Ex-Löwe vor dem Supercup

Julian Weigl im tz-Interview: Zurück nach München? Nur zu 1860!

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„Gegen mein erstes Bundesligator hätte ich nichts.“ Julian Weigl im tz-Interview.

München - Nach seiner rasanten ersten Saison beim BVB, feiert der Ex-Löwe Julian Weigl nur Erfolge. Im großen Interview mit der tz verrät der 20-Jährige, ob es ihn wieder nach München zieht.

Julian Weigl hat eine rasante erste Saison beim BVB hingelegt! Der ehemalige Löwen-Spieler wurde unter Thomas Tuchel sofort zum Stammspieler, feierte sein Debüt im DFB-Team und durfte am Ende sogar zur EM mitfahren. Wie er seinen Aufstieg sieht, was er als Ur-Münchner vom FC Bayern hält, verrät der 20-Jährige im tz-Interview!

Herr Weigl, wie fühlt es sich an, als frischgebackener Nationalspieler in die Vorbereitung einzusteigen?

Julian Weigl: Natürlich war es eine Ehre für mich, für die EM nominiert zu werden. Das ändert aber nichts an meiner Arbeit in der Vorbereitung. Ich bin gut ins Training eingestiegen. Die ersten Tage sind zwar immer ein bisschen hart, aber über die Schwelle bin ich jetzt hinaus. Ich bin bereit für das Spiel gegen Bayern!

Thomas Müller hat vor dem Supercup gesagt, dass die Bayern das Ding unbedingt wollen. Welchen Stellenwert hat dieser Titel beim BVB?

Weigl: Wir haben natürlich auch richtig Bock drauf, auch wenn wir uns mitten in der Vorbereitung befinden! Wenn wir zu Hause gegen die Bayern spielen, ist das immer etwas Besonderes. Für mich ist es das erste Mal, dass ich im Supercup stehe und mit einem Spiel gleich einen Titel gewinnen kann.

Seit der EM kennen Sie die FCB-Spieler ja besser. Mit wem verstehen Sie sich besonders gut?

Weigl: Mit Mats Hummels habe ich ein enges Verhältnis. Wir hatten auch während der Urlaubszeit viel Kontakt. Ansonsten war ich während der EM viel mit Jo Kimmich zusammen, wir kennen uns ja schon länger. Mit Thomas Müller habe ich Billard gespielt in Frankreich – ein echtes Unikat, mit dem ich auch bairisch spreche.

Mats Hummels ist ja noch nicht lange ein Roter. Ihn hat es wieder in seine Münchner Heimat zum FCB gezogen. Wäre das auch bei Ihnen möglich?

Weigl: Das kann ich mir aktuell echt nicht vorstellen, zumal ich eher ein Blauer bin. Also wenn München, dann zu den Löwen (lacht). Außerdem habe ich jetzt einen noch lange laufenden Vertrag in Dortmund und fühle mich total wohl.

Gutes Stichwort! Real Madrid soll an Ihnen interessiert sein...

Weigl: Davon weiß ich nichts. Im Sommer wurde ich ja auch schon mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht. Ich konzentriere mich voll auf Dortmund und bin hier total angekommen.

Thomas Tuchel hat kürzlich Ihre vorzeitige Vertragsverlängerung gefordert. Ein großes Kompliment, oder?

Weigl: Das freut mich als junger Spieler auf jeden Fall. Wie bereits erwähnt, ich fühle mich hier sehr wohl und könnte mir dementsprechend auch eine Vertragsverlängerung vorstellen. Außerdem hätte ich mich ohne Thomas Tuchel nicht so entwickelt!

Was meinen Sie konkret?

Weigl: Er hat mir enorm viel Vertrauen geschenkt und auch in wichtigen Spielen immer auf mich gesetzt. Ob es gegen Liverpool in der Europa League oder im Pokalfinale gegen die Bayern war. Es ist für junge Spieler von großer Bedeutung, dass sie auch wichtige Spiele in der Start­elf bestreiten.

Was haben Sie sich in Ihrer zweiten Saison für persönliche Ziele gesetzt?

Weigl: Ich habe schon in der Rückrunde versucht, meine persönlichen Ansprüche nach oben zu schrauben: mehr Verantwortung zu übernehmen, kommunikativer zu werden auf dem Platz. Das muss ich jetzt forcieren. Ich möchte den nächsten Schritt machen, meinen Platz verteidigen und meine Schwächen so gut es geht beseitigen. Gegen meinen ersten Bundesliga-Treffer hätte ich auch nichts (lacht).

Ihre Qualitäten werden auch gefragt sein, um heuer wieder den Spagat zwischen Bayern-Jäger und zweiter Fußballmacht in Deutschland zu schaffen.

Weigl: Wir sehen uns nicht so und betonen das immer wieder. Wir haben uns in der vergangenen Saison nur auf uns konzentriert und unser Spiel durchgezogen. Natürlich wollen wir in der kommenden Saison erfolgreich sein und die Champions-League-Qualifikation schaffen, aber wir müssen erst einmal einen Umbruch mit bisher schon einem Dutzend Transfers bewältigen.

Bei Ihrem Ex-Verein 1860 München hofft man ebenfalls auf Erfolge in der Saison 2016/2017. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Weigl: Ich habe ein gutes Gefühl! In Stefan Aigner ist noch mal ein richtiger Typ zu 1860 gekommen, mit dem sich die Fans und Umfeld identifizieren können.

Den Auftakt haben die Löwen traditionell verpatzt...

Weigl: Das darf man nicht zu negativ bewerten. Viele Jungs sind erst in der Vorbereitung dazu gekommen. Stefan Aigner hat kein einziges Vorbereitungsspiel mitgemacht. Das muss einfach alles noch zusammenwachsen.

Noch mal zurück zum Supercup: Alle Augen werden bei diesem Spiel auf Mario Götze gerichtet sein. Was macht er für einen Eindruck auf Sie?

Weigl: Es tut ihm gut, wieder in einem gewohnten Umfeld zu sein. Er ist heiß auf die neue Herausforderung, sehr fokussiert, hat aber auch erst ein paar Trainingstage in den Beinen. Jeder weiß, was er für Qualitäten hat. Wir hoffen, dass er sie bei uns mittelfristig wieder zeigt!

Sind Sie eigentlich eifersüchtig auf ihn?

Weigl: Warum?

Weil er gut mit André Schürrle befreundet ist und sie während der EM auch dicke Kumpels geworden sind.

Weigl (lacht): Auf gar keinen Fall. Wenn zwei lockere Typen wie André Schürrle und Mario Götze dazukommen, ist das einfach nur gut.

Interview: Manuel Bonke

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