die Löwen 1994 in Meppen am letzten Spieltag der 2. Bundesliga den Durchmarsch in die Bundesliga perfekt gemacht haben, war ich im Stadion. Auch das Aufstiegsspiel in die 2. Bundesliga in Norderstedt ein Jahr zuvor habe ich live gesehen.

Was gefällt Ihnen so am Münchner-Traditionsverein?

Kay Gregersen: Vor allem die Stimmung, die die Fans verbreiten, hat mich von Anfang an beeindruckt. Die Anhänger sind zudem sehr bodenständig, es ist eine schöne Gemeinschaft. Alle sind freundlich und grüßen, so etwas habe ich selten bei anderen Klubs gesehen. Als ich als Preuße 2006 beim DFB-Pokalspiel in Lübeck in Lederhose aufkreuzte, wurde ich sogar freundlich empfangen.

Was haben Sie gedacht als feststand, dass der TSV 1860 Gegner von Holstein Kiel wird?

Kay Gregersen: Ich hatte gehofft, dass Sechzig den sicheren Klassenerhalt schafft. Schon das diesjährige DFB-Pokalspiel zwischen Kiel und 1860 war grenzwertig. Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin in Kiel geboren, wohne hier und habe acht Jahre für Holstein in der Jugend gespielt. Dennoch hoffe ich, dass die Löwen die Klasse halten. Ich werde mein gelbes Champions-League-Quali-Trikot anziehen und die Löwen vom Sechziger-Block aus anfeuern (das Spiel hier im Live-Ticker verfolgen). Sogar ein guter Freund und Kiel-Fan kommt mit in die Fankurve. Er bekommt einen blau-weißen Schal und muss sich ruhig verhalten.

Was erwarten Sie sich den Duellen und wer setzt sich am Ende durch?

Kay Gregersen: Ich glaube die Chancen stehen 50:50. Holstein ist verdammt heimstark. Sie haben drei richtig gute Offensivkräfte, u.a. den Ex-Löwen Manuel Schäffler. Sechzig muss heute was holen, denn Kiel ist ebenfalls sehr kosterstark. Die Löwen brauchen im Hinspiel mindestens ein Tor, besser einen knappen Sieg. Sonst sehe ich schwarz. Ich hoffe nur, dass der TSV als Einheit auftritt und nicht als Team aus Egoisten. Guillermo Vallori wäre einer der vorangeht, aber der hat sich leider verletzt. Jetzt hoffe ich, dass Rubin Okotie ein Ball vor die Füße fällt. Aber prinzipiell ist es mir egal, wer die Tore schießt. Hauptsache wir schaffen den Klassenerhalt. Auf geht's. Drin bleiben. Gemeinsam für Sechzig.

Interview: Manuel Deutschmeyer

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