Ex-Löwe im großen Vorort-Interview

Jevtic: "Will zurück nach Deutschland"

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Dusan Jevtic in der Kluft seines aktuellen Arbeitgebers.

TSV 1860 München II - Im zweiten Teil des großen Vorort-Interviews spricht Ex-Löwe Dusan Jevtic über seine Odysee durch den europäischen Profifußball und erklärt, warum er auch in den schwierigen Phasen seiner Karriere niemals aufgegeben hat.

Nach seiner Zeit bei den Münchner Löwen ist der ehemalige bosnische U21-Nationalspieler aus verschiedensten Gründen bei keinem Arbeitgeber wirklich glücklich geworden. Seine Jahre beim TSV 1860 lässt Jevtic im ersten Teil des großen Vorort-Interviews Revue passieren.

Wie würdest du deine Zeit in Duisburg rückblickend einordnen?

Dusan Jevtic: Ich muss zugeben, dass ich den Wechsel zu Duisburg damals bereue. Es war einfach der falsche Zeitpunkt. Der MSV ist ein super Verein und ich würde wieder für die „Zebras“ auflaufen. Ich war ungeduldig und habe zu viel erwartet nach meiner langen Verletzung bei den Löwen.

Nach deinem Intermezzo beim FK Sarajevo folgte eine längere Zeit der Vereinslosigkeit. Wie schwierig war diese Zeit für dich?

Eigentlich bin ich nach der Zeit beim MSV relativ schnell zum FK Sarajevo gewechselt, weil ich damals mehr Spielpraxis sammeln wollte, um meinen Platz in der Nationalmannschaft nicht zu verlieren. Ich habe dann im April 2014 meinen Vertrag bei Sarajevo aufgrund von privaten Problemen aufgelöst und wollte mich voll und ganz meiner Familie widmen. Ich habe mich privat fit gehalten, hatte ein paar Kilo zugelegt, die aber schnell wieder abgenommen waren. Es war schwer danach einen Verein zu finden, weil ich einfach zu lange weg war.

Hast du jemals daran gedacht aufzugeben?

In dieser Zeit haben mich viele Menschen angerufen, unter anderem der bosnische Nationalcoach, um mich zu motivieren. Was ihnen auch gelang. Wären die Menschen um mich herum mir nicht zur Seite gestanden, hätte ich aber wahrscheinlich aufgehört.

2015 bist du schließlich in die zweite schwedische Liga gewechselt. Wie kam dieser Kontakt zustande?

Das war ein Transfer über Nacht. Ein schwedischer Berater, der mich von früher kannte, hatte mich kontaktiert und mich gefragt, ob ich interessiert wäre, nach Schweden zu kommen. Er hat gesagt, dass es dort einige interessante Kubs geben würde, bei denen ich mich zurück ins Rampenlicht spielen könnte. Ich bin am nächsten Tag sofort geflogen und es hat mir dort relativ gut gefallen.

Was hast du sportlich und kulturell aus Schweden mitgenommen?

In Schweden sind die Menschen etwas lockerer als in Deutschland und sehr hilfsbereit. Schweden ist ein wunderschönes Land. Aber so sehr ich das Drumherum loben kann, muss ich sagen, dass das Niveau in Schweden nicht gerade besonders hoch ist. Also zentraler Mittelfeldspieler hast du kaum Ballkontakte, es wird hauptsächlich mit langen Bällen operiert. Also eher nichts für mich (schmunzelt).

Zurzeit bist du beim NK Celik Zenica in der 1. bosnischen Liga unter Vertrag. Vor zwei Wochen hattest du deinen ersten Startelfeinsatz. Wie zufrieden bist du mit der bisherigen Saison?

Ja, ich bin relativ zufrieden, wenn man bedenkt, dass ich lange kein Spiel bestritten habe. Ich bin endlich fit und bereit wieder voll anzugreifen. Es hat gedauert. Aber das ist normal nach so einer langen Zeit der Vereinslosigkeit.

Wie professionell ist der bosnische Fußball aufgestellt? Mit welcher deutschen Liga würdest du das sportliche Niveau vergleichen?

Es hat sich in den letzten drei, vier Jahren sehr viel geändert in Bosnien. Die Liga wird zur nächsten Saison gekürzt und das wird einen enormen Qualitätssprung nach sich ziehen. Die Top-Vereine haben sicherlich das Niveau der 2. Bundesliga. Die Trainingsbedingungen sind nicht so gut wie in Deutschland, aber das darf ja auch nicht der Maßstab sein. Im Großen und Ganzen hat man alles, was man braucht, und professionell arbeiten zu können.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Sehen wir dich bald wieder in Deutschland?

Ich habe jetzt einige Anfragen und brauche Zeit, um alles verarbeiten und überdenken zu können. Wer weiß, wohin mein Weg mich führt, aber meine Zukunftspläne sind klar. Ich will nach Deutschland zurück und mich hier endgültig im Profifußball etablieren.

Interview: Lukas Schierlinger

Quelle: fussball-vorort.de

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